Drei Gründe, warum Anschlussfinanzierer jetzt Niedrigzinsen bekommen müssen

Drei Gründe, warum Anschlussfinanzierer jetzt Niedrigzinsen bekommen müssen

Richtig argumentieren und Jahre früher schuldenfrei werden

(München, 1. Juli 2010) Das momentane Zinstief ist nicht nur für Immobilienkäufer und Bauherren interessant, auch für Eigenheimbesitzer mit laufendem Darlehen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um die Anschlussfinanzierung in Angriff zu nehmen. "Durch das historisch niedrige Zinsniveau lassen sich heute deutliche Konditionsvorteile erzielen. Aber auch die geringere Restschuld und der Nachweis, dass man das Darlehen jahrelange ordentlich bedient hat, sollten sich im angebotenen Zinssatz widerspiegeln", erklärt Robert Haselsteiner, Gründer und Vorstand der Interhyp AG. Die Experten der Interhyp erklären, warum Anschlussfinanzierer deutlich niedrigere Zinsen als bei der Erstfinanzierung erwarten können und wie sie ihre Finanzierung im Zinstief aufbauen sollten.

Grund 1: Historisch niedriges Zinsumfeld

Anschlussfinanzierer profitieren heute von historisch niedrigen Zinsen: Während Bauherren und Immobilienkäufer in den vergangenen Jahren oft einen Zinssatz von 6 Prozent effektiv und mehr gezahlt haben, sind die Baugeldzinsen für 10jährige Darlehen aktuell ab rund 3,5 Prozent erhältlich. "Das momentan so niedrige Zinsniveau ist die Gelegenheit, um günstig in die nächste Finanzierungsrunde zu gehen und eine deutliche Zinsersparnis zu erreichen", weiß Haselsteiner. Sein Rat: "Anschlussfinanzierer sollten ihre bisherige monatliche Kreditrate beibehalten und damit ihren Tilgungsanteil deutlich erhöhen – so werden sie Jahre früher als gedacht schuldenfrei sein."

Grund 2: Geringere Restschuld

Zu Beginn einer Finanzierung kalkuliert die Bank, wie hoch der Anteil des  Objektwertes ist, der fremdfinanziert werden muss. Je höher dieser Fremdkapitalanteil ist, desto mehr Risiko für die Bank und demzufolge desto höher der zu zahlende Zinssatz. Bei einem klassischen Annuitätendarlehen verringert der Kreditnehmer durch seinen Tilgungsbeitrag jeden Monat seine Darlehensschuld und so auch den Anteil an eingesetztem Fremdkapital. "Die geringere Restschuld und das damit gesunkene Ausfallrisiko für die Bank sollten sich in der zweiten Finanzierungsrunde in einem deutlichen Konditionsvorteil niederschlagen", erklärt Zinsexperte Haselsteiner.

Grund 3: Gute Zahlungsmoral bewiesen

Wenn die Sollzinsbindung ihres Darlehens abläuft, haben die Immobilienbesitzer meist fünf oder zehn Jahre lang bewiesen, dass sie den Kredit zuverlässig und ordentlich bedienen. "Die jahrelange Zahlungsbeständigkeit zeigt, dass Anschlussfinanzierer eine solvente Klientel sind und dementsprechend auch zukünftig mit einer guten Zahlungsmoral zu rechnen sein dürfte. Darum unbedingt auch dieses Argument bei der Bank in die Waagschale werfen", meint Haselsteiner.

Beispielrechnung

Ein Immobilienkäufer, der im März 2001 eine Wohnung für 150.000 Euro erworben und dafür 125.000 Euro Darlehen benötigt hat, zahlte eine monatliche Kreditrate von 800 Euro, wenn man einen damals günstigen Effektivzins von 5,7 Prozent und zweiprozentiger Tilgung bei einem Festzinsdarlehen mit zehnjähriger Sollzinsbindung unterstellt. 

Der Beleihungsauslauf, also das Verhältnis der aufgenommenen Darlehenssumme zum Verkehrswert der Immobilie, betrug 83 Prozent bei Kreditabschluss. Bei Zinsbindungsende im März 2011 hingegen hat sich durch die kontinuierliche Tilgung die Restschuld des Darlehens auf 91.500 Euro verringert, d.h. der neue Beleihungsauslauf liegt nun unter 70 Prozent und damit in einer deutlich geringeren Risikostufe.

Behält der Darlehensnehmer die monatliche Kreditrate von 800 Euro bei, ist durch die erzielbare Zinsersparnis eine Erhöhung der Tilgung von ursprünglich 2 Prozent auf fast 7 Prozent möglich. Ohne seinen Geldbeutel zusätzlich zu strapazieren, ist der Eigenheimbesitzer damit nach knapp 12 Jahren komplett schuldenfrei. Bei einer zweiprozentigen Tilgung hingegen würde die restliche Darlehenslaufzeit 28 Jahre und 10 Monate betragen.

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