Zinskommentar Archiv
Anleihemärkte weiter schwach
Auch in dieser Woche standen die Anleihemärkte weiter unter Abgabedruck, obwohl es keine positiven Konjunkturmeldungen gegeben hat. Vielmehr scheint es nach den dramatischen Kursrückgängen an den Börsen, die wir in den vergangenen 12 Monaten gesehen haben, derzeit eine erste Stabilisierungsphase zu geben. Investoren sind nach der blinden Flucht in Staatsanleihen zum ersten Mal wieder etwas risikofreudiger geworden und kaufen Aktien und Unternehmensanleihen. Obwohl die Notenbanken die Leitzinsen auf historische Tiefstände gesenkt haben und sie dort auch für einige Zeit belassen werden, ist es bei den längeren Laufzeiten zu Gewinnmitnahmen gekommen. Es herrscht eine starke Verunsicherung, ob Deflation oder Inflation vor der Tür steht. Da derzeit viele Analysten und Investoren beginnen, das Inflationsszenario höher zu gewichten, fühlen sie sich mit langlaufenden Anleihen sehr unwohl. Eine steilere Zinskurve, also ein höherer Abstand zwischen Geldmarktzinsen und Kapitalmarktzinsen ist daher die Folge. Die drastische Erhöhung der Staatsverschuldung weltweit liefert für dieses Szenario die Argumente. Auch wenn wir erwarten, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen noch vor dem Sommer auf 1,0% senken wird, gehen wir trotzdem davon aus, dass in den nächsten Monaten aufgrund der oben beschriebenen Effekte bei den langfristigen Kapitalmarktzinsen die Schwankungen hoch bleiben werden.
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