Zinskommentar Archiv
Baugeldzinsen nahe dem tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren
Trotz vieler positiver Stimmungsindikatoren für die Wirtschaftsaussichten in den USA und in Europa sind die Renditen für langfristige Staatsanleihen in den vergangenen zwei Wochen überraschend gesunken und haben damit auch die Konditionen für Baugeld niedrig gehalten. Die gestiegene Nachfrage am Anleihemarkt scheint mit Kursverlusten an den Aktienmärkten zu korrelieren. Besonders der chinesische Aktienmarkt hat in den letzten beiden Wochen nach einer fulminanten Rally seit Jahresbeginn kräftige Kurseinbrüche verzeichnet und Investoren scheinen Geld in sichere Staatsanleihen bewegt zu haben. Vorerst ist wohl auch die Angst vor zu hohen Volumina an Anleihen-Neuemissionen in den Hintergrund getreten. Viele Investoren erwarten offensichtlich trotz steigendem Konjunkturoptimismus keine direkten Auswirkungen auf die Inflationsraten, sondern rechnen mit einer längeren Phase von sehr moderaten Preisanstiegen, so dass sie auch für lange Laufzeiten niedrigere Renditen akzeptieren. Inwieweit das nur Wunschdenken ist, werden die nächsten Monate zeigen. Jedenfalls beinhaltet eine Verzinsung von 3,26% für 10-jährige Bundesanleihen wenig Spielraum für Überraschungen auf der Inflationsfront. Wir rechnen daher für die nächsten Wochen und Monate mit sehr ausgeprägten Schwankungen bei den langfristigen Zinsen und sehen uns derzeit am unteren Ende der Schwankungsbreite.
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