Zinskommentar Archiv
Börsenkorrektur sorgt für Nervosität am Zinsmarkt
Nachdem die Kapitalmarktzinsen Ende vergangener Woche als Reaktion auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) einen kräftigen Sprung nach oben gemacht hatten, ist es in den letzten Tagen wieder zu einem Rückgang der Zinssätze gekommen. Grund dafür war die kräftige Abwärtskorrektur an den Börsen, die reflexartig immer zu einer Flucht in Staatsanleihen und daher zu einem Ansteigen der Anleihekurse führt. Am heutigen Freitag ist es im Tagesverlauf dagegen als Reaktion auf etwas bessere als erwartete US-Konjunkturzahlen schon wieder zu einer Gegenreaktion und einem Zinsanstieg um 0,10% bei den 10-jährigen Laufzeiten gekommen. Mit diesen nervösen Ausschlägen wird deutlich, dass es zwei Lager auf der Investorenseite gibt. Diejenigen, die bereits eine Stabilisierung der Konjunktur voraussehen, verkaufen Anleihen mit längeren Laufzeiten, weil sie steigende Renditen erwarten. Die Investoren, die auf Deflation und weitere Konjunkturschwäche setzen, nutzen dagegen schwache Tage, um lange Anleihen zu kaufen und dann von Kursgewinnen zu profitieren. Die Notenbanken und Regierungen versuchen ihrerseits, durch tiefe Leitzinsen und große Ausgabenprogramme genau dieses Abrutschen in eine deflatorische Stagnation der Wirtschaft zu verhindern. In den vergangenen Wochen hat das Lager der Optimisten die Börsen nach oben getrieben und die langfristigen Zinsen ebenfalls steigen lassen. Für die nächsten Wochen erwarten wir, dass die Optimisten weiterhin den Trend bestimmen werden und gehen daher von Zinsausschlägen nach oben aus.
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