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Zinskommentar Archiv

Der Euro geht schwach

Auch diese Woche wurden die Bewegungen am Zinsmarkt von der Griechenland-Krise dominiert. Die europäischen Politiker haben inzwischen die Brisanz dieses Themas erkannt und versuchen jetzt mit Worten und vagen Ankündigungen die Spekulation über Griechenland und den Euro zu stoppen. Zwar ist es ihnen mit Unterstützungsbekundungen momentan gelungen die Risikoprämien, die Investoren für griechische Anleihen verlangen, wieder zu stabilisieren - der Druck auf den Euro hat aber noch nicht nachgelassen. Mit einem Wechselkurs von derzeit 1,35 gegenüber dem Dollar hat der Euro seit Beginn der Defizitdiskussion rund 10% gegenüber der US-Währung verloren. Europäischen Exporteuren ist das zwar recht, die Dynamik des Euro-Rückgangs zeigt aber vor allem, welche Verunsicherung gerade in Bezug auf die Stabilität der europäischen Währungsunion entstanden ist. Dabei ist besonders auch die EU-Kommission zu kritisieren, die in einer unentschuldbaren Nachlässigkeit jahrelang völlig falsche Defizitzahlen der Griechen akzeptiert hat und damit das Vertrauen in EU-Statistiken unterminiert hat. Da noch dazu im vierten Quartal der zarte Aufschwung in Europa schon wieder in Stagnation übergegangen ist, entscheiden sich auch aus diesem Grund mehr Investoren für Dollar-Anlagen. Griechenland hat das Thema Defizitabbau in Euroland zum großen Diskussionspunkt gemacht. Wenn die Regierungen diesen Defizitabbau in den nächsten Jahren ernsthaft umsetzen wollen, wird das Wachstum kosten. Es wird weder Spielraum für große Konjunkturpakete noch für Steuersenkungen geben. Das bedeutet, dass sowohl die öffentliche wie auch die private Nachfrage wenig Impulse setzen werden. So werden auch die Leitzinsen tief bleiben. Bei den langen Laufzeiten wird es zu großen Schwankungen kommen, da sich Deflationsangst und Angst vor Stagflation immer wieder abwechseln werden.

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