Zinskommentar Archiv
EZB belässt Leitzins bei 1,0%
Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer gestrigen Sitzung die Leitzinsen für den Euroraum nicht weiter gesenkt. Sie bleibt damit in Wartestellung um den weiteren Konjunkturverlauf in der zweiten Jahreshälfte besser einschätzen zu können. Die Augen richten sich dabei besonders auf die Entwicklung in den USA, da von diesem Markt die ersten Erholungsimpulse für die Weltwirtschaft erwartet werden. Die Arbeitsmarktzahlen dieser Woche zeichnen aber ein weiterhin angespanntes Bild. So haben US-Unternehmen auch im Juni wieder 467.000 Stellen gestrichen und die Arbeitslosenrate hat mit 9,5% den höchsten Stand seit 1983 erreicht. Das drückt weiter auf die so wichtige Konsumnachfrage und belastet damit auch die Exportaussichten für europäische und asiatische Unternehmen. Vor diesem Hintergrund haben zuletzt die Kurse an den Börsen nachgegeben und die Nachfrage nach sicheren Anleihen hat auch die längerfristigen Kapitalmarktzinsen sinken lassen. Während das fundamentale Bild daher nicht für steigende Zinsen spricht, machen sich viele Investoren jedoch große Sorgen um die mittelfristigen Folgen der enormen Zuwächse in der Staatsverschuldung die als Folge von Konjunkturprogrammen und Rettungsaktionen derzeit von den Politikern weltweit billigend in Kauf genommen wird. Gerade für längere Laufzeiten wird daher ein Risikoaufschlag verlangt, der sich in einer sehr steilen Zinsstrukturkurve widerspiegelt. Wir sehen die aktuell tieferen Zinsen als Zwischentief und erwarten für die nächsten Wochen wieder eine Aufwärtstendenz bei den Kapitalmarktzinsen und damit auch bei den Baugeldkonditionen.
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