Zinskommentar Archiv
Griechenland macht Sorgen
Diese Woche hielten sich die guten und die schlechten Nachrichten für die Zinsmärkte die Waage. Zwar haben die überraschend guten Arbeitsmarktzahlen in den USA letzte Woche den Konjunkturoptimisten neue Argumente für den Verkauf von Anleihen gegeben, die Zweifel an der mittelfristigen Zahlungsfähigkeit Griechenlands haben aber risikoscheue Anleger im Gegenzug schon wieder zum Kauf von sicheren Bundesanleihen bewegt. In diesem Sinne war die vergangene Woche exemplarisch für die hohe Verunsicherung der Investoren. Ja, die Wirtschaft hat sich vom großen Schock wieder etwas erholt, aber die Nachwehen werden überall sichtbar. Gerade bei schwachen Ländern führen die hohen Budgetdefizite durch wegbrechende Steuereinnahmen und gleichzeitig drastisch steigende Ausgaben zu einer beschleunigten Zuspitzung der Lage bei den Staatsfinanzen. Griechenland gibt z.B. schon jetzt fast ein Drittel seiner jährlichen Steuereinnahmen nur für Zinszahlungen aus. Dazu kommen angekündigte große Defizite in den nächsten zwei Jahren und das alles vor dem Hintergrund historisch tiefer Zinsen. Kein Wunder also, dass Investoren Staatstitel aus Deutschland oder Frankreich bevorzugen. Die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Euro-Mitgliedsländer wird die EZB und die Euro-Finanzminister jedenfalls in den nächsten Monaten zunehmend beschäftigen. Es spricht viel dafür, dass die langfristigen Kapitalmarktzinsen daher schwankungsanfällig bleiben und jederzeit größere kurzfristige Ausschläge auftreten können. Wir sehen diese Schwankungen aber viel stärker nach oben als nach unten.
| Zurück | Druckversion als PDF |
|
|
Zins-Radar Erhalten Sie Ihren individuellen Zinssatz täglich oder wöchentlich per E-Mail. [mehr...] |
|
Persönliches Angebot Individuelle Beratung und Top-Konditionen. [mehr...] |
|
Interhyp-Newsletter Bestens informiert über Baugeld und Zinsentwicklung. [mehr...] |




