Zinskommentar Archiv
US-Arbeitsmarkt überraschend gut
Nach den Wirren der Dubai-Krise haben sich die Investoren diese Woche wieder auf die Notenbanken und die US-Arbeitsmarktdaten konzentriert. Waren noch vergangene Woche Aktienkurse und Zinsen als Reaktion auf Dubai gesunken, so haben sich diese Risikoprämien in den vergangenen Tagen wieder abgebaut. Schon gestern hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren Ankündigungen zum graduellen Abbau der Liquiditätsversorgung im Geldmarkt für einen leichten Anstieg der Renditen gesorgt. Die überraschend gute Entwicklung des US-Arbeitsmarktes im November hat dann heute Nachmittag diesen Trend noch beschleunigt. Die Konditionen für langfristige Zinsbindungen sind um rund 10 Renditestellen angestiegen. Zwar wurden auch im November in den USA noch Jobs abgebaut - mit 11.000 liegt diese Zahl aber signifikant unter der Konsensus-Erwartung von 150.000. Die Konjunkturoptimisten sehen sich damit bestätigt. Das hilft den Aktien und schadet den Anleihen. Die EZB hat gestern ihren Leitzins unverändert bei 1,0% belassen, gleichzeitig aber die Marktteilnehmer darauf eingestimmt, dass sie ab Mitte nächsten Jahres den Geldmarkt immer weniger unterstützen wird. Dabei unterstellt die EZB für 2010 ein etwas besseres Wirtschaftswachstum und eine moderate Inflationsentwicklung von 1,3%. Es wird sich zeigen, inwieweit die Konjunkturverbesserung in den nächsten Monaten tatsächlich greift und selbsttragend wird. Die Notenbanken stehen weiterhin vor der Herausforderung, dass sie die Stabilisierung von Finanzsystem, Konjunktur und Geldwertstabilität in ihren Entscheidungen unter einen Hut bringen müssen. Eine schwierige Aufgabe wenn dann auch noch das Entstehen von neuen Blasen an den Kapitalmärkten verhindert werden soll.
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