Zinskommentar Archiv
US-Notenbank gibt keine Entwarnung
Mit klaren Aussagen zur weiterhin angespannten Lage der amerikanischen Konjunkturentwicklung und mit dem Hinweis, alle Möglichkeiten der geldpolitischen Unterstützung nutzen zu wollen, hat die US-Notenbank diese Woche die Nachfrage am Anleihemarkt wieder anspringen lassen. Die Marktteilnehmer interpretieren die Aussagen als klares Zeichen, dass die Leitzinsen noch sehr lange bei praktisch Null Prozent bleiben werden und dass die Notenbank im Eventualfall mit weiteren Aufkäufen von Staats- und Hypothekenanleihen Geld drucken wird. Was für die Anleihekurse positiv ist, versetzt dem US-Dollar hingegen einen schweren Schlag. Mit einem Kurs von inzwischen über 1,34 gegen den Euro hat der Dollar weiter nachgegeben und eindeutig den Euro als derzeit schwächste der großen Währungen abgelöst. Plötzlich scheint in der Einschätzung der Investoren die US-Misere sogar die Schwäche der europäischen Problemländer zu übertreffen. Gleichzeitig wehrt sich auch China vehement gegen eine Aufwertung seiner Währung. Es ist erkennbar, dass wir mitten in einem Abwertungswettrennen stecken, in dem jeder gerne seinen Export durch eine schwache Währung steigern möchte und zwar zu Lasten des anderen. Das Problem bleibt aber die zu schwache Konsumnachfrage weltweit. Vor allem in den USA und in vielen Teilen Europas. Selbst in China sind es die Investitionen, die treiben - und nicht der Konsum. Deutschland kann zwar derzeit von dieser starken Nachfrage im Investitionsgüterbereich stark profitieren mittelfristig muss aber entweder der Konsum steigen oder man muss sich mit weniger Wachstum zufrieden geben.
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