Unbekannte Chance: Forward-Darlehen

(München, 2. Juli 2008) 75 Prozent der Haus- und Wohnungseigentümer in Deutschland wissen nicht, was sich hinter dem Begriff "Forward-Darlehen" verbirgt. Zu diesem Ergebnis kommen die Marktforscher von infas TTR in ihrer aktuellen Studie zum Kenntnisstand von Immobilienbesitzern rund um das Thema Anschlussfinanzierung. "In Zeiten steigender Zinsen kann diese Unkenntnis Immobilienbesitzern teuer zu stehen kommen", erklärt Robert Haselsteiner, Gründer und Vorstand der Interhyp AGund ergänzt: "Dabei bietet die aktuell inverse Zinsstrukturkurve Immobilienbesitzern ideale Voraussetzungen, um mittels Forward-Darlehen Zinssicherheit zum Nulltarif zu erlangen: Einige Banken verzichten derzeit auf den sonst üblichen Zinsaufschlag."

Was ist ein "Forward-Darlehen"?

Mit einem Forward-Darlehen sichert sich ein Kreditnehmer den heutigen Zinssatz für einen fest vereinbarten Zeitpunkt in der Zukunft. Zins, Monatsrate und alle sonstigen Kreditkonditionen werden bis zu fünf Jahre im Voraus verbindlich festgelegt. Die Zeitspanne zwischen dem Vertragsabschluss und dem gewählten Laufzeitbeginn wird als Forward-Periode oder Vorlaufzeit bezeichnet. In diesem Zeitraum fallen keine Bereitstellungszinsen an, allerdings wird die damit erlangte Zinssicherheit mit einem Zuschlag erkauft. In der Regel steigt die Höhe des Aufschlags mit der Länge der Forward-Periode.

Was ist der Vorteil?

Durch ein Forward-Darlehen kann der Kreditnehmer seine monatliche Belastung für lange Zeit festlegen. Wartet der Immobilienbesitzer mit der Verlängerung des Darlehens bis zum Ablauf seiner Zinsbindung, kann es sein, dass die Baugeld-Konditionen zwischenzeitlich gestiegen sind und er dann zu erhöhten Zinsen das neue Darlehen abschließen muss. Durch Abschluss eines Forward-Darlehens entgeht der Kreditnehmer also dem Zinsanstiegs- und Kostenrisiko.

Wer sollte ein Forward-Darlehen in Betracht ziehen?

Sinnvoll ist ein Forward-Darlehen für jeden Kreditnehmer, dessen Zinsbindung in den nächsten zwölf bis 60 Monaten ausläuft und der mit steigenden Zinsen rechnet bzw. der sich vor dem Risiko steigender Zinsen schützen möchte. Besonders wenn das Zinsniveau für Baugeld niedrig ist, sollte ein Forward-Darlehen in Betracht gezogen werden.

Wann lohnt sich ein Forward-Darlehen?

Grundsätzlich lohnt sich ein Forward-Darlehen, wenn man erwartet, dass der Zinssatz zum Ablösetermin des Kredits höher liegen wird als die heutigen Konditionen inklusive des Forward-Aufschlags. Je nach Marktsituation und Vorlaufszeit betrugen die Zusatzkosten für ein Forward-Darlehen in der jüngsten Vergangenheit zwischen 0,005% und 0,02% Aufschlag pro Monat.

Aktuelle Besonderheit: Forward-Darlehen ohne Aufschlag

Derzeit allerdings bietet sich Immobilienbesitzern mit Anschlussfinanzierungsbedarf eine besonders attraktive Sondersituation: Aufgrund der inversen Zinsstrukturkurve verzichten einige Banken auf Zinsaufschläge. Kurzum: Anschlussfinanzierer können sich derzeit das heutige Zinsniveau bis in den Sommer 2013 hinein sichern, ohne dass ihnen Mehrkosten entstehen. "Da solche Phasen immer nur ein Übergangsphänomen sind, sollten Immobilienbesitzer umgehend mit einem Baufinanzierungs-Experten besprechen, ob und welches Forward-Darlehen sinnvoll für sie ist", rät Haselsteiner.

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