Zinskommentar Archiv
Zinsmarkt bleibt in Bewegung
Weiterhin lässt sich am Zinsmarkt kein klarer Trend erkennen. Waren noch Anfang dieser Woche positive Konjunkturmeldungen und starke Kursanstiege an den Börsen die treibenden Kräfte hinter den steigenden Kapitalmarktzinsen, so sind gegen Ende der Woche wieder Befürchtungen vor deflatorischen Entwicklungen in den Vordergrund getreten. Diese haben zu Kursgewinnen bei Anleihen und damit niedrigeren Zinsen geführt. Ausschlaggebend dafür waren die neuen Daten zur Inflationsentwicklung in Deutschland und Euroland, die mit einem Rückgang von 0,6% gegenüber dem Vorjahresmonat im Juli überraschend niedrig ausgefallen waren.
Das hat mit dem starken Rückgang der Energiepreise in dieser Periode zu tun, aber auch die Lebensmittelpreise haben nachgegeben. Da davon auszugehen ist, dass aufgrund der Basiseffekte in den nächsten Monaten die Inflationszahlen negativ bleiben werden, sind es die mittelfristigen Inflationserwartungen, die das Verhalten der Investoren am Anleihemarkt bestimmen. Aktuell überwiegt die Einschätzung, dass die Konjunkturentwicklung in den USA und Europa die Talsohle erreicht hat und daher die derzeit extrem tiefen Leitzinsen spätestens 2011 wieder ansteigen werden.
Das macht Investoren auch beim Kauf von langlaufenden Anleihen vorsichtig. Vor allem, weil die Staaten und Unternehmen in den kommenden Jahren die Anleihemärkte mit neuen Emissionen zur Abdeckung der Schulden und Defizite fluten werden. Damit wird bei jedem Anzeichen von konjunktureller Erholung Aufwärtsdruck bei den Zinsen für lange Laufzeiten aufflackern.
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