Zinskommentar Archiv
Zinsmarkt weiter nervös
Vor dem Hintergrund einer starken Erholung der Börsenkurse und divergierender Signale bei den Konjunkturindikatoren bleibt der Zinsmarkt sehr schwankungsanfällig und ohne klare Richtung. Während noch vor einer Woche die Ankündigung der US-Notenbank, jetzt mit dem Aufkauf von US-Staatsanleihen zu beginnen, auch in Euroland für einen Zinsruck nach unten sorgte, hat sich dieser Effekt im Wochenverlauf schon wieder zurückgebildet. Die kommende Woche wird aus zwei Gründen spannend: Einerseits werden die Arbeitsmarktzahlen in den USA für März einen Ausblick auf die weitere Entwicklung für den so wichtigen privaten Konsum ermöglichen und damit die Entwicklung am US-Anleihemarkt bewegen. Andererseits wird die Europäische Zentralbank (EZB) nach Meinung der meisten Analysten am Donnerstag eine weitere Leitzinssenkung um 0,50 Prozentpunkte auf dann 1,0% bekanntgeben. Wir gehen eher von einer Senkung um 0,25 Prozentpunkte aus, da nach unserer Meinung die EZB noch immer versuchen wird, nicht ihr ganzes Pulver zu verschießen. Die zuletzt weiter sinkenden Zinsen für Laufzeiten von bis zu 24 Monaten nehmen diese Zinssenkung schon klar voraus und haben in den letzten Wochen zu einer kontinuierlich steileren Zinsstrukturkurve geführt. Dies bedeutet, dass die Geldmarktzinsen sinken, aber die langen Laufzeiten eine größere Risikoprämie behalten, um sich gegen mittelfristige Inflationstendenzen zu schützen.
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