Maklerkosten

Maklerkosten: Die neuen Regeln und ihre Folgen für Kapitalanleger

Wer als Kapitalanleger eine Wohnung kauft und vermietet, sollte künftig auch damit rechnen, die Maklerprovision für die Vermietung tragen zu müssen. Interhyp hat für Sie die neuen Regelungen zusammengefasst.

Makler im Gespräch mit Kaufinteressenten

Foto: Thomas Klewar/KfW-Bildarchiv

"Wer bestellt, zahlt"

Bei der Vermietung von Wohnungen gelten ab Mitte 2015 neue Regeln. Wer einen Makler beauftragt, muss ihn auch bezahlen. Die bislang übliche Praxis, dass der Wohnungssuchende bei Abschluss des Mietvertrags auch die Maklercourtage übernimmt, wird damit hinfällig. Für Eigentümer einer Immobilie oder Kapitalanleger verteuert sich dadurch die Vermietung per Makler. Diese möglichen Kosten sollten Kapitalanleger künftig schon beim Kauf und bei der Planung der Immobilienfinanzierung einkalkulieren.

Bei Kauf oder Verkauf von Immobilien ändert sich aber an den bisherigen Maklerregeln nichts.

Gesetz

Der Bundestag hat Anfang März 2015 das novellierte Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung (WoVermRG) beschlossen. Es wird im Frühsommer in Kraft treten. Die wichtigsten Neuregelungen:

  • Makler werden bei der Vermietung von Wohnraum künftig vom Besteller bezahlt, davon abweichende Vereinbarungen sind unwirksam.
  • Wenn Eigentümer und Mieter den Makler parallel beauftragen, muss der Eigentümer die Courtage zahlen. Vom Mieter kann diese nur eingefordert werden, wenn der Makler Angebote ausschließlich wegen eines Auftrags des Mieters einholt.
  • Der Vermieter darf die Maklerkosten nicht auf anderen Wegen weiterreichen, etwa durch eine überhöhte Ablöse.
  • Ein wirksamer Wohnungsvermittlungsvertrag mit dem Makler muss bei Vermietung künftig in Textform erfolgen. Eine Vereinbarung ist auch per E-Mail möglich.
  • Bei Verstößen gegen die neuen Regeln drohen Bußgelder.

Maklergebühren

Bei der Vermietung können Makler bis zu zwei Nettokaltmieten zuzüglich Umsatzsteuer (§ 3 Abs.2 WoVermRG) fordern.

Bei Kauf oder Verkauf einer Immobilie kann weiter frei ausgehandelt werden, wer die Kosten trägt. Je nach Region und Marktumfeld teilen sich viele Käufer und Verkäufer die übliche Maklerprovision von bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises (inklusive Mehrwertsteuer). In begehrten Lagen trägt der Erwerber aber einen größeren Anteil an den Kosten, zum Teil auch die vollen Kosten.

Die derzeit üblichen Kaufnebenkosten beim Kauf oder Verkauf von Immobilien finden Sie in unserer Deutschlandkarte Kaufnebenkosten. Bei der Planung einer Immobilienfinanzierung sollten diese Kosten auch immer bedacht werden.

Interhyp AG, 05.03.2014