Zinskommentar Archiv
Baugeldzinsen jetzt sichern
Derzeit werden die Zinsmärkte weltweit von zwei Themen bewegt: Einerseits werden bedingt durch die extrem schwachen Wirtschaftszahlen weitere Leitzinssenkungen der Notenbanken erwartet, andererseits breitet sich zunehmend die Sorge aus, dass die Staaten durch das Anwerfen der Gelddruckmaschinen und durch die exorbitante Ausweitung der Staatsschulden die langfristigen Kapitalmarktzinsen nach oben treiben könnten. In der Folge werden die Zinsstrukturkurven steiler, da die Risikoprämien für lange Zinsbindungen steigen, obwohl derzeit die Inflationsraten im Rekordtempo fallen. Vielen Investoren wird inzwischen das Ausmaß der Schecks, die von den Politikern weltweit jede Woche in Hunderten Milliarden geschrieben werden, unheimlich. Aus diesem Grund wird auch eine weitere Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) am nächsten Donnerstag nicht zwangsläufig zu niedrigeren Kapitalmarktzinsen führen. Die schwachen Exportzahlen in Deutschland und die anhaltend schwachen Konjunkturindikatoren in praktisch allen Euroländern werden unserer Ansicht nach die EZB zu einer Zinssenkung um 0,50 Prozentpunkte veranlassen. Für die Baugeldkonditionen sind aber weder die Leitzinsen entscheidend noch die Renditen von Bundesanleihen, sondern die Refinanzierungsmöglichkeiten der Banken. Wir gehen davon aus, dass sich der Zinsabstand zwischen Baugeld und Staatsanleiherenditen in den nächsten Monaten weiter ausweiten wird. Das heißt, dass selbst sinkende Renditen bei Bundesanleihen nicht unbedingt zu tieferen Baugeldzinsen führen werden.
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