Zinskommentar Archiv
Baugeldzinsen vor der nächsten Aufwärtsbewegung?
Seit Mitte Juni bewegen sich die Kapitalmarktzinsen - gemessen an den auch für das Baugeld relevanten Pfandbriefrenditen - nervös um die 5,0%-Marke hin und her. Zwischen März und Mitte Juni waren sie in einem rasanten Anstieg von 4,30% auf diese Marke zugelaufen. Die nervösen Schwankungen drücken das Spannungsfeld zwischen der Erwartung einer Konjunkturabschwächung und der gleichzeitigen Tendenz zu höheren Inflationsraten aus. Damit geht es aber auch um eine Wette auf den nächsten Schritt der Europäischen Zentralbank (EZB). Bleibt sie bei ihrer klaren Präventionspolitik und konzentriert sich auf die Bekämpfung der zuletzt auf 4,0% angestiegenen Inflation? Dies macht eine weitere Leitzinserhöhung auf 4,50% im September wahrscheinlich. Oder hofft sie, dass die rückläufige Konjunktur den Preisauftrieb nachhaltig nach unten bringt und sendet daher bald Signale, dass keine weiteren Zinserhöhungen anstehen? Wir sehen die EZB ihrer Linie treu bleiben. Die aktuellen zehnjährigen Pfandbriefsätze bei 4,98% spiegeln aus unserer Sicht eher die Hoffnung der Investoren auf Entspannung wider. Das Szenario, dass die Inflation in den nächsten Quartalen hoch bleibt, ist in den aktuellen langfristigen Zinssätzen jedenfalls nicht eingepreist. Wir gehen davon aus, dass nach einer kurzen Phase der Schwankungen um die 5,0% die nächste größere Bewegung nicht nach unten, sondern nach oben kommen wird und sich eine höhere Risikoprämie bei langen Laufzeiten aufbauen wird.
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