Zinskommentar Archiv
EZB hält still - Baugeldzinsen jetzt attraktiv
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrer gestrigen Sitzung die Leitzinsen bei 4,0% konstant gehalten. Gleichzeitig hat sie aber erneut auf die zu hohe Inflationsrate und den anhaltenden Preisdruck hingewiesen, der sie wachsam nach vorne schauen lässt. Auch die Bank of England, von der viele Marktbeobachter diese Woche angesichts der schwachen Konjunkturzahlen einen weiteren Zinsschritt nach unten erwartet hatten, verzichtete vorerst auf eine Zinssenkung. Damit bleiben die Augen der Investoren auf die US-Notenbank (Fed) und die Wirtschaftsdaten in den USA gerichtet, um die Trends am Zinsmarkt einschätzen zu können. Immer größer wird in den USA das Lager der Rezessions-Propheten. So hat diese Woche die Investmentbank Goldman Sachs ein Minuswachstum für das zweite und dritte Quartal vorausgesagt. Sie erwartet, dass die US-Notenbank in diesem Zyklus die Leitzinsen von derzeit 4,25% auf bis zu 2,50% senken wird. An der Tatsache, dass die US-Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit bereits unter 3% und die zehnjährigen Laufzeiten bei rund 3,8% rentieren, ist zu erkennen, dass der Zinsmarkt einen großen Teil dieser Bewegung bereits vorwegnimmt. Vor diesem Hintergrund sind in den vergangenen zwei Wochen auch die Renditen am deutschen Rentenmarkt um rund 25 Basispunkte gefallen und die Konditionen für Baugeld sind nah an den Tiefständen der vergangenen neun Monate. Für die nächsten Wochen erwarten wir aufgrund der vorherrschenden Rezessionsdiskussion in den USA und der schwachen Entwicklung an den Börsen bei den Zinsen vorerst eine Seitwärtsbewegung.
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