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INTERHYP-ZINSBERICHT VOM 3. JULI 2014

Interhyp-Zinsbericht

Immobilienkredite auf Allzeittief

  • EZB führt Kurs im Juli wie gewohnt fort
  • Kredite vielfach um 2,2 Prozent, Bestkonditionen unter 2 Prozent
  • Wer ein Objekt gefunden hat, sollte jetzt finanzieren

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Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG: "Die Konditionen für Immobiliendarlehen haben nach der historischen Leitzinsentscheidung Anfang Juni im Verlauf des Monats nochmals um rund 0,1 Prozentpunkte nachgegeben - und Anfang Juli ein neues Allzeittief mit Bestkonditionen von unter zwei Prozent für zehnjährige Darlehen erreicht. Bei der heutigen Sitzung des EZB-Rates hat die Zentralbank, wie erwartet, keine weiteren nennenswerten geldpolitischen Schritte eingeleitet. Daher erhalten die Märkte kaum Impulse. Die Renditen für Anleihen und Pfandbriefe sind historisch niedrig. Die zehnjährigen Pfandbriefrenditen liegen aktuell bei 1,5 Prozent. In Folge können Kreditinstitute Darlehen entsprechend günstig vergeben. Allerdings sollten potenzielle Immobilienkäufer nicht auf noch niedrigere Konditionen spekulieren. Der Boden scheint erreicht."

(München, 3. Juli 2014) Die Geldpolitik spaltet die Nation seit Wochen in zwei Lager. Die Sparer ärgern sich, weil sie wegen der niedrigen Verzinsung ihres Guthabens und trotz der niedrigen Inflation real Geld verlieren. Die Kreditnehmer freuen sich, weil sie günstig Darlehen erhalten. So bekommen Häuslebauer vielfach aktuell für eine Monatsrate von 1.000 Euro ein Darlehen über rund 288.000 Euro.

Auch bei den Experten herrscht über die Geldpolitik der EZB alles andere als Konsens. Zwar unterstützt Bundesbankpräsident Jens Weidmann mittlerweile die Niedrigzinspolitik der EZB, nachdem er lange vor allem die Anleihekäufe scharf kritisiert hatte. Gleichzeitig warnt er jedoch eindringlich vor der Aufweichung des Euro-Stabilitätspakts, wie es etwa Frankreich und Italien fordern. Befürworter halten den Status quo für einen Erfolg. So hat die letzte Zinssenkung laut EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch ihr Ziel erreicht. Die Niedrigzinspolitik könne sogar bis 2016 andauern.

Ein Blick auf die Statistiken hilft bei der Einschätzung der Lage: Die Inflation in der Eurozone hat sich im Juni nach ersten Schätzungen bei 0,5 Prozent stabilisiert. In Deutschland legte der Preisauftrieb nach einer Prognose sogar von 0,9 auf rund 1 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone lag im Mai laut Eurostat unverändert bei 11,6 Prozent. In Deutschland läuft die Konjunktur auf Hochtouren. Die Arbeitslosenquote ist im Juni auf 6,5 Prozent zurückgegangen.

Ausgestanden sind die Probleme aber nicht. Einerseits belegen die verhalten optimistisch stimmenden Zahlen keine Trendwende. Andererseits sind diese minimalen Erfolge im Kampf gegen die Deflation und für mehr Wirtschaftswachstum mit billigem Geld erkauft. Das Risiko steckt dabei im Katalysator selbst. Das untermauert die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem Ende Juni veröffentlichtem Jahresbericht. Die oberste Zentralbank sieht die hohe Verschuldung der Banken in Europa als eine Gefahr. Langfristig liege der Schlüssel zu einem nachhaltigen Wachstum in einer Steigerung der Produktivität.

Was bedeutet all dies für die Baufinanzierungskunden in Deutschland? Für Kreditnehmer bleiben die Aussichten gut. Das Zinsniveau für Darlehen wird in den nächsten Wochen niedrig bleiben, wobei je nach aktueller Nachrichtenlage mit kurzfristigen Konditionsausschlägen gerechnet werden muss - und mittel- bis langfristig angesichts des derzeit extrem niedrigen Niveaus auch wieder Steigerungen möglich sind.

Zinsentwicklung zwei Monate

Finanzierungsbeispiel

Was die jüngste Entwicklung konkret bedeutet, zeigt das nachfolgende Finanzierungsbeispiel: Die Zehnjahres-Konditionen liegen aktuell vielfach bei: 2,17% gebundener Sollzinssatz / 2,19% effektiver Jahreszins*. Für eine Monatsrate von 1.000 Euro lässt sich mit dem genannten Zinssatz ein Darlehen über rund 288.000 Euro aufnehmen.*

Bestkonditionen liegen aktuell zum Teil sogar unter 2 Prozent.

Interhyp-Expertenrat

Mit Blick auf das Zinsniveau sollten Mieter mehr denn je für sich die Rechnung "Kaufen statt Mieten" aufmachen. Durch die niedrigen Darlehenszinsen liegen die Raten für einen Immobilienkredit in vielen Orten Deutschlands kaum über dem Niveau der Monatsmiete. In einem ersten Schritt sollten Immobilieninteressenten ermitteln, wie viel Eigenkapital sie in eine mögliche Finanzierung einbringen können. Ratsam ist, mindestens 20 Prozent des Kaufpreises in Form von Eigenmitteln zu bestreiten. Im nächsten Schritt gilt es, die Ein- und Ausgabensituation zu prüfen. Dabei helfen Immobilieninteressenten beispielsweise die Online-Rechner von Interhyp. Wer bereits ein konkretes Finanzierungsobjekt hat, kann mithilfe des Tilgungsrechners verschiedene Szenarien kalkulieren. Je nach Kaufpreis der Immobilie und Tilgungshöhe können die Monatsraten für ein Darlehen auf einem Niveau mit der aktuellen Mietzahlung liegen. Spätestens wenn dies der Fall ist, sollten Mieter ihre Aufwendungen in den Erwerb selbst genutzten Wohneigentums investieren. Die Kombination von langen Zinsbindungen und höheren Tilgungsraten ermöglichen dabei einen soliden Eigentumserwerb.

Zinsentwicklung zehn Jahre

*: Der Zinssatz in unserem Finanzierungsbeispiel für die individuellen Finanzierungsvorhaben von 2/3 der Interhyp-Kunden läge bei diesem Zinsniveau. Dem liegen folgende Annahmen zugrunde: 10 Jahre Sollzinsbindung, 2 Prozent Anfangstilgung, 60 Prozent Beleihungsauslauf, Nettodarlehensbetrag: 100.000 Euro. Voraussetzung: einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über eine Grundschuld, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge), Auslagen (z.B. Grundbuchkosten) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen.

Die aktuellen Tendenzen

Kurzfristig
(4 Wochen):

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Mittel- bis
langfristig:

steigend

Die aktuellen Tendenzen - mittel - und langfristig