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INTERHYP-ZINSBERICHT VOM 8. JANUAR 2015

Interhyp-Zinsbericht

Neues Jahr, neue Tiefstände

  • Bestkonditionen für Baugeld liegen unter 1,5 Prozent
  • Zinsen seit Oktober um 0,4 Prozentpunkte gesunken
  • Grexit und Deflationsangst stellen EZB vor Herausforderungen

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Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG: "Das neue Jahr ist für Immobilienkäufer finanzierungsseitig unter guten Vorzeichen gestartet. Die Zinsen für Darlehen sind in den letzten Dezemberwochen weiter gesunken, sie haben allein seit Oktober 2014 um rund 0,4 Prozentpunkte nachgegeben. Die Bestkonditionen für Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung liegen bei unter 1,5 Prozent. Wie preiswert Immobilienkäufer finanzieren können, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. 1980 lagen die Zinsen bei über neun Prozent. Immobilienkäufer sind in jedem Fall gut beraten, das jetzige Zinstief für eine erhöhte Anfangstilgung zu nutzen."

(München, 8. Januar 2015) Auch im neuen Jahr bleibt es an den Finanzmärkten spannend - und somit für Immobilienkäufer, die Fremdkapital benötigen. Denn: Zu welchen Zinsen hierzulande ein Darlehen aufgenommen werden kann, hängt maßgeblich von den deutschen Pfandbriefrenditen ab, deren Entwicklung unter anderem von der Konjunktur sowie der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusst wird.

Wird es der EZB gelingen, eine europaweite Deflation zu verhindern und die Inflation in die Nähe des selbst gesteckten Zieles von zwei Prozent zu treiben? Und: Zu welchen Mitteln müssen und werden die Währungshüter greifen, nachdem die Senkung der Leit- und Einlagezinsen auf historische Tiefststände im Jahr 2014 nicht zum erhofften Erfolg geführt haben? Spätestens am 22. Januar, wenn die EZB zu ihrer fortan nur noch alle sechs Wochen stattfindenden geldpolitischen Sitzung zusammentrifft, wird sich zeigen, welchen Weg EZB-Präsident Mario Draghi und seine Ratskollegen angesichts der Herausforderungen beschreiten werden. Ein Blick auf aktuelle Daten und Zahlen zeigt, dass Europa auch Anfang 2015 noch nicht die erhoffte wirtschaftliche Entwicklung zeigt.

Inflation: Der Verfall der Ölpreise hat die Preise in Deutschland so langsam wie seit fünf Jahren nicht mehr steigen lassen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sank die Inflation im Gesamtjahr 2014 auf 0,9 Prozent. Im Dezember hat der Preisrutsch beim Erdöl den Preisauftrieb deutlich verlangsamt - die Inflationsrate ging auf 0,2 Prozent zurück. In Gesamteuropa ist die Rate noch niedriger, hier sind die Preise erstmals seit dem Krisenjahr 2009 wieder gesunken, die Inflationsrate lag im Dezember bei minus 0,2 Prozent.

Arbeitsmarktdaten: Dass die Preise in Europa kaum mehr steigen, liegt an der schwachen Konjunktur, die weder durch den Export noch durch den privaten Konsum an Fahrt gewinnt. Die fehlende Kaufkraft liegt nicht zuletzt an der hohen Arbeitslosigkeit. Laut einer aktuellen Studie hat die Krise im Euroraum in den Jahren 2007 bis 2014 rund 3,8 Millionen Jobs gekostet. In Deutschland haben sich die Arbeitslosenzahlen allerdings positiv entwickelt.

Konjunktur: Die Wirtschaft hat zum Jahresende etwas zugelegt. Dennoch: Die Belebung ist schwach und kann selbst in Verbindung mit den auch im Dezember veröffentlichten, etwas besseren Konjunkturdaten nicht als Trendwende gesehen werden. Das spiegeln auch die Aktienmärkte wider, aus denen Anleger wieder vermehrt Gewinne mitnehmen. Der DAX ist in den vergangenen Wochen von über 10.000 Zählern auf rund 9.500 gefallen.

Währung: Grexit, wie der mögliche Austritt Griechenlands aus der Währungsunion genannt wird, und das schwache Wachstum haben die Gemeinschaftswährung Euro zu Jahresbeginn weiter unter Druck gesetzt. Der Euro fiel in der ersten Januarwoche auf den tiefsten Stand seit neun Jahren und notierte bei 1,19 US-Dollar.

Deutschland bleibt vor diesem Hintergrund bei den Investoren weiterhin attraktiv, hiesige Staatsanleihen und Pfandbriefe sind gefragt. Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen befinden sich dadurch im Fall und sind in der ersten Januarwoche unter die 0,5-Prozent-Marke gerutscht. Auch die zehnjährigen Pfandbriefrenditen liegen Anfang Januar bei unter 0,8 Prozent. Das anhaltende Zinstief bei Immobilienkrediten zeigt, wie entsprechend günstig Banken derzeit refinanzieren können. Die Zinssätze für zehnjährige Darlehen liegen bei Bestanbietern unter 1,5 Prozent. Die aktuelle Gemengelage aus schlechten Konjunkturdaten und dem Handlungsdruck der EZB, der sich durch die Bekanntgabe des Ankaufs von Staatsanleihen oder anderen geldpolitischen Maßnahmen entladen könnte, birgt Unsicherheiten. Allerdings ist zu erwarten, dass die Zinskonditionen bei Baugeld in den nächsten Wochen im historischen Kontext niedrig bleiben. Langfristig sind bei einer nachhaltigen Erholung der Konjunktur auch wieder Zinserhöhungen möglich.

Zinsentwicklung zwei Monate

Finanzierungsbeispiel

Was die jüngste Entwicklung konkret bedeutet, zeigt das nachfolgende Finanzierungsbeispiel: Die Zehnjahreskonditionen liegen aktuell vielfach bei: 1,55% gebundener Sollzinssatz / 1,56% effektiver Jahreszins*. Für eine Monatsrate von 1.000 Euro lässt sich mit dem genannten Zinssatz ein Darlehen über rund 338.000 Euro aufnehmen.*

Interhyp-Expertenrat

Potenzielle Immobilienkäufer sollten sich vom Tagesgeschehen an den Märkten und Turbulenzen bei den Zinsen für Immobilienkredite nicht aus der Ruhe bringen lassen - und ihr Immobilienvorhaben vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Möglichkeiten und Ziele betrachten. Entscheidend bleibt neben einem soliden Objekt, das zu den individuellen Lebensumständen passt, eine maßgeschneiderte Finanzierung. Durch die Stellschrauben Tilgungshöhe, Tilgungswechsel und Sondertilgung kann die Schuldenrückführung an die persönliche Finanzkraft angepasst werden. Interhyp rät zu hohen Anfangstilgungen, wenn möglich drei Prozent und höher, um in absehbarer Zeit die Schuldenfreiheit erreichen zu können. So kann bei einer anfänglichen Tilgungsrate von drei Prozent ein Immobilienkredit innerhalb von 25 bis 30 Jahren zurückgezahlt werden.

Zinsentwicklung zehn Jahre

*: Der Zinssatz in unserem Finanzierungsbeispiel für die individuellen Finanzierungsvorhaben von 2/3 der Interhyp-Kunden läge bei diesem Zinsniveau. Dem liegen folgende Annahmen zugrunde: 10 Jahre Sollzinsbindung, 2 Prozent Anfangstilgung, 60 Prozent Beleihungsauslauf, Nettodarlehensbetrag: 100.000 Euro. Voraussetzung: einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über eine Grundschuld, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge), Auslagen (z.B. Grundbuchkosten) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen.

Die aktuellen Tendenzen

Kurzfristig
(4 Wochen):

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Mittel- bis
langfristig:

steigend

Die aktuellen Tendenzen - mittel - und langfristig

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