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Geld sparen liegt trotz niedriger Zinsen im Trend

Trotz anhaltend niedriger Zinsen ist Geld sparen bei den Deutschen beliebter geworden. Sie sparen vor allem für den Konsum, für die Altersvorsorge und für das Eigenheim.

Nimmt die Lust am Geldsparen zu? Eine neue Umfrage gibt Aufschluss.

Nimmt die Lust am Geldsparen zu? Eine neue Umfrage gibt Aufschluss.

(München, 29.11.2016) Obwohl festverzinsliche Anlageformen kaum Rendite abwerfen, ist Geld sparen unter den Deutschen gefragt. Wie eine aktuelle, repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank ergeben hat, legen 80 Prozent der befragten Personen Geld zurück: "44 Prozent von ihnen jeden Monat, 23 Prozent unregelmäßig (zum Beispiel vom Weihnachtsgeld) und 13 Prozent mehrmals im Jahr." Zehn Prozent der Befragten sparen laut Umfrage aktuell mehr als vor sechs Monaten. Besonders junge Menschen seien überdurchschnittlich eifrige Sparer.

Die gestiegene Lust am Geldsparen führte im vergangenen Jahr zu mehr Guthaben auf den Sparkonten. Dabei gibt es jedoch erwartungsgemäß große regionale Unterschiede. Während die Hamburger im Jahr 2015 durchschnittlich 2.808 Euro mehr auf der hohen Kante hatten und so den ersten Platz vor Hessen (1.670 Euro) belegten, betrug der Geldzuwachs bei den Saarländern lediglich 121 Euro. Als einziges Bundesland lag Berlin hier im Minus: Die Hauptstädter gaben mehr Geld aus und hatten deshalb 430 Euro weniger angespart als 2014.

Thomas Schlüter, Pressesprecher des Bundesverbandes deutscher Banken, führt die gestiegene Zahl der Sparer auf die anhaltend gute Konjunktur und die geringe Arbeitslosigkeit zurück. Zwar fremdelten die Deutschen nach wie vor bei Wertpapieren wie Fonds und Aktien, aber immerhin knapp 20 Prozent der von Emnid Befragten investierten einen Teil ihres Geldes auf diese Art. Bankenfachmann Schlüter rät langfristig orientierten Sparern, die Möglichkeiten des Kapitalmarktes zu nutzen. "Ein Teil der Ersparnisse sollte dann in langfristige Produkte wie Aktien und Fonds fließen, zum Beispiel ETFs." Denn auf lange Sicht sei die Rendite von Wertpapieren kaum zu toppen.

Mit der Frage, wofür die Deutschen Geld sparen, hat sich kürzlich der Verband der Privaten Bausparkassen beschäftigt. Die wichtigsten Sparziele der Deutschen sind demnach der private Konsum beziehungsweise private Anschaffungen (57,1 Prozent), die Altersvorsorge (53,5 Prozent) und das Wohneigentum (38,7 Prozent). Für die Studie zum Sparverhalten wurden im Auftrag des Verbandes im Herbst 2016 insgesamt 2.000 Bundesbürger im Alter über 14 Jahren befragt. Das Sparziel "Wohneigentum" hat dabei im Vergleich zur Frühjahrsumfrage des Verbandes abgenommen, so die Experten. Ein Grund dafür seien die gestiegenen Immobilienpreise in den Ballungsräumen. Andreas J. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen: "Die preislichen Übertreibungen in den Ballungsräumen werden hier zur Motivationsbremse für zweckgerichtetes Vorsparen." Weitere Ursachen seien mangelndes Bauland sowie höhere Grundsteuern in vielen Kommunen und gestiegene Grunderwerbsteuern.

Sparmotive


Redaktion: Joachim Hoffmann / Britta Barlage