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Hochwasser: Viele Hausbesitzer unterschätzen die Gefahren

Zwei Drittel der deutschen Immobilienbesitzer wägen sich fälschlicherweise sicher vor Hochwasser. Das ergab eine GfK-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dadurch seien viele Haushalte unterversichert.

Hochwasser: Viele wägen sich in Sicherheit und sind nicht gut gegen Schäden abgesichert.

Hochwasser: Viele wägen sich in Sicherheit und sind nicht gut gegen Schäden abgesichert.

(München, 17.11.2016) Zwar sind laut GDV bundesweit 37 Prozent der Wohngebäude - und damit doppelt so viele wie noch 2002 (19 Prozent) - gegen Elementarschäden versichert. Aber: "Viele Hauseigentümer in Deutschland unterschätzen die Gefahr, Opfer von Überschwemmungen oder Hochwasser zu werden", warnt der Versicherungsverband. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass rund zwei Drittel der Eigenheimbesitzer davon überzeugt sind, nie betroffen zu sein. Rund 11 der 17,5 Millionen Hausbesitzer in Deutschland seien nicht gegen Überschwemmungen durch Starkregen oder Hochwasser versichert. Sturzfluten könnten jedoch überall auftreten. "Um ein Haus rundum gegen Naturgefahren abzusichern, ist eine zusätzliche Elementarschadendeckung nötig - erst dann ist die Vollkasko fürs Haus komplett."

Die repräsentative GfK-Befragung ergibt drei Gründe für die Sorglosigkeit vieler Hausbesitzer. Das persönliche Risiko, von Hochwasser betroffen zu sein, werde unterschätzt. Knapp 60 Prozent der unmittelbar nach den Unwettern im Juni 2016 Befragten konnten sich nicht vorstellen, dass ihre Wohngegend überschwemmt werden könnte. Als zweiten Grund für die unzureichende Absicherung des Eigenheims sieht die Versicherungswirtschaft die Tatsache an, dass 93 Prozent der Umfrageteilnehmer als ausreichend erachten. "Vielen ist nicht bewusst, dass ihre Gebäudeversicherung zwar Schäden durch Feuer, Sturm oder Hagel abdeckt, nicht aber Schäden durch Starkregen oder Hochwasser", sagt GDV-Präsident Alexander Erdland. Hierfür sei zusätzlich eine Elementarschadenversicherung nötig.

Der dritte Grund für die häufig fehlende Elementarschadendeckung zum Schutz vor Hochwasser seien die damit verbundenen Kosten. 51 Prozent der Befragten befanden den entsprechenden Schutz für zu teuer. Dabei kostet der notwendige Elementarschadenschutz laut GDV "für die meisten Hausbesitzer unter hundert Euro im Jahr." Für viele Hausbesitzer sei eine Elementarschadenabsicherung problemlos zu erhalten.

Nach Erfahrungen von Verbraucherschützern ist es aber vielfach schwierig, einen entsprechenden Versicherungsschutz zu bekommen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband berichtet: "Schäden im Elementarbereich lassen sich beispielsweise in der Nähe von Flüssen nur sehr teuer oder in manchen Fällen überhaupt nicht mehr absichern", klagen die Verbraucherschützer. Das gelte besonders für Liegenschaften in der höchsten Gefahrenklasse (Zone 4) Zum gleichen Ergebnis war die Stiftung Warentest schon 2014 gekommen, als für einen Kunden eine jährliche Prämie von fast 1.500 Euro gefordert wurde (Gebäudeversicherung plus Hochwasserschutz).


Redaktion: Joachim Hoffmann