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Immobilienblase in der Diskussion: Bundesbank blickt auf Immobilienkredite

Droht eine Immobilienblase in Deutschland? Die Bundesbank betrachtet die Entwicklung aufmerksam, sieht das konservative Verhalten bei der Vergabe von Baukrediten in der Bankenbranche aber positiv.

Sorgen vor Immobilienblase: Risiken bei der Immobilienfinanzierung?

Sorgen vor Immobilienblase: Risiken bei der Immobilienfinanzierung?

(München, 28.11.2016) Angesichts steigender Immobilienpreise in Deutschland wächst die Sorge, dass eine Immobilienblase entsteht, deren Platzen sich negativ auf die Stabilität des Bankensystems auswirken könnte. Bei der Präsentation des aktuellen Finanzstabilitätsberichts 2016 der Bundesbank griff Vizepräsidentin Claudia Buch diese Frage auf und äußerte sich zu den Risiken bei der Immobilienfinanzierung.

"Im aktuellen makroökonomischen Umfeld besteht die Gefahr, dass Marktteilnehmer Risiken unterschätzen und nicht ausreichend berücksichtigen, dass die Preise fallen und Zinsen steigen können", gab Buch zu bedenken. Gleichzeitig bescheinigte sie jedoch den Geldinstituten in Deutschland eine überwiegend konservative Politik bei der Darlehensvergabe. "Akute Anzeichen für eine Lockerung der Vergabestandards bestehen nicht", sagte Buch. Das bedeutet konkret: Trotz extrem niedriger Zinsen und hoher Kaufpreise achten Banken in aller Regel darauf, dass die Kredite auch dann noch bedient werden können, wenn künftig die Zinsen steigen und die Immobilienwerte rückläufig sein sollten. Die Entwicklung am Wohnimmobilienmarkt stelle keine unmittelbare Gefahr für die Finanzstabilität dar, meinte die Vizepräsidentin angesichts der aktuellen Diskussionen um die Gefahren einer Immobilienblase in Deutschland.

Risiken für Banken sieht Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret eher in den langen Laufzeiten der aktuell äußerst niedrig verzinsten Kredite. "Durch die längere Laufzeitbindung gehen Banken und Sparkassen höhere Zinsänderungsrisiken ein. Diese gilt es aktiv abzusichern", so Dombret. Hierfür benötigten die Banken ausreichend Kapital, insgesamt seien sie jedoch gut aufgestellt.

Unterdessen warnt der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) der Bankenbranche, dass eine Verschärfung der Bankenregulierung die Immobilienfinanzierung für private Erwerber erschweren könnte. Kritisiert werden Überlegungen der Bundesregierung, die Bankenaufsicht zur Begrenzung der Kreditvergabe zu ermächtigen, wenn eine Überhitzung am Immobilienmarkt droht. Als besser geeignet für die Vermeidung einer Immobilienblase sieht ZIA-Vorsitzender Burkhard Dallosch eine Stimulierung des Angebots: "Die Politik sollte Anreize für den Wohnungsbau und auch Wohnungserwerb schaffen."


Redaktion: Thomas Hammer