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Immobilienfinanzierung: Steigende Baupreise einkalkulieren

Eine Immobilienfinanzierung will geplant sein: Die Preise für einen Neubau steigen immer mehr - das zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes. Experten raten, frühzeitig einen realistischen Kostenplan zu erstellen und unnötige Posten zu vermeiden.

Bei der Immobilienfinanzierung sollten Bauherren und Käufer realistisch kalkulieren.

Bei der Immobilienfinanzierung sollten Bauherren und Käufer realistisch kalkulieren.

(München, 12.10.2016) Wer eine Immobilienfinanzierung für ein Bauvorhaben plant, muss sich auf gestiegene Baukosten einstellen. Die Baupreise für Wohngebäude sind im August 2016 im Vergleich zu August 2015 um 2,1 Prozent angestiegen - das ergab eine aktuelle Studie des Statistischen Bundesamts. Schon im Mai hatte der Preisanstieg bei 2,1 Prozent gelegen - und auch generell ist seit Jahren ein Aufwärtstrend zu beobachten. Bei Beton- und Mauerarbeiten, die den größten Anteil an den Neubaupreisen ausmachen, stiegen die Preise laut aktueller Statistik um 1,9 beziehungsweise 1,3 Prozent.

Wer Kosten sparen beziehungsweise im Rahmen halten will, sollte die Immobilienfinanzierung wohlüberlegt und mit genügend zeitlichem Vorlauf planen. Der Baugeldvermittler Interhyp weist jetzt darauf hin, dass Häuslebauer bereits im Herbst die Finanzierung angehen sollten, wenn sie im Frühjahr mit dem Bau beginnen wollen. Auch die aktuelle Niedrigzinsphase spreche dafür, mit der Finanzierungsplanung zu beginnen. An viele Einzelposten - etwa die Erschließung des Grundstücks, die Planung oder die Außenanlagen - müsse gedacht werden. "Unterschätzen Bauherren die zahlreichen 'Nebenbaustellen', können sie so das ganze Bauvorhaben gefährden. Damit es nicht soweit kommt, lohnt es sich, vorab Zeit in eine gründliche Kostenkalkulation zu investieren und Experten zu Rate zu ziehen", empfiehlt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. Außerdem sollten Bauherren bei der Immobilienfinanzierung einen Puffer von rund 15 Prozent der Bausumme für Baunebenkosten und weitere fünf Prozent für Außenanlagen eingeplant werden. Interhyp rät, eine hohe bereitstellungszinsfreie Zeit bei der Immobilienfinanzierung zu wählen, da es beim Bau zu Verzögerungen kommen kann. Die Frist, nach der die Banken Bereitstellungszinsen in Rechnung stellen, sollte ausreichend lang sein. "Viele Darlehensgeber gewähren eine bereitstellungszinsfreie Zeit von bis zu 12 Monaten, vereinzelt sind sogar noch längere Zeiträume möglich", so Goris.

Dass Terminverschiebungen beim Bauen bei der Immobilienfinanzierung einkalkuliert werden sollten, macht auch eine aktuelle Umfrage des Verbands Privater Bauherren (VDP) in den Regionalbüros deutscher Großstädte deutlich. In Städten überwiegt der Neubau von Eigentumswohnungen, die meisten Wohnungsanlagen werden von Bauträgern realisiert. Laut VDP-Umfrage werden Termine beim Bauen nur ungern genannt, 83 Prozent der Baufirmen verzichten darauf oder sie formulieren die Termine recht vage und mit vielen Vorbehalten. Die Bauherren müssen demnach mit enormen Verzögerungen leben - in Berlin seien Wohnungen aktuell oft erst ein halbes Jahr später fertig, als anfangs besprochen. Für Bauherren, die eine Mietwohnung kündigen müssen oder monatelang parallel Miete und Zinsen zahlen, sei dies teuer und ärgerlich.

Der VPB rät, sich im Vorfeld mit den Besonderheiten der Wohnform Eigentumswohnung vertraut zu machen. Außerdem sei es ratsam, zukünftige Nachbarn vorab anzusprechen und sich mit ihnen zusammenzuschließen. "Gemeinsam sollten sie unabhängige Sachverständige mit der laufenden Baukontrolle beauftragen und auch bei der Abnahme eigene Experten hinzuziehen."


Redaktion: Sharon Schießler