News

Immobilienmarkt: In Ballungsräumen werden zu wenig kleine Wohnungen gebaut

Große Wohnungen und Einfamilienhäuser gibt es auf dem Immobilienmarkt zu genüge, doch kleine Wohnungen werden immer knapper: Das ist das Resultat eines aktuellen Gutachtens des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft.

Wohnungssuche: Auf dem Immobilienmarkt sind kleine Wohnungen rar.

Wohnungssuche: Auf dem Immobilienmarkt sind kleine Wohnungen rar.

(München, 16.02.2017) Der angespannte Wohnungsmarkt hat vor allem in den Ballungsräumen Deutschlands zuletzt die Bautätigkeit beflügelt. Doch das hinzugebaute Angebot an neuen Wohnungen auf dem Immobilienmarkt entspricht vielerorts nicht dem tatsächlichen Bedarf. Das hat ein Gutachten des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der d.i.i. Deutsche Invest Immobilien GmbH ergeben.

Dem Gutachten zufolge werden nicht nur in den Metropolen, sondern auch in den kleineren Städten vor allem kleinere Wohnungen benötigt. So sieht das IW bis zum Jahr 2020 einen jährlichen Neubaubedarf von 204.000 Wohneinheiten bei den 1- bis 3-Zimmer-Wohnungen und lediglich gut 105.000 Einheiten mit 5 oder mehr Räumen. Bislang habe jedoch der jährliche Zuwachs bei den 1- bis 3-Zimmer-Wohnungen nur knapp 68.000 Wohneinheiten betragen, während pro Jahr fast 103.000 Wohnungen und Einfamilienhäuser mit 5 oder mehr Zimmern hinzugekommen seien.

Als besonders prekär stufen die Experten die Situation bei 2-Zimmer-Wohnungen ein, wo durch die bisherige Bautätigkeit nur 30 Prozent des Bedarfs auf dem bundesweiten Immobilienmarkt gedeckt worden ist. Bei Wohneinheiten mit 5 und mehr Zimmern bestehe hingegen vergleichsweise wenig Nachholbedarf. "Im Geschosswohnungsbau fallen der Bedarf und das Angebot an Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen besonders weit auseinander", warnen die IW-Analysten und fordern eine Ausweitung der Nachverdichtungen und des Angebots an Einliegerwohnungen vor allem in Ballungsgebieten.

Eine steigende Nachfrage innerhalb des Segments kleiner Wohnungen sieht das Marktforschungsinstitut bulwiengesa in einer Studie bei so genannten Micro-Apartments. Hierbei handelt es sich um Kleinwohnungen zwischen 18 und 60 Quadratmetern, die häufig bereits möbliert zur Miete angeboten werden. Vor allem für Pendler, Studenten, Zeitarbeitskräfte und Singles seien solche Konzepte interessant, schreiben die Studienautoren und folgern daraus: "Es gibt eine ganze Reihe an gesellschaftlichen Trends, die wesentlich dafür sind, dass die Nachfrage nach kleinteiligem Wohnraum insbesondere in Städten wächst."


Redaktion: Thomas Hammer