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Immobilienpreise: Umsätze im Jahr 2016 auf Rekordniveau

Im vergangenen Jahr wechselten laut einer IVD-Analyse in Deutschland Immobilien im Rekordwert von über 240 Milliarden Euro den Besitzer. Der Fiskus profitiert vom Umsatzanstieg und hohen Immobilienpreisen sogar in doppelter Hinsicht.

Hohe Immobilienpreise in Bayern: Hier wechselten Immobilien im Gesamtwert von über 50 Milliarden Euro den Besitzer.

Hohe Immobilienpreise in Bayern: Hier wechselten Immobilien im Gesamtwert von über 50 Milliarden Euro den Besitzer.

(München, 15.02.2017) Trotz rasant gestiegener Immobilienpreise haben im vergangenen Jahr Eigenheimkäufer und Investoren in Deutschland Grundbesitz im Wert von mehr als 240 Milliarden Euro erworben. Dies sei der höchste Immobilienumsatz seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1988, berichtet der Immobilienverband IVD, der die Umsätze auf Basis des vom Bundesfinanzministerium gemeldeten Grunderwerbsteueraufkommens hochgerechnet hat. Insgesamt hat sich der IVD-Analyse zufolge der Immobilienumsatz in Deutschland im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent erhöht.

Besonders stark war der Anstieg im Saarland, wo das Transaktionsvolumen um 38,5 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro zugenommen hat. In Nordrhein-Westfalen stiegen die Umsätze um 16,3 Prozent auf gut 45 Milliarden Euro, und in Hessen lag der Anstieg bei 15,6 Prozent. Allerdings gab es auch Regionen mit rückläufigen Umsätzen. So sank das Transaktionsvolumen in Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen um 0,2 bis 7,8 Prozent.

Umsatzstärkstes Bundesland war wie auch im Jahr zuvor Bayern, wo Immobilien im Gesamtwert von 50,8 Milliarden Euro den Besitzer wechselten. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs belegt Baden-Württemberg mit einem Volumen von 31,9 Milliarden Euro weiterhin nach Nordrhein-Westfalen (45,3 Milliarden Euro) den dritten Rang.

Umsatzrekord und hohe Immobilienpreise bescheren dem Fiskus höhere Einnahmen, denn die Transaktionen sind mit der Grunderwerbsteuer belegt - und das gleich in doppelter Weise: Gestiegen sind in den vergangenen Jahren nämlich nicht nur die Umsatzzahlen, sondern auch die Steuersätze. "Allein die letzten Erhöhungen der Grunderwerbsteuer haben den Ländern 2016 ein Einnahmeplus von 10,2 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro verschafft", sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick.

Zuletzt hat sich Thüringen mit der Erhöhung des Grunderwerbsteuersatzes zum 1. Januar 2017 in die Riege der Länder eingereiht, die den Höchstsatz von 6,5 Prozent kassieren. Seit der Föderalismusreform im Jahr 2006, die den einzelnen Bundesländern das Recht zur Festsetzung eigener Grunderwerbsteuersätze zusprach, sei der Steuersatz 27 Mal erhöht worden, kritisiert der Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). Verbandspräsident Andreas Ibel warnt: "Die Preisspirale bei der Grunderwerbsteuer ist ein wesentliches Hemmnis für den bezahlbaren Wohnungsneubau. Das wurde auch im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen bestätigt."


Redaktion: Thomas Hammer