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Je höher die Immobilienpreise, desto höher die Pendlerquote

Die hohen Immobilienpreise in Metropolen führen viele Kaufinteressenten in die umliegenden Speckgürtel der Städte - das zeigt eine aktuelle Studie der Postbank sowie eine Befragung von ImmobilienScout24 und Interhyp.

Frankfurt Überblick

Frankfurt: Pendler entlasten den Immobilienmarkt.

(München, 21.07.2016) Je höher die Immobilienpreise in den Großstädten, desto mehr Einwohner können oder wollen sich hier kein Eigenheim leisten: Viele weichen daher in umliegende Gebiete aus, denn dort ist der Traum vom Eigenheim meist einfacher zu finanzieren. Der Anteil der Pendler an der Bevölkerung steigt um sieben Prozent, wenn sich die Quadratmeterpreise auf dem Wohnungsmarkt um 1.000 Euro erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt die Postbank-Studie "Wohnatlas 2016 - Leben in der Stadt". Dafür untersuchte die Postbank die 36 bundes- und landesweit größten Städte Deutschlands.

Vor allem in Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart sei eine überdurchschnittlich hohe Pendlerquote vorzufinden, so die Postbank. In der Mainmetropole Frankfurt pendelt fast die Hälfte der Bevölkerung zu ihrem Arbeitsort. Durch diese Entwicklung ist der städtische Immobilienmarkt deutlich entlastet. "In Städten, die ihre Infrastruktur gezielt für Pendler aus dem Umland ausbauen, wird der Preisanstieg von Immobilien innerhalb der Stadtgrenzen gebremst", so Dieter Pfeiffenberger, Bereichsvorstand Immobilienfinanzierung bei der Postbank. Eine Modellrechnung der Postbank-Studie zeigt beispielsweise, wie stark die Wohnungspreise steigen würden, wenn nur 50 Prozent der Pendler in die Städte ziehen würden: Der stärkste Preisanstieg wäre sodann in Frankfurt mit fast 50 Prozent zu verzeichnen. Auch in Düsseldorf, Stuttgart und Mannheim würden Wohnungen um circa 40 Prozent teurer.

Aus diesem Grund ist es den Städten ein Anliegen, Pendlern mithilfe einer guten Infrastruktur das Leben zu erleichtern. Laut der Postbank können die berufstätigen Pendler durch eine gute Anbindung und möglichst stressfreie Anfahrten von einem Umzug in die Stadt abgehalten werden. Die Studie zeigt außerdem, dass besonders Metropolen wie Berlin, Hamburg, München und Köln längere Pendelzeiten aufweisen als kleinere Städte. Berlin führt die Liste der Pendelzeiten mit durchschnittlich 78 Minuten an. Darauf folgt Hamburg mit rund einer Stunde. Grund hierfür ist meist das starke Verkehrsaufkommen zu den Stoßzeiten. So kann der tägliche Stau den Verkehrsweg der Pendler um bis zu 48 Prozent (in Stuttgart) verlängern.

Wie viel Anfahrtszeit zum Arbeitsplatz die Immobilieninteressenten noch in Kauf nehmen, untersuchte eine aktuelle Umfrage von ImmobilienScout24 und Interhyp. Hier wurde unter gut 2.200 Immobilieninteressenten ermittelt, wie groß die Kompromissbereitschaft ist, wenn es um die Wahl zwischen einem erschwinglichen Eigenheim - am liebsten natürlich im Grünen - und der möglichst kurzen täglichen Anfahrtszeit zum Arbeitsplatz geht.

Von den Befragten würde nur jeder Zehnte einen Arbeitsweg von bis zu 60 Minuten pro Strecke akzeptieren. Einen Arbeitsweg von 90 bis 120 Minuten wäre für lediglich zwei Prozent der Befragten vertretbar. Die Umfrage kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass nur etwa jeder vierte Befragte günstige Immobilienpreise als Grund für den langen Arbeitsweg nennt. Viel wichtiger ist den Teilnehmern der Studie (fast 42 Prozent) ein Haus im Grünen.


Redaktion: Sharon Schießler