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Smart Home eher Männersache

Das Wissen über die Möglichkeiten eines Smart Home ist international noch wenig ausgeprägt. Tendenziell sind eher Männer als Frauen für eine Hausautomation zu begeistern, wie Umfragen zeigen.

Mit Smart Home können Menschen beispielsweise ihre Heizung oder das Licht von unterwegs steuern.

Mit Smart Home können Menschen beispielsweise ihre Heizung oder das Licht von unterwegs steuern.

(München, 19.10.2016) Von Smart Home gehört haben schon viele Menschen, doch was sich genau hinter dem Begriff verbirgt, wissen laut einer Studie von Bosch und Twitter die wenigsten. Befragt wurden mehr als 6.200 Twitter-Nutzer aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Spanien und den USA. Zwei Drittel aller Befragten wissen, "dass das Smart Home das Licht automatisch ausschalten kann, wenn sie aus dem Haus gehen. Dass aber der Ofen heute schon passende Rezepte vorschlagen kann, können sich lediglich 22 Prozent vorstellen", heißt es in einer Bosch-Mitteilung.

Besonders Frauen stünden dem vernetzten Haushalt eher skeptisch gegenüber. 38 Prozent der befragten Frauen aus allen sechs Ländern hatten angegeben, noch nie über ein intelligent vernetztes Zuhause nachgedacht zu haben; bei den Männern waren es 27 Prozent. "Auch in Deutschland können sich aktuell mehr Männer als Frauen für ein intelligentes Zuhause begeistern." Besonders stark seien bei knapp einem Drittel der weiblichen Befragten die Sicherheitsbedenken hinsichtlich des Datenschutzes ausgeprägt.

Nur beim Thema Einbruchsicherheit zeigten sich die Frauen (61 Prozent) interessierter an intelligenter Haustechnik als die Männer (56 Prozent). Fast zwei Drittel der Frauen wüssten die Vorteile eines Smart Home insbesondere dann zu schätzen, "wenn es darum geht, aus dem Urlaub zu überprüfen, ob daheim alles in Ordnung ist oder um den automatischen Alarm im Falle eines Einbruchs zu erhalten", lautet ein Fazit der Erhebung. "Außerdem wünschen sich Frauen ein vernetztes Zuhause häufiger (42 Prozent) als Männer (37 Prozent), wenn sie in Eile sind."

Eine Umfrage des Branchenverbandes Bitkom bestätigt die höhere Affinität von Männern gegenüber intelligenter Haustechnik. Gefragt wurde nach der Bereitschaft, die eigenen vier Wände mit dem Smartphone zu steuern. Dabei sind männliche Smartphone-Nutzer mit 32 Prozent deutlich aufgeschlossener gegenüber mobilen Smart-Home-Anwendungen als weibliche mit 24 Prozent. "Das Smartphone hat sich auch dank innovativer Apps für viele Menschen zum unabkömmlichen Begleiter im Alltag entwickelt - sei es zum Navigieren, zum Musikhören oder zum Chatten", sagt Timm Lutter, Bereichsleiter Consumer Electronics beim Bitkom. "Darüber hinaus wird es in einigen Jahren ganz normal sein, schon von unterwegs daheim die Heizung per Handy anzustellen oder zu checken, ob noch Butter im Kühlschrank ist. Gerade für Menschen in der sogenannten Rushhour des Lebens - also die jungen Berufstätigen mit kleinen Kindern - kann das eine enorme Erleichterung sein", so Lutter. Zwar ist laut Umfrage das Interesse, das Zuhause smart und mobil zu steuern, bei den 30- bis 49-Jährigen mit 34 Prozent erwartbar am höchsten ausgeprägt, doch auch 20 Prozent der 50- bis 64-Jährigen sind dieser Technologie gegenüber aufgeschlossen und bei den Smartphone-Nutzern ab 65 Jahren sind es immerhin noch 17 Prozent.


Redaktion: Joachim Hoffmann