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Trotz hoher Immobilienpreise: Lieber kaufen statt mieten

Auch angesichts gestiegener Immobilienpreise ist es günstiger, im Wohneigentum zu leben als zur Miete. Obwohl die Preissteigerungen jetzt auch sogenannte "Mittelstädte" mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern erfasst haben, sehen Marktanalysten laut einer aktuellen Studie noch keine Anzeichen für eine Immobilienblase.

Die Immobilienpreise sind vielerorts gestiegen. Trotzdem rechnet sich der Kauf bei der gesamtdeutschen Betrachtung laut einer aktuellen Analyse.

Die Immobilienpreise sind in Groß- und Mittelstädten gestiegen. Trotzdem rechnet sich der Kauf bei der gesamtdeutschen Betrachtung laut einer aktuellen Analyse.

(München, 29.12.2016) Sowohl die Bau- und Kaufpreise für Wohnimmobilien als auch die Mieten haben in den letzten Jahren stark angezogen. Auf die Frage, welche Wohnform sich angesichts der gestiegenen Immobilienpreise für Verbraucher eher rechnet, gibt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) im Auftrag des Immobilienunternehmens Accentro eine eindeutige Antwort. "Die Analyse der Wohnnutzerkosten und deren Gegenüberstellung mit den derzeitigen Mietkosten ergeben, dass das Wohnen im eigengenutzten Wohneigentum auf breiter Basis deutlich günstiger ist als das Wohnen zur Miete", erklären die Macher der Studie, Prof. Michael Voigtländer und Björn Seipelt. "Bei einer gesamtdeutschen Betrachtung ist der Erwerb von Wohneigentum durchschnittlich rund 41 Prozent günstiger als das Mieten."

Je nach Preisniveau vor Ort kann die "Vorteilhaftigkeit des Wohneigentums" recht unterschiedlich ausfallen. Bei den Metropolen etwa haben die Forscher trotz der hohen Immobilienpreise in München einen Vorteil von 34 Prozent im Verhältnis von Eigentum und Miete ermittelt, in Hamburg sogar von 47 Prozent. Auf alle deutschen Kreise bezogen variierte die bessere Wirtschaftlichkeit des Eigentums zwischen 13 Prozent und 67 Prozent. Selbst bei einer höheren Belastung durch steigende Baugeldzinsen, so die Studie, bleibe das Wohnen im Eigentum vielerorts wirtschaftlicher als in der Mietwohnung.

Insgesamt kommt der Accentro-IW Wohnkostenreport zu dem Ergebnis, "dass die Relation der Kosten beider Wohnformen keine Überhitzung des Wohnungsmarktes signalisiert." Angesichts des Vorteils zugunsten des Eigentums "könnten die Kaufpreise zukünftig sogar noch weiter steigen". Die Kaufneigung der Nachfrager habe jedoch während der letzten Jahre lediglich geringfügig zugenommen. Die Gefahr einer Immobilienblase ist daher für das IW Köln nicht gegeben.

Unterdessen hat der deutliche Anstieg der Immobilienpreise auch die Mittelstädte mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern erfasst, wie eine Auswertung des Immobilienportals immowelt.de ergeben hat. Wichtige Faktoren für die höheren Anschaffungskosten für Immobilien seien landschaftlicher Reiz und schnelle Erreichbarkeit von Großstädten auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. "Am teuersten sind Wohnungen und Häuser in den Mittelstädten Konstanz, Tübingen und Rosenheim", heißt es in einer immowelt-Mitteilung. Auch in Landshut und Bad Homburg müssten Käufer tief in die Tasche greifen. Für die genannten fünf Städte hat die Untersuchung Preissteigerungen in Höhe von 38 bis 95 Prozent seit 2011 festgestellt. Die teuerste Mittelstadt ist Konstanz am Bodensee mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.118 Euro.


Redaktion: Joachim Hoffmann