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Wohnen: Enges Sachsen, großzügiges Saarland

Wie großzügig wohnen die Deutschen? Im Westen Deutschlands sind Wohnungen meist großzügiger zugeschnitten als im Osten. Das zeigt eine aktuelle Studie von Check24. Gleichzeitig berichtet das Umweltbundesamt von einem Anstieg des Flächenverbrauchs zum Wohnen.

Wohnen in Dresden: Beengter als in anderen Städten Deutschlands.

Wohnen in Dresden: Beengter als in anderen Städten Deutschlands.

(München, 10.10.2016) Kleines Bundesland, große Wohnungen: Im Saarland haben Miet- und Eigentumswohnungen im Schnitt die größte Wohnfläche. Das ergab eine Studie zum Thema Wohnen des Vergleichs- und Vermittlungsportals Check24, das hierzu die Daten der dort abgeschlossenen Hausratversicherungen ausgewertet hat. 99 Quadratmeter stehen den Saarländern durchschnittlich als Fläche zum Wohnen zur Verfügung - das ist mehr als in jedem anderen Bundesland. Während in Rheinland-Pfalz die durchschnittliche Wohnfläche noch bei 96 Quadratmetern liegt, können ansonsten nur noch Niedersachsen und Baden-Württemberg Wohnungen von 90 Quadratmetern oder mehr vorweisen.

Erwartungsgemäß eng geht es in den Stadtstaaten zu. Die Hamburger begnügen sich mit 67,8 Quadratmetern, den Berlinern stehen im Schnitt 70,1 und den Bremern 73,9 Quadratmeter zum Wohnen zur Verfügung. Überraschend wenig Wohnfläche hat eine durchschnittliche Wohnung in Sachsen, das mit 71,6 Quadratmetern nur knapp vor Berlin und hinter Bremen rangiert. Als möglichen Grund für die relativ kleinen Wohnungen in Sachsen nennen die Autoren der Studie den hohen Anteil an Großstadtbewohnern: "Über ein Viertel der sächsischen Bevölkerung lebt in den beiden größten Städten Leipzig und Dresden."

Insgesamt zeige sich ein Ost-West-Gefälle, heißt es in der Studie. Einwohner aus den östlichen Bundesländern verfügen über rund 11 Quadratmeter weniger Wohnfläche als die Einwohner in den westlichen Bundesländern. Im Städteranking liegt die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart trotz hoher Immobilienpreise vorn: Durchschnittlich 76,4 Quadratmeter gönnen sich die Stuttgarter zum Wohnen, das ist so viel wie in keiner anderen deutschen Großstadt. Schlusslicht ist Dresden mit 63,4 Quadratmetern pro Wohnung.

Nach einer Erhebung des Umweltbundesamtes ist in den vergangenen Jahren die gesamte Wohnfläche in Deutschland stärker gewachsen als die Bevölkerung. Damit steht den Deutschen pro Kopf mehr Raum zum Wohnen zur Verfügung als in früheren Zeiten. "Die tatsächlich genutzte Wohnfläche nahm zwischen 2000 und 2014 um 13,9 Prozent zu", schreibt das Umweltbundesamt mit Verweis auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Vor diesem Hintergrund mahnt die Behörde, beim Bauen den Flächenverbrauch nicht außer Acht zu lassen: "Ziel muss es sein, knappe Fläche nachhaltig und umweltschonend, ökonomisch effizient und sozial gerecht mit Rücksicht auf künftige Generationen zu nutzen."


Redaktion: Thomas Hammer