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Wohnen im Keller liegt im Trend

Immer mehr Menschen nutzen das Untergeschoss zum Wohnen und Arbeiten und nicht mehr nur als Abstellraum. Obwohl er die Baukosten um bis zu einem Drittel erhöht, ist der Keller für die meisten Bauherren unverzichtbar.

Baustelle Einfamilienhaus

Bauen und Wohnen: Renaissance des Kellers?

(München, 14.09.2016) Beim Wohnen im eigenen Zuhause kommt jetzt verstärkt eine bisher ungenutzte Fläche ins Gespräch: der Keller. Lange Zeit galt der Verzicht auf einen Keller als Strategie, Baukosten zu sparen. Doch inzwischen stellt sich für viele Bauherren eher die Frage, den Keller zum Wohnen zu nutzen. "Der Trend geht heute eindeutig zum Wohnkeller", sagt Michael Gruben von der Firma Glatthaar-Fertigkeller in einem Interview mit dem Portal Immobilienscout24. Gruben verweist auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten eines Wohnkellers, sei es als Home-Office, als Einliegerwohnung zur Vermietung oder auch als Wohnstätte für pflegebedürftige Angehörige.

Der Experte betont, dass das Wohnen in einer Einliegerwohnung im Keller dazu dienen könne, "zu einem Teil der Baufinanzierung beizutragen", denn die KfW-Förderung werde pro Wohneinheit gewährt. Außerdem weist er darauf hin, dass ein Wohnkeller den Wohnwert eines Hauses ebenso erhöhe wie seinen Wiederverkaufswert. Grundsätzlich sei es möglich, einen Keller nachträglich zum Wohnkeller auszubauen. Doch dann müssten bereits bei der Planung entsprechende Raumhöhen und Tageslichtöffnungen vorgesehen werden. Falls es die baurechtlichen Gegebenheiten zuließen, sollte erwogen werden, das Kellergeschoss teilweise aus dem Boden ragen zu lassen, um so die Versorgung mit natürlichem Licht sicherzustellen. So wird es möglich, das Wohnen im Untergrund schöner zu gestalten.

Ein Kellerverzicht ist für das Ratgeberportal Aktion pro Eigenheim nur in Ausnahmefällen denkbar. "Felsiger Untergrund oder zu hoch stehendes Grundwasser können die Baukosten für den Keller in die Höhe treiben. Deshalb ist ein Baugrundgutachten immer der erste Schritt in Sachen Kellerplanung." Die Fachleute verweisen noch auf einen zusätzlichen Aspekt pro Keller. So sei der Schallschutz bei nicht unterkellerten Reihen- und Doppelhäusern mit kleinen Grundflächen um bis zu fünf Dezibel schlechter als mit Keller. "Wer also in der Reihe baut, sollte auf ein Kellergeschoss nicht verzichten."

Liegt Wohnen mit Keller also im Trend? Die Renaissance des Kellers kommt zumindest auch in einer Umfrage des Marktforschungsunternehmen BauInfoConsult aus dem vergangenen Jahr zum Ausdruck. Befragt wurden 644 private Bauherren, die ein Massiv- oder Fertighaus bauten. "Der zusätzliche Platz und die Nutzungsmöglichkeiten, die ein Keller bietet, überzeugt die Mehrheit der privaten Bauherren offenbar - und zwar unabhängig von der Bauweise", erklären die Marktforscher. 61 Prozent der Massivhauserbauer erklärten die Unterkellerung für unverzichtbar, bei den Fertighauskunden waren es 53 Prozent. Entsprechend erklärten sich im Massivbau 35 Prozent der Befragten bereit, den Keller wegzulassen, bei den Fertighausbauherren waren es 40 Prozent. Diese Gruppe sei auch Fertigkellern gegenüber wesentlich aufgeschlossener als die Anhänger der Massivhausbauweise.


Redaktion: Joachim Hoffmann