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Wohnimmobilien: Preisentwicklung bleibt dynamisch

Für Wohnimmobilien erwartet das Beratungs- und Forschungsinstitut Gewos in 2016 eine Umsatzsteigerung um neun Prozent und weitere Rekordwerte am deutschen Markt. Damit setzt sich nach Ansicht der Forscher der starke Preisanstieg bei Wohnimmobilien nur leicht gebremst fort.

Wohnimmobilien bleiben teuer - allerdings mit leicht gebremstem Preisanstieg.

Wohnimmobilien bleiben teuer - allerdings mit leicht gebremstem Preisanstieg.

(München, 11.10.2016) Für das Jahr 2015 hat Gewos in seiner aktuellen Immobilienanalyse einen Anstieg der Immobilienpreise um zwölf Prozent ermittelt, der Geldumsatz lag bei einer Steigerung von 16 Prozent bei 213,9 Milliarden Euro und damit erstmals über der 200-Milliarden-Euro-Marke. Fast 150,9 Milliarden (rund 71 Prozent) davon entfielen auf Wohnimmobilien, deren Umsätze seit 2010 laut Studie um 53 Prozent gestiegen sind. Im laufenden Jahr werde das Transaktionsvolumen für Eigenheime, Mehrfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Wohnbauland um neun Prozent auf etwa 165 Mrd. Euro steigen (Gesamtmarkt rund 230 Milliarden Euro).

Das mit Abstand wachstumsstärkste Segment bleibt laut Gewos das Segment für Eigentumswohnungen. Hier erwarten die Forscher für 2016 einen Anstieg um 14 Prozent. "Seit dem Jahr 2010 ergibt sich ein Anstieg der Umsätze mit Eigentumswohnungen um rund 88 Prozent." Für die Bereiche Ein- und Zweifamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und Wohnbauland sind laut Studie im laufenden Jahr Preissteigerungen von sechs bis sieben Prozent zu erwarten. Auch für 2017 rechnet die Gewos-Analyse mit weiter steigenden Preisen für Wohnimmobilien.

Als Gründe für diese dynamische Entwicklung nennen sie "die weiter steigende Nachfrage nach Immobilien - auch aufgrund der hohen Zuwanderung nach Deutschland - sowie die anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen und das stabile wirtschaftliche Wachstum." Die bisherige und für die kommenden Jahre zu erwartenden Umsatzsteigerung sei "der dynamischen Entwicklung der Kaufpreise geschuldet, die Transaktionszahlen zeigen eine nur moderat positive Tendenz", erklären die Immobilienexperten.

Nach wie vor zeigten sich am Markt der Wohnimmobilien große regionale Unterschiede in puncto Preisdynamik und -niveau. Den größten prozentualen Zuwachs verzeichnete Gewos im Jahr 2015 in Stuttgart, Bochum und Frankfurt/Main. Das höchste Preisniveau ist weiterhin bei Wohnimmobilien in München zu verorten. Der Gewos-Kaufpreisindex (KPI) besagt, dass in der bayerischen Metropole für den Erwerb einer Wohnimmobilie 31 Jahreseinkommen investiert werden müssen. "Auch in einigen Landkreisen im Münchner Umland sowie Düsseldorf, Potsdam, Freiburg und Baden-Baden müssen angesichts eines KPI von mehr als 21 Punkten überdurchschnittlich hohe Kaufpreise gezahlt werden, wenn die regionale Kaufkraft als Maßstab angelegt wird."

Inzwischen hat der Immobilienboom auch Länder und Regionen erfasst, die bislang nicht im Fokus standen. So konstatieren die Landesbausparkassen (LBS) zum Beispiel im Saarland und Schleswig-Holstein eine wachsende Dynamik bei den Preisen für Wohnimmobilien. Für das laufende Jahr verzeichnet die saarländische LBS bei neuen Eigentumswohnungen in den Städten Preissteigerungen von bis zu 15 Prozent. Noch stärker ziehen laut LBS die Preise für Bestandswohnungen mit bis zu 17 Prozent an. Nur in Saarbrücken seien die Preise stabil, da hier "ein großes Angebot an innerstädtischen Neubauten existiert und sich damit die Nachfrager eher darauf konzentrieren", erklärt Peter Becker, Regionaldirektor der LBS Immobilien GmbH.

Auch im Hohen Norden ziehen die Immobilienpreise spürbar an. "Insgesamt stiegen die Preise in den großen Städten Schleswig-Holsteins im Zeitraum 2014 bis 2016 dynamischer als am Hamburger Stadtrand", heißt es in einer Mitteilung der LBS Schleswig-Holstein-Hamburg AG. "Kiel, Lübeck und Flensburg haben in den letzten zwei Jahren nachgelegt und damit an die Preissteigerungsraten am Hamburger Stadtrand von rund 30 Prozent seit 2012 angeschlossen", erläutert Wolfgang Ullrich, Geschäftsführer der LBS Immobilien GmbH. An der Spitze liegen begehrte Wohnlagen in Kiel, Wedel und Ahrensburg, die teuersten Bestands-Eigentumswohnungen gibt es laut Studie in Travemünde und in Kiel.


Redaktion: Joachim Hoffmann