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Wohnung auf Zeit im Trend

Der Bedarf an einer vorübergehend gemieteten Wohnung steigt sowohl bei Studierenden als auch bei Berufstätigen. Mehrere Immobilienportale registrieren einen Zuwachs an Unterkünften und eine stärkere Differenzierung des Angebots.

Zuhause auf Zeit: Viele mieten ihre Wohnung nur vorübergehend.

Zuhause auf Zeit: Viele mieten ihre Wohnung nur vorübergehend. Foto: Interhyp AG

(München, 24.11.2016) "Wohnen auf Zeit boomt", erklärt das Vermittlungsportal Uniplaces in einer Mitteilung und verweist auf steigende eigene Umsatzzahlen. "Der Bedarf steigt vor allem bei Austauschstudenten und Praktikanten stetig, aber auch bei Berufstätigen, die aufgrund eines zeitlich begrenzten Projektes, fernab ihres Wohnortes, zeitweise eine Unterkunft benötigen." Bachelor- und Master-Studenten stellten mit 64 Prozent die größte Gruppe der Interessenten an einer Wohnung auf Zeit dar. Über 10 Prozent mieteten für ein Praktikum im Rahmen des Studiums oder eines Berufspraktikums eine zeitlich befristete Unterkunft. Neun Prozent gaben andere Beweggründen an, um ein befristetes Zimmer oder eine Wohnung zu mieten. Nach Angaben von Uniplaces sind möblierte Apartments "durchschnittlich mindestens fünf Monate vermietet".

Auch das Immobilienportal Immobilienscout24 registriert eine Zunahme des "temporären Wohnens". Vor allem Metropolen wie Berlin, Düsseldorf, Köln, Hamburg, München und Frankfurt seien gefragt. Nicht selten seien Arbeitskräfte für ein Projekt an einen anderen Standort beordert, vor allem in der Baubranche, und suchten deshalb für die Dauer ihres Aufenthalts vorübergehend eine Wohnung. Für solche "Jobnomaden" biete Wohnen auf Zeit den Vorteil, "dass es günstiger ist als ein Hotel oder eine andere Unterkunft und auch in puncto Gemütlichkeit überzeugen kann".

Der Immobilienvermittler Immowelt sieht Vorteile dieses Wohnmodells auch für weitere Personengruppen, zum Beispiel für Menschen, die für eine neue Arbeitsstelle den Wohnort wechseln. "Sie können dann vor Ort ganz in Ruhe nach der Traumwohnung suchen". Dann kann gegebenenfalls auch die Familie stressfrei nachziehen. "Eine gute Übergangslösung", so Immowelt weiter, "ist möbliertes Wohnen selbst für Menschen, die ihren alten Mietvertrag schon gekündigt haben, deren neue Wohnung aber noch nicht bezugsfertig ist. Die eigenen Möbel können dann in der Zwischenzeit einfach eingelagert werden." Immobilienscout24 nennt auch private Angelegenheiten wie Beziehungskrise, Trennung vom Partner oder die vorübergehende Pflege eines Angehörigen als Gründe, die Menschen dazu bewegen, das Wohnen auf Zeit in Anspruch zu nehmen.

Neben dem Studierenden-Wohnheim ist die Zwischen- oder Untermiete eine klassische Form temporären Wohnens. Das kann ein WG-Zimmer betreffen oder auch eine ganze Wohnung. Vorteil: Möbel und Gerätschaften wie Waschmaschine, Kühlschrank oder WLAN-Router sind bereits vorhanden und können (mit)genutzt werden. Wichtig sind klare Absprachen und Vertragsregelungen.

Für Anspruchsvollere gibt es Apartmenthotels, auch Aparthotels genannt, sowie Boardinghouses. In beiden Fällen werden häufig Zimmerservice (Reinigung, Bereitstellung von Handtüchern und Bettwäsche) sowie Frühstück mit angeboten. Immobilienscout24 verweist auf das Zertifizierungssystem für Betreiber von "Serviced Apartments". Anhand der Kategorien AA (für einfache Ansprüche) bis AAAAA (für höchste Ansprüche) kann sich der oder die Suchende seine Bleibe wählen.

Immobilienvermittler gehen von einer anhaltend wachsenden Nachfrage beim Wohnen auf Zeit aus - ebenso wie die Branche. Nach Angaben von Immobilienscout24 schätzen "rund 80 Prozent der Anbieter von Serviced Apartments die zukünftige Marktentwicklung als äußerst positiv ein, während 20 Prozent eine neutrale Marktentwicklung erwarten".


Redaktion: Joachim Hoffmann