Zinskommentar Archiv
Zinsen starten tiefer in das neue Jahr
Vor dem Hintergrund schwacher Indikatoren für die US-Konjunktur und historischer Höchstpreise beim Rohöl sind die Kapitalmarktzinsen in den USA und Euroland in den ersten Tagen des Jahres 2008 gesunken. Der amerikanische Einkaufsmanager-Index fiel auf den tiefsten Stand seit 2003 und hat die Rezessionsbefürchtungen gleich zu Jahresbeginn wieder aufleben lassen. Spekulationen auf weitere Leitzinssenkungen in den USA treten erneut in den Vordergrund und haben den Euro wieder auf über 1,47 US-Dollar steigen lassen. Damit wächst auch die Belastung für die europäische Exportwirtschaft weiter an und dämpft die Konjunkturerwartungen in Euroland. Das Jahr startet also mit den bereits bekannten alten Themen: steigende Ölpreise, Rezessionsangst in den USA, Inflationsbefürchtungen der Zentralbanken und starker Euro. Für die nächsten Wochen erwarten wir daher bei den Kapitalmarktzinsen eine Seitwärtsbewegung auf niedrigem Niveau. Erst im Laufe des ersten Quartals wird sich klarer zeigen, wie schwach die US-Wirtschaft bzw. der amerikanische Konsument, der ja für rund 70% der dortigen Wirtschaftsleistung verantwortlich ist, tatsächlich ist und ob die niedrigen US-Zinsen daher wirklich gerechtfertigt sind. Die Europäische Zentralbank (EZB) jedenfalls wird eventuelle Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) nicht nachvollziehen, sondern ihre Leitzinsen vorerst weiter bei 4,0% halten und damit versuchen, den sich bereits abzeichnenden Zweitrundeneffekten im Inflationsbereich entgegenzuwirken.
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