Maklerkosten

Maklerkosten: Die neuen Regeln und ihre Folgen für Kapitalanleger

Wer als Kapitalanleger eine Wohnung kauft und vermietet, muss damit rechnen, die Maklerprovision für die Vermietung tragen zu müssen. Interhyp hat für Sie die Regelungen zusammengefasst.

Zwei Schlüssel an einem Bund

"Wer bestellt, zahlt"

Bei der Vermietung von Wohnungen gilt seit Mitte 2015: Wer einen Makler beauftragt, muss ihn auch bezahlen. Die zuvor übliche Praxis, dass der Wohnungssuchende bei Abschluss des Mietvertrags auch die Maklercourtage übernimmt, wird damit hinfällig. Für Eigentümer einer Immobilie oder Kapitalanleger verteuert sich dadurch die Vermietung per Makler. Diese möglichen Kosten sollten Kapitalanleger künftig schon beim Kauf und bei der Planung der Immobilienfinanzierung einkalkulieren.

Gesetz

Das novellierte Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung (WoVermRG) trat zum 1. Juni 2015 in Kraft. Die wichtigsten Regelungen:

  • Makler werden bei der Vermietung von Wohnraum künftig vom Besteller bezahlt, davon abweichende Vereinbarungen sind unwirksam.
  • Wenn Eigentümer und Mieter den Makler parallel beauftragen, muss der Eigentümer die Courtage zahlen. Vom Mieter kann diese nur eingefordert werden, wenn der Makler Angebote ausschließlich wegen eines Auftrags des Mieters einholt.
  • Der Vermieter darf die Maklerkosten nicht auf anderen Wegen weiterreichen, etwa durch eine überhöhte Ablöse.
  • Ein wirksamer Wohnungsvermittlungsvertrag mit dem Makler muss bei Vermietung künftig in Textform erfolgen. Eine Vereinbarung ist auch per E-Mail möglich.
  • Bei Verstößen gegen die neuen Regeln drohen Bußgelder.

Maklergebühren

Bei der Vermietung können Makler bis zu zwei Nettokaltmieten zuzüglich Umsatzsteuer (§ 3 Abs.2 WoVermRG) fordern.

Andere Spielregeln gelten hingegen beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie: Hier kann frei ausgehandelt werden, wie hoch die Maklercourtage ist und wer die Kosten trägt. Je nach Region und Marktumfeld teilen sich viele Käufer und Verkäufer die übliche Maklerprovision von bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises (inklusive Mehrwertsteuer). In begehrten Lagen trägt der Erwerber aber einen größeren Anteil an den Kosten, zum Teil auch die vollen Kosten.

Die derzeit üblichen Kaufnebenkosten beim Kauf oder Verkauf von Immobilien finden Sie in unserer Deutschlandkarte Kaufnebenkosten. Bei der Planung einer Immobilienfinanzierung sollten diese Kosten auch immer bedacht werden.