Wie entwickeln sich die Bauzinsen in der Baufinanzierung? Unsere Zins-Charts

Wenn Sie ein Immobiliendarlehen aufnehmen, machen die Zinsen einen großen Teil der Kosten aus. Schon minimale Unterschiede hinter dem Komma können über tausende von Euro oder einige Jahre Kreditlast entscheiden. Daher beobachten wir das aktuelle Zinsniveau und dessen Auswirkungen auf die Baufinanzierungen sehr genau. Sie erhalten von uns sämtliche Informationen. Wir zeigen Ihnen, was der aktuelle Anstieg bei den Zinsen bei einem Baudarlehen für Sie bedeutet. Fragen Sie gerne eine Finanzierung bei uns an!

von Britta Barlage in München, aktualisiert 04.08.2022

Zinsentwicklung und Expertenmeinungen: Hier finden Sie wichtige Infos & aktuelle Bauzinsen

Wie geht es weiter?

  • Berechnen Sie mögliche Konditionen für die Finanzierung.
  • Lassen Sie sich unverbindlich beraten.
  • Beobachten Sie Ihren persönlichen Zins mit unserem Zinsradar.
  • Bleiben Sie über Zinsen und Baufinanzierung auf dem Laufenden mit unserem Newsletter.

Das Wichtigste in Kürze

Nachdem die Zinsen in den vergangenen Wochen die 3-%-Marke überschritten hatten, haben sie mit mehr als einem halben Prozentpunkt merklich nachgegeben und liegen aktuell wieder knapp unter 3 %.

Der Grund: Konjunktursorgen überflügeln Inflationsbefürchtungen. Expertinnen und Experten sehen in den gefallenen Zinsen aber nur eine kurzfristige Entwicklung und halten einen weiteren Anstieg im Jahresverlauf aufgrund der Inflation sowie der Erwartungen an die weitere straffere Geldpolitik der Notenbanken für wahrscheinlich.

Unsere Empfehlung: Wir raten Käuferinnen und Käufern und allen, die bauen wollen, die Zinsentwicklung weiter zu verfolgen, Konditionen zu vergleichen und, wenn möglich, das momentan günstige Zinsniveau für sich zu nutzen. Genauso wichtig: vorausschauende Planung. Bauspar- oder Forwarddarlehen können im steigenden Zinsumfeld eine sinnvolle Ergänzung für die Immobilienfinanzierung sein und niedrigere Zinsen für die Zukunft sichern.

Früher und heute: Unsere Zins-Charts zeigen Immobilienzinsen im Vergleich

Die Zinsen für Baufinanzierungen waren in den vergangenen 40 Jahren nie auf einem so niedrigen Niveau wie in den letzten Jahren. Seit Beginn des Jahres 2022 bewegten sich die Zinsen erstmals wieder in einem Aufwärtstrend. Aktuell scheinen die Zinsen aber erneut zu sinken.
Auch wenn letztlich niemand sagen kann, wie sich die Zinsen genau entwickeln, empfehlen wir: Sollten Sie den Bau oder Kauf einer Immobilie planen, warten Sie nicht zu lange und nutzen Sie jetzt die günstigen Immobilienzinsen für sich. Natürlich sollten Sie dennoch die Finanzierung gut überlegen und sich beraten lassen.

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Für Ihre Baufinanzierung lohnt sich der Zinsvergleich. Denn mit Interhyp nutzen Sie den idealen Zeitpunkt für Ihre Finanzierung. Und Ihre Beraterin oder Ihr Berater bietet Ihnen die passende Lösung aus den Angeboten von über 500 Darlehensgebern.

Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

Auch wenn sich das Zinsniveau aktuell ein wenig entspannt, sind sich viele Expertinnen und Experten einig, dass die Zinsen kurzfristig gleichbleiben, im Verlauf des Jahres aber wahrscheinlich wieder steigen.

*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben wir Experten der Allianz, Commerzbank, Deutschen Bank, DKB Deutsche Kreditbank, HypoVereinsbank, ING Deutschland, PSD Rhein-Neckar-Saar, PSD Rhein-Ruhr, Santander und Sparkasse Hannover befragt. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "gleichbleibend", "fallend" oder "steigend" angegeben haben.
Das Bauzins-Trendbarometer gibt Ihnen eine Prognose, wie sich die Zinsen für Baudarlehen entwickeln. Sie erhalten einen ersten Eindruck über die Lage am Markt und entscheiden dadurch vielleicht sogar, wann der richtige Zeitpunkt für Sie gekommen ist.

Interhyp-Zinsbericht

Interhyp gibt im monatlichen Interhyp-Zinsbericht eine Einschätzung zu den Immobilienzinsen aktuell und eine Prognose zur kommenden Zinsentwicklung. Interhyp befragt zudem ein Expertenpanel von zehn namhaften deutschen Kreditinstituten zur Einschätzung der Hypothekenzinsen: Wie werden sich die zehnjährigen Baugeldzinsen kurz- sowie mittel- und langfristig entwickeln? Mit diesen Informationen lassen sich die Zinsen für Baudarlehen im Vergleich deutlich leichter beurteilen. So können Sie sich für Ihr Baudarlehen Konditionen sichern, die für Sie besonders günstig sind - oder auf Basis unserer Prognose auf bessere Konditionen warten. Das Ergebnis der aktuellsten Befragung finden Sie immer auch hier auf unserer Seite. Erfahren Sie mehr zu den Zinsen für Immobilienkredite - und zu den Auswirkungen auf die Hausfinanzierung.

Zinsbericht und Interhyp-Bauzins-Trendbarometer August 2022:

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Immobilienkäufer und -käuferinnen mit Finanzierungsbedarf können etwas aufatmen. Nach dem Rekordanstieg der zehnjährigen Konditionen im ersten Halbjahr auf rund 3,4 % in der Spitze haben die Zinsen im Verlauf des Julis um mehr als einen halben Prozentpunkt merklich nachgegeben – trotz der historischen Leitzinsanhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 21. Juli. Grund dafür sind die Rezessionsbefürchtungen. Eine grundlegende, längerfristige Trendumkehr ist aber nicht zu erwarten. Die Bauzinsen liegen mit aktuell 2,8 % Anfang August noch immer deutlich über dem Niveau vom Jahresbeginn, als Kredite für rund 1 % zu haben waren. Die von uns monatlich im Interhyp Bauzins-Trendbarometer befragten Expertinnen und Experten erwarten auf Halbjahres- und Jahressicht mehrheitlich leicht weiter steigende Zinsen. Viele erwarten bis Jahresende 2022 ein Niveau von etwa 3,5 %, einige wenige halten auch 4 % für möglich. Wer einen Kredit benötigt, sollte mehr denn je die Konditionen vergleichen, um das Zwischentief bestmöglich für sich zu nutzen."
Auch wenn die Volkswirtschaften vieler Länder angesichts des Ukraine-Kriegs, der Corona-Pandemie und weltweiter Lieferschwierigkeiten am Rande einer Rezession stehen, haben die Notenbanken mit Blick auf die Rekordinflation zuletzt bekräftigt, dass sie die Normalisierung der Geldpolitik fortführen wollen.
Wir raten Käuferinnen und Käufern und allen, die bauen wollen, das Zinsniveau weiter zu verfolgen, und, wenn möglich, das momentan günstige Zinsniveau für sich zu nutzen. Die grundsätzliche Entscheidung für eine Immobilie sollte aber nicht vom Zinsniveau abhängig gemacht werden. Finanzierung und Immobilie müssen zu der eigenen Lebensplanung passen. Das gilt ebenso für den Kaufpreis und die finanziellen Möglichkeiten. Kaufinteressenten und -interessentinnen sollten versuchen, das sich ändernde Marktumfeld für Preisverhandlungen zu nutzen. Interhyp sieht eine wieder zunehmende Verhandlungsbereitschaft bei Verkäuferinnen und Verkäufern sowie wieder ein größeres Angebot.

Wie erhalten Sie Top-Zinsen?

Wenn Sie Geld anlegen, werden die Konditionen klar angezeigt, beim Tagesgeld oder Festgeld. Ebenso wenn Sie ein Girokonto anlegen. Oft finden Sie leicht Banken, die Ihnen gute Zinsen anbieten. Wenn Sie eine Immobilie finanzieren, ist das anders. Denn viele Faktoren beeinflussen den Zinssatz. Das ist zum einen der aktuelle Marktzins, aber es fließen auch weitere Punkte in die Berechnung ein:
  • Beruf
    Banken mögen es, wenn Darlehensnehmer beruflich gut abgesichert sind, da sie dann ein geringeres Risiko bei der Rückzahlung darstellen. Daher erhalten Beamte und Beamtinnen oft Top-Zinsen. Selbstständige oder Rentner und Rentnerinnen müssen hingegen mit einem höheren Zinssatz rechnen
  • Bonität
    Wie sicher kann jemand sein Darlehen zurückzahlen? Banken prüfen Ihre Einkommenssituation genau. Mit Ihrer Einwilligung holt die Bank auch eine SCHUFA-Auskunft ein, um Ihr Zahlungsverhalten einzuschätzen. Je besser Ihre Bonität eingeschätzt wird, desto eher erhalten Sie Top-Zinsen.
  • Wohnort
    Viele Banken arbeiten regional begrenzt. Deshalb müssen Sie die Postleitzahl angeben. Zusätzlich prüfen die Banken, wie es um Angebot und Nachfrage in der jeweiligen Region steht. Sie kennen das: Manche Regionen und Lagen sind beliebter als andere. Je gefragter eine Immobilie ist, desto schneller findet sie einen Käufer / eine Käuferin. Und desto besser sind die Zinsen. Schließlich sinkt bei gefragten Immobilien das Risiko für die Banken, dass sie ihr Geld nicht zurückerhalten.
  • Höhe des Darlehens
    Viele Banken vergeben Top-Zinsen nur für bestimmte Mindest- oder Höchstsummen. In diesem Korridor sind Top-Zinsen zu erwarten, für niedrigere oder höhere Darlehenssummen steigt der Zinssatz.
  • Eigenkapital
    Als Faustregel gilt: Je weniger Sie das Darlehen benötigen, desto eher erhalten Sie Top-Zinsen. Denn umso mehr Geld Sie haben, desto geringer ist das Risiko der Bank. Daher hält viel Eigenkapital den Zinssatz niedrig.
  • Sollzinsbindung
    Keine Bank kann voraussehen, wie sich die Zinsen in Zukunft entwickeln. Eine lange Laufzeit der Zinsbindung kostet daher einen Zinsaufschlag. Derzeit sind die Zinsen niedrig. Daher empfiehlt es sich trotz Aufschlag: Sichern Sie sich die günstigen Konditionen für möglichst viele Jahre.
  • Tilgungshöhe:
    Wenn Sie bereits am Anfang viel zurückzahlen, zahlen Sie das Darlehen insgesamt schneller zurück. Das verringert das Risiko der Bank und wird mit Top-Zinsen belohnt. Entscheiden Sie sich für ein Volltilger-Darlehen? Dann erhalten Sie meist einen Abschlag auf den Zinssatz. Auch auf diesem Weg können Sie sich Top-Zinsen sichern. Bitte vergleichen Sie die verschiedenen Darlehensarten sehr sorgfältig.
  • Sondervereinbarungen:
    Um Ihre Immobilie bestmöglich zu finanzieren, können einige zusätzliche Vereinbarungen helfen, etwa:
    - eine möglichst lange Phase ohne Bereitstellungszinsen
    - kostenlose Sondertilgungen
    - die Möglichkeit, die Tilgungshöhe anzupassen.
    Nicht jeder Darlehensgeber bietet diese Möglichkeiten, und auch die Konditionen können stark schwanken. Nur wenn Sie wirklich viele Angebote vergleichen, erhalten Sie ein individuell zugeschnittenes Darlehen mit Top-Zinsen
  • Marge der Bank
    Jede Bank erhebt einen Aufschlag auf den Marktzinssatz. Damit decken sie ihre Kosten und erwirtschaften ihren Gewinn. Auch daher gilt es, möglichst viele Angebote von Banken zu vergleichen.
In der Regel berücksichtigt jede Bank diese Faktoren, um den Zinssatz für ein Angebot zu bestimmen. Doch nicht jede Bank bewertet Ihre individuelle Situation gleich.
Ihr Nachbar / Ihre Nachbarin erhält Top-Zinsen von Bank A? Dann muss das für Sie nicht gelten und vielleicht bietet für Sie Bank B den besseren Zinssatz. Daher ist der Vergleich so wichtig.
Bei uns erhalten Sie ihn ganz unverbindlich. Die Expertinnen und Experten von Interhyp sind an keine Bank und kein bestimmtes Produkt gebunden. Sie handeln in Ihrem Interesse. Gemeinsam vergleichen Sie Angebote von über 500 Anbietern. So finden Sie bestimmt Ihren persönlichen Top-Zins und eine Immobilienfinanzierung , die zu Ihnen und Ihren Wünschen passt - und Ihnen den Traum vom eigenen Haus erfüllt.
Generell nutzt jede Bank diese Faktoren, um den Zinssatz für das Angebot zu bestimmen. Doch nicht jede Bank bewertet Ihre individuelle Situation gleich. Wenn Ihr Nachbar Top-Zinsen von Bank A erhält, kann für Sie Bank B den besseren Zinssatz im Angebot haben. Nutzen Sie deshalb unbedingt die Möglichkeit zu einem kostenlosen und unverbindlichen Vergleich. So finden Sie die Bank, die Ihnen für Ihren Traum vom Haus die besten Hypothekenzinsen anbietet. Die Baufinanzierungsexperten von Interhyp sind an keine Bank und kein bestimmtes Produkt gebunden. Sie nehmen gemeinsam mit Ihnen einen Vergleich der Angebote von mehr als 500 Anbietern zur Baufinanzierung vor. So finden Sie immer Ihren persönlichen Top-Zins und eine Immobilienfinanzierung, die zu Ihnen und Ihren Wünschen passt.
Wichtig: Auch wenn die Hypothekenzinsen beziehungsweise Bauzinsen aktuell niedrig sind. Schließen Sie nichts voreilig ab. Planen Sie vielmehr wohlüberlegt. Und dazu gehört ein sorgfältiger Vergleich der Banken. Nutzen Sie den Zinsbericht von Interhyp, um auf dem Laufenden zu bleiben. Gut beraten sind Sie nur mit objektiven Expertinnen und Experten, die Sie über mögliche Darlehensvarianten aufklären und mit allen wichtigen Informationen versorgen.

Kurz und knapp: Das sagen die Fachleute

Kurzfristig, also auf Sicht der nächsten Wochen, erwarten die meisten Expertinnen und Experten gleichbleibende Zinsen, auf Halbjahres- und Jahressicht gehen viele wieder von leicht steigenden Niveaus aus.

Allianz

"Für Investoren sind die aktuellen Märkte schwierig. Die Zinsen sind nach Abzug der Inflation deutlich negativ, die Aktienmärkte sind mit Blick auf die beobachtete wirtschaftliche Abschwächung mit Risiken verbunden und die Immobilienwerte erwirtschaften unter Berücksichtigung der zukünftigen Investitionen in Klimaschutz zu den derzeitigen Preisen wenig Rendite."

Commerzbank

"Die hohe Volatilität zeigt die Unsicherheit an den Finanzmärkten. Jedenfalls liegen die Bundrenditen in allen Laufzeitenbereichen um rund 90 Basispunkte unter denen von Mitte Juni. Seitdem haben sich die Konjunkturaussichten auch deutlich eingetrübt. Eine drohende Energiekrise belastet das Wachstum für den Euroraum und noch stärker für Deutschland. Dies zeigen die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, die alle unter die 50-Punktemarke gesunken sind und der Ifo-Geschäftsklimaindex, dessen Erwartungsindex mit 80,3 Punkte im Juli auf Rezessionsniveau absackte. Wir gehen davon noch aus, dass im Euroraum und in Deutschland eine Rezession vermieden werden kann, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür zunimmt. Trotz Einsparungen beim Energieverbrauch und der Belastung durch hohe Preise dürfte die Produktion die Konjunktur unterstützen, da sich Lieferengpässe auflösen und der rekordhohe Auftragsbestand abgearbeitet werden muss. Die EZB wird ihren Leitzins bei jeder Sitzung bis Mai 2023 um 25 Basispunkte erhöhen. Im Mai dürfte der Einlagensatz bei 1,5 % liegen. Die US-Notenbank dürfte ihren Leitzins sogar bis auf 4 % anheben. Kann eine tiefe Rezession im Euroraum vermieden werden, sollten die Renditen im Herbst oder Winter wieder anziehen. Wir halten es weiter für gut möglich, dass die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen wieder über 1,5 % ansteigt. Anderenfalls könnte sie unter Schwankungen weiter zurückgehen."

Deutsche Bank

"Aktuell wird die Renditeentwicklung durch Rezessionssorgen gedämpft, so dass der Zinsschritt der EZB von einem halben Prozentpunkt im Juli nicht zu einem nachhaltig höheren Zinsniveau bei längeren Laufzeiten geführt hat. Die Währungshüter dürften ihren Zinserhöhungskurs noch eine Weile fortsetzen. In der Folge könnten die Kapitalmarktrenditen und dementsprechend auch die Bauzinsen im Euroraum steigen, wenn der Konjunkturpessimismus wieder abflaut."

DKB Deutsche Kreditbank

"Die EZB hat sich in ihrer Sitzung am 21. Juli gegen ihre Vorabfestlegung vom Juni entschieden und die Zinsen bereits im Juli um 0,50 % anstatt der angekündigten 0,25 % erhöht. Der Kapitalmarkt hat die späte aber energische Bekämpfung der Inflation positiv aufgenommen. Unverändert wird der Kapitalmarkt die nächsten Wochen auf die aktuelle Datenlage und den geopolitischen Gegebenheiten fixiert sein. Dies führt weiterhin zu sehr volatilen Marktbewegungen von bis zu 0,25 % an einem Tag. Die letzten vier Wochen überwogen die Rezessionsängste gegenüber der Inflation, was kurzfristig zu stark fallenden Zinsen am Kapitalmarkt geführt hat."

HypoVereinsbank

"Die sich deutlich abzeichnende konjunkturelle Abschwächung hat im Markt zu einer markanten Anpassung der Erwartungen über das Ausmaß an Leitzinsanhebungen durch die EZB nach unten geführt. Parallel hierzu sind die Kapitalmarktrenditen von deutlich mehr als 2 % um rund einen Prozentpunkt zurückgegangen. Das aktuelle Niveau der Renditen stimmt mit unserer Erwartung über den für die kommenden Monate zu erwartenden Handelsbereich überein. Die Anpassung bei den Hypothekenkreditzinsen fiel bislang geringer aus als bei den Kapitalmarktrenditen, so dass hier noch etwas Spielraum nach unten zu bestehen scheint."

ING Deutschland

"Mit der drohenden Rezession nimmt auch die Wahrscheinlichkeit weiter steigender Leitzinsen ab. Die Kapitalmärkte waren lange Zeit zu aggressiv hinsichtlich der erwarteten EZB Leitzinserhöhungen. Diese Erwartungen normalisieren sich gerade, wodurch die Kapitalmarktzinsen wieder gefallen sind. Erst falls es im nächsten Frühjahr wirtschaftlich gut genug geht, um die Leitzinsen weiter zu erhöhen, können auch die Kapitalmarktzinsen weiter steigen."

PSD Bank RheinNeckarSaar

"Rezessionsängste und Inflationssorgen bestimmen das aktuelle Zinsgeschehen. Möglicherweise können die Notenbanken ihren ursprünglich restriktiven Kurs nicht in dem Maße umsetzen, wie geplant. Letztendlich testen die Marktteilnehmer die Glaubwürdigkeit der Notenbanken. Sollte das Vertrauen in diese erodieren, würden die Zinsen weiter steigen und das trotz schlechter konjunktureller Aussichten oder Lage. Wir gehen deshalb wieder von einen Anstieg der Zinsen aus, auch weil der Zins wieder stärker als Risikoprämie interpretiert werden könnte."

PSD Bank Rhein-Ruhr

"Nach sehr starkem Steigen der langfristigen Zinsen am Markt hat sich dieser beruhigt und ist bereits wieder gesunken. Vor dem Hintergrund einer möglichen Rezession bei Energieknappheit und weiter steigenden Erzeugerpreisen gehen wir von nicht weiter steigenden langfristigen Zinsen aus, die insbesondere die Haushalte der 'Südländer' empfindlich treffen würde."

Santander

"Die Hypothekenzinsen werden nach der jüngsten Gegenbewegung voraussichtlich unter Schwankungen leicht steigen. Für deutlich höhere Zinsen spricht vor allem die hartnäckig hohe Inflation. Daher wird auch die Europäische Zentralbank den eingeleiteten Zinserhöhungszyklus zunächst fortsetzen. Begrenzt wird das Potenzial für einen Zinsanstieg jedoch durch vermehrte Anzeichen einer merklichen Konjunkturabschwächung und Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung in den USA im nächsten Jahr."

Sparkasse Hannover

"Der weitere Anstieg langfristiger Zinsen dürfte aufgrund der hohen Konjunkturbelastung nur noch moderat ausfallen."

Zins- und Marktumfeld

Die von den Notenbanken im Zuge der Inflationsbekämpfung eingeleitete Zinswende bestimmt weiterhin das Marktgeschehen. Am 21. Juli hat die EZB einen historischen Zinsschritt unternommen. Erstmals seit elf Jahren wurden die Zinsen im Euroraum erhöht. Der Leitzins wurde unerwartet kräftig von Null auf 0,50 % angehoben, der Negativzins für geparkte Gelder gestrichen. Darüber hinaus bekräftigten die Währungshüter, den Prozess der Normalisierung der Geldpolitik "entschlossen und nachhaltig" fortzusetzen und stellten für die Sitzung am 8. September einen weiteren Zinsschritt in Aussicht. Die amerikanische Notenbank Fed hat indes die längst eingeleitete Straffung der Geldpolitik fortgeführt. Bei der letzten Sitzung Ende Juli erhöhte sie die Leitzinsen wie erwartet um 0,75 % auf 2,25 bis 2,50 %.
Die Inflationsdaten zeigen sich von den bisherigen Schritten weitgehend unbeeindruckt. Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Vergleich zum Vorjahr im Juli erneut um 7,5 % gestiegen. Das ist zwar etwas niedriger als im Mai und Juni, aber immer noch historisch viel. In der Eurozone hat sich die Geldentwertung im Juli beschleunigt und mit 8,9 % einen Rekordwert erreicht. In den USA lässt die Kaufkraft aktuell trotz des energischeren Vorgehens der Fed noch stärker nach. Dort lag die Inflationsrate zuletzt bei 9,1 % und damit so hoch wie seit Anfang der 1980er-Jahre nicht mehr.
Das Dilemma der Notenbanken hat sich damit in den vergangenen Monaten verschärft. Einerseits wollen sie der Inflation Einhalt gebieten, andererseits wollen sie die Wirtschaft und die Märkte vor einer harten Landung schützen, also vor einer Rezession. Dabei belasten der Ukraine-Krieg und die drohende Energieknappheit die Märkte bereits spürbar. Die US-Wirtschaft ist bereits in eine technische Rezession abgerutscht, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal aufs Jahr gerechnet um 0,9 % gesunken ist. Die Wirtschaft in Deutschland stagniert. In den übrigen Euro-Staaten sieht es angesichts der drohenden Energieknappheit kaum besser aus. Die Gemeinschaftswährung Euro hat im Juli deutlich gegenüber dem US-Dollar verloren und ist zwischenzeitlich sogar unter die sogenannte Parität gerutscht.
Nervös zeigen sich die Renditen der europäischen Staatsanleihen, was die EZB zuletzt zur Einführung eines neuen Anti-Krisen-Instruments (TPI) bewegt hat. Während die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen mit aktuell rund 0,8 % im Plus liegen und sich vergleichsweise moderat bewegen, zogen spanische, italienische und griechische Papiere im Zuge der Leitzinsanhebungen auf teilweise über 3 und 4 % an und befeuerten die Angst vor einer neuen europäischen Schuldenkrise.

Interhyp-Expertenrat

Beobachten, Vorausschauen, Absichern: So in etwa könnte das Motto der Stunde angesichts turbulenter Zinszeiten für Kaufende und Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer lauten. Wir raten, die Zinsentwicklung genau zu beobachten und die Konditionen zu vergleichen. Institute geben Zinsanpassungen nach oben und unten unterschiedlich schnell weiter. Wir haben Zugriff auf die Angebote von über 500 Banken, Sparkassen und Versicherungen und helfen dabei, das passende Darlehen zu finden. Ebenso wichtig ist eine vorausschauende Planung. Auf die Frage "Welche Auswirkungen haben höhere Zinsen für das künftige oder laufende Immobilienvorhaben?" gibt es Antworten, die sich im Beratungsgespräch klären lassen. Bauspar- oder Forwarddarlehen können im steigenden Zinsumfeld eine sinnvolle Ergänzung für die Immobilienfinanzierung sein und niedrigere Zinsen für die Zukunft sichern. Das verschafft Planungssicherheit. Zu guter Letzt muss der Wohneigentumserwerb finanziell gut abgesichert sein. Durch eine angemessene und flexible Tilgungshöhe lassen sich Laufzeiten und Restschuldrisiken steuern. Eine möglichst lange Zinsbindung schützt vor verfrühten Anschlusskreditrisiken.

Darlehenszinsen im Allgemeinen - das sollten Sie wissen

Die Darlehenszinsen sind ein aktuell großes Thema. Denn noch immer sind die Kreditzinsen auf einem äußerst geringen Niveau. Dies gilt keinesfalls nur für die Bauzinsen. Sie erhalten beispielsweise auch Ratenkredite zu aktuell sehr niedrigen Zinssätzen. Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, sollten Sie jedoch einiges über Darlehenszinsen wissen.

Wonach richtet sich die Höhe der Darlehenszinsen?

Die Höhe der Darlehenszinsen wird von mehreren Faktoren maßgeblich beeinflusst. Dazu zählen sowohl innere als auch äußere Faktoren, insbesondere:
  • Leitzinsen bzw. allgemeines Zinsniveau am Markt
  • Darlehensart
  • Bonität des Kunden / der Kundin
  • Darlehenssumme und Laufzeit
  • Sicherheiten
Für Sie interessant: Die Darlehenszinsen hängen auch von der Kreditart ab. So zahlen Sie beispielsweise für einen Dispositionskredit auch 2021 noch Zinssätze von teilweise zehn, elf oder sogar zwölf Prozent. Einen Ratenkredit erhalten Sie hingegen im günstigsten Fall sogar zu einem Zins von unter zwei Prozent. Noch günstiger sind derzeit Immobilienkredite. Denn sie werden mittlerweile schon zu vorteilhaften Zinssätzen vergeben.

Wie werden die Darlehenszinsen berechnet?

Sie berechnen Darlehenszinsen relativ einfach. Sie benötigen dazu lediglich die gewünschte Kreditsumme, die Laufzeit des Darlehens sowie den Zinssatz, den die Bank veranschlagt. Auf dieser Grundlage können Sie den zu zahlenden Darlehenszins berechnen, ebenso wie die monatliche Kreditrate.
Bei einem Immobilienkredit kommt als Besonderheit hinzu: Die Höhe der zu zahlenden Darlehenszinsen nimmt im Laufe der Jahre ab. Dies geschieht durch die Tilgungsverrechnung, die meist monatlich stattfindet.
Sie bewirkt nämlich, dass Ihre Restschuld um die bereits geleistete Tilgung reduziert wird. Denn die Darlehenszinsen werden bei einem Hypothekenkredit ausschließlich auf Grundlage der aktuellen Restschuld ermittelt. Somit wird die Zinssumme im Laufe der Zeit immer geringer. Auf der anderen Seite erhöht sich die Tilgung, wenn Sie sich für ein Annuitätendarlehen entschieden haben. Dort bleibt die monatliche Kreditrate nämlich immer gleich, sodass sich nur das Verhältnis von Tilgung und Zinsen verschiebt. Mit dem Finanzierungsrechner von Interhyp können Sie berechnen, wie wie sich Zinssatz und Tilgungshöhe auf Ihre Immobilienfinanzierung auswirken
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