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INTERHYP-ZINSBERICHT VOM 7. MÄRZ 2019

Interhyp-Zinsbericht

Frühlingszeit, Bauzeit: Sparpotenzial für Bauherren und Käufer

  • Schlechte Konjunkturdaten, Brexit-Ängste und Handelskonflikt sorgen für niedrige Renditen bei deutschen Staatsanleihen
  • EZB: Wenig Spielraum zur weiteren Straffung der Geldpolitik
  • Historisch niedrige Bauzinsen: Bauherren können Sparchancen nutzen

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Nachdem viele Baustellen in der Winterzeit geruht haben, nimmt die Bautätigkeit jetzt im Frühjahr wieder zu. Die ohnehin hohe Nachfrage nach Immobilieneigentum erhält durch die Zinsentwicklung zusätzliche Impulse. Pünktlich vor Frühlingsbeginn liegen die Konditionen für Immobiliendarlehen auf historisch niedrigem Niveau."

"Während die Temperaturen im Februar schrittweise zugelegt haben, ist am Anleihemarkt das Gegenteil passiert. Die Renditen für zehnjährige deutsche Staatsanleihen sind nach einem volatilen Januar im Februar auf rund 0,1 Prozent gesunken. Einige Experten halten sogar negative Renditen zumindest vorübergehend für möglich. Mit den Renditen für die Staatsanleihen sind die ohnehin schon niedrigen Konditionen für Immobiliendarlehen im Februar noch einmal gesunken. Die Bestsätze für zehnjährige Immobilienkredite liegen sogar bei unter einem Prozent, vielfach sind Darlehen um 1,2 Prozent erhältlich. Kurzfristig erwarten die meisten Experten eher ein gleichbleibend niedriges Niveau, langfristig sieht die Mehrheit nur leichte Steigerungen."

Zinstrend März 2019

"Die günstigen Zinsen spielen allen, die ihr Kauf- oder Bauprojekt angehen, in die Hände. Was die Deutschen mit dem Begriff "ein Haus bauen" verbinden, hat kürzlich eine Interhyp-Umfrage gezeigt. Die meisten denken dabei daran, sich "ein Zuhause zu schaffen", auch die "Selbstverwirklichung" spielt eine große Rolle. Was aber die Hälfte der Befragten auch fürchtet, ist die finanzielle Belastung. Um herauszufinden, wie hoch die Kreditrate tatsächlich ausfallen würde, ist eine persönliche Finanzierungsberatung sinnvoll. Der Berater kann Sparchancen ausloten und zeigen, wie sich das aktuell günstige Zinsniveau am besten nutzen lässt. Möglich ist beim Bauen zum Beispiel, einen Teil als Eigenleistung einzubringen, vor allem, wenn eine entsprechende Fachkenntnis vorliegt. Aus einer aktuellen Umfrage wissen wir, dass drei Viertel der Deutschen beim Bau eines eigenen Zuhauses selbst Hand anlegen würden, um die Baukosten zu senken. Hier sollte der Berater frühzeitig klären, in welcher Höhe sich Eigenleistungen bei der Baufinanzierung berücksichtigen lassen. Bauherren sollten sich nicht überschätzen und den Wert der Eigenleistung vom Bauunternehmen oder Architekten bestätigen lassen."

Zins- und Marktumfeld

Im Februar haben sich die Anzeichen verdichtet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Rückführung zu einer normalen Geldpolitik nicht so wie geplant vornehmen kann. In der Rhetorik wiesen die Währungshüter zuletzt in geradezu ungewohnter Deutlichkeit auf eine Abschwächung des Wachstums, Konjunktursorgen und die Auswirkungen von Einzelfaktoren, wie dem Brexit oder dem Abgasskandal hin. Mit Blick auf eine Abwärtsspirale sei vielmehr sogar eine Lockerung der Geldpolitik möglich. Viele Experten sehen kaum Signale seitens der Notenbanken für einen Aufwärtstrend bei den Zinsen, viele erwarten in diesem Jahr keine Leitzinserhöhung der EZB mehr.

Fakt ist: Die Inflationsrate im Euroraum ist weiter unter die Zielmarke der EZB von rund zwei Prozent gerutscht. Und neben den konjunkturellen Sorgen in Europa trüben weiterhin Themen wie der Handelskrieg zwischen China und den USA die Stimmung an den Märkten. Auch wenn die Aktienmärkte ihre Talfahrt in den ersten zwei Monaten des Jahres zunächst gestoppt haben und der Dow sogar leicht zulegen konnte, bleiben Investoren verhalten. Vielmehr suchen sie Sicherheit, was an der hohen Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen sichtbar wird.

Zinsentwicklung bis März 2019

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Kurzfristig sieht die Mehrheit der befragten Experten nach den im Februar stark gesunkenen Zinsen kein Potenzial für weiter nachgebende Konditionen. Die Mehrheit geht von gleichbleibenden Zinsen aus. Langfristig halten viele ein höheres Niveau für wahrscheinlich.

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Die Märkte schauen auf die Entscheidung der USA in Bezug auf China und auf die Einfuhr von Automobilen aus Deutschland. Dies wird die Märkte zur Querbewegung tendieren lassen."

  • Commerzbank: "Die um sich greifenden Rezessionssorgen und die anhaltende Sicherheitsnachfrage (Brexit, Zölle auf Autos) haben die Renditen von Bundesanleihen auf das niedrigste Niveau seit 2016 gedrückt. Zwar signalisiert die EZB, ihre stimulierenden Instrumente neu auszurichten, aber die Möglichkeiten erscheinen begrenzt und die Inflationserwartungen fallen weiter. Kurzfristig dürften die langfristigen Zinsen somit nahe der aktuellen Niveaus verharren. Mittelfristig dürften die Zinsen wieder etwas steigen, da wir davon ausgehen, dass sich die zuletzt deutlich abgeschwächte Nachfrage aus China wegen der von der Politik ergriffenen Stimulierungsmaßnahmen wieder etwas beleben wird."

  • HypoVereinsbank: "Die Rentenmärkte spüren derzeit den Einfluss verstärkter Konjunktursorgen, stark abnehmender Leitzinsanhebungserwartungen und anhaltender Unsicherheit (Brexit, Handelskonflikt). Eine Auflösung der beiden Unsicherheitsfaktoren könnte vorübergehend zu etwas höheren Kapitalmarktrenditen führen. Mittelfristig sprechen die Konjunkturunsicherheit und der sehr verhaltende Leitzinsausblick jedoch für ein anhaltend niedriges Renditeumfeld."

  • ING Deutschland: "In den nächsten Wochen sollte es erste leichte Zeichen der konjunkturellen Entspannung geben. Wenn die aktuellen Ängste vor einer Rezession langsam verschwinden, sollten auch die Kapitalmarktrenditen leicht ansteigen. Großer Unbekannter in diesem Szenario bleibt natürlich der Brexit. Ein "no deal" Brexit Ende März würde zu Turbulenzen an den Finanzmärkten führen und könnte kurzzeitig die Renditen auf 10-jährige deutsche Staatsanleihen in den negativen Bereich drücken."

  • MünchenerHyp: "Aktuell wird die Wirtschaft von einer Vielzahl politischer Themen (Brexit/USA-China- und USA-EU-Handelskonflikt/Italien) belastet. Selbst bei einer wirtschaftsfreundlichen Lösung dieser Themen hat sich eine erhöhte Unsicherheit und Nervosität bei vielen Entscheidungsträgern festgesetzt. Die Notenbanken reagieren auf die schwächeren Wirtschaftsdaten und niedrigen Inflationsraten mit einer Aussetzung von ursprünglich geplanten Zinserhöhungen (amerikanische Notenbank Fed) bzw. neuen Liquiditätsmaßnahmen (EZB - TLTRO II und Fed - Pause beim Bilanzabbau). Im Zeitablauf sollte sich die Wirtschaft stabilisieren und mittelfristig einen leicht steigenden Zinstrend unterstützen."

  • Postbank: "Für die zuletzt deutlich gesunkenen deutschen Kapitalmarktrenditen war in erster Linie eine zunehmende Skepsis verantwortlich, ob die EZB auf absehbare Zeit die geldpolitische Trendwende mit einer Leitzinsanhebung fortführen wird. Wir rechnen inzwischen aufgrund der nur noch verhaltenen konjunkturellen Dynamik frühestens 2020 mit einem ersten Zinsschritt. Eine Überwindung der Konjunkturschwäche in Verbindung mit einer nachlassenden Dominanz globaler Unsicherheitsfaktoren dürfte aber bereits auf Jahressicht ein gewisses Aufwärtspotenzial für die Renditen eröffnen, welches jedoch durch die Geldpolitik im Euroraum begrenzt bleibt. Mit deutlicheren Anstiegen der Bauzinsen ist vor diesem Hintergrund nicht zu rechnen."

  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Offensichtlich haben die Konjunkturrisiken weltweit zugenommen. Die US-Fed hat einen Rückzieher hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen im laufenden Jahr gemacht, wohl unter dem Eindruck rückläufiger Konjunkturdaten. Auch die Zinsdifferenz zwischen zwei- und zehnjährigen Swapsätzen in den USA könnte auf eine Rezession hindeuten (Differenz nahe 0). Eine Beendigung der Bilanzsummenkürzung durch die Fed ist vorstellbar. Ein generelles Übergreifen der schwachen Konjunktur auf Europa ist nicht auszuschließen."


* Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der ING Deutschland, der HypoVereinsbank, der MünchenerHyp, der Postbank, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "fallend", "steigend" oder "gleichbleibend" angegeben haben.

** Bei 2/3 der durch die Vermittlung der Interhyp AG, Domagkstraße 34 in 80807 München, zustande kommenden Verträge, erhalten Interhyp-Kunden einen festen Sollzins von 1,28% p.a. und einen effektiven Jahreszins von 1,29% p.a., unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrages 27 Jahre 10 Monate, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 713,33 Euro. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge, Auslagen (z.B. Grundbuchkosten)) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen. Der zu zahlende Gesamtbetrag während der Sollzinsbindung beläuft sich auf 88.099,60 Euro. Die Restschuld am Ende der Zinsbindung beträgt 136.027,56 Euro. Weitere Voraussetzungen: Einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über ein Grundpfandrecht, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Die aktuellen Tendenzen

Kurzfristig
(4 Wochen):

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Mittel- bis
langfristig:

steigend

Tendenz kurzfristig

Aktuelles Zinsniveau

1,28%/1,29% **

gebundener Sollzins/effektiver Jahreszins für zehnjährige Darlehen

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Bester Baufinanzierer (Euro 8/2018)

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