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INTERHYP-ZINSBERICHT VOM 5. SEPTEMBER 2019

Interhyp-Zinsbericht

Weiter Richtung Null gefallen: Minizinsen beim Baugeld

Aktuelle Zinsprognose mit Video. Diese Themen erwarten Sie:

  • Bestkonditionen für Darlehen unter die 0,5-Prozent-Marke gerutscht
  • Aktuell jedoch keine Minus-Zinsen für Baudarlehen in Sicht
  • Unruhen in Hongkong, Brexit-Ängste, Italien-Chaos und Handelskonflikte lassen wichtige Barometer abrutschen

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Beim Thema Zinsen erleben wir in diesen Wochen ein Novum. Die Bestkonditionen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung sind unter die 0,5-Prozent-Marke gefallen. Bei sehr guten Bonitäten sind bei sehr günstigen Anbietern sogar Darlehen von 0,4 Prozent möglich. In Folge der lang anhaltenden Niedrigzinsphase stellt sich in der Branche die Frage, ob Minuskonditionen möglich sind. In unserem Bauzins-Trendbarometer gehen viele Experten davon aus, dass die Zinsen in den nächsten Wochen auf niedrigem Niveau verharren werden. Auch mittel- bis langfristig glauben die meisten, dass keine Trendwende in Sicht ist. Negativzinsen halten wir derzeit nicht für wahrscheinlich. Das Gros der Angebote liegt aktuell zwischen rund 0,5 und 1 Prozent – was aber im Vergleich zu früheren Jahren schon unglaublich günstig ist. Vor einigen Jahren lag das Niveau beim Vier- oder Fünffachen."

Der Wunsch nach einem eigenen Zuhause ist bei vielen Menschen sehr groß. Das zeigt unsere neueste Interhyp-Wohntraumstudie. 66 Prozent der Mieter wünschen sich Wohneigentum. Jeder zehnte Deutsche will zeitnah ein Haus oder eine Wohnung erwerben. Das Zinsniveau ist so günstig, sodass dieser Wunsch für viele Menschen erfüllbar ist. Einfach ist eine Entscheidung dennoch nicht. Einerseits sind vielerorts die Kaufpreise gestiegen. Andererseits nähren aufkommende Konjunktursorgen und schlechtere Arbeitsmarktdaten auch bei dem ein oder anderen geneigten Kaufinteressenten eventuell Zweifel. Daran wird deutlich, dass eine Entscheidung für die eigene Immobilie wohlüberlegt und mit fachmännischem Rat gut kalkuliert sein muss. Auf die Frage, was in Anbetracht der aktuellen Marktlage für den Immobilienkauf spricht, nannten in der Wohntraumstudie 81 Prozent die aktuell günstigen Zinsen. Keine Frage: Das Allzeittief bei den Zinsen kann ein Argument sein. Aber es sollte aus unserer Sicht nicht das einzige sein.

Zinstrend September 2019

Gegen Null oder negativ? – Der Zins ist nicht alles

Wir haben unsere Experten auch nach ihrer Einschätzung zu Negativzinsen gefragt. Die meisten haben dazu aktuell keine Aussage getroffen. Zum Teil wird es als nicht möglich, vereinzelt für grundsätzlich denkbar angesehen. In unseren Produktvergleichen sehen wir zudem: Etliche Banken haben Mindestzinsen im positiven Bereich eingeführt. Insgesamt halten wir die Einführung von Negativzinsen derzeit für nicht wahrscheinlich – hat dies doch auch eine gesellschaftspolitische Dimension: Ein Negativzins für Kredite und Spargeld wird von vielen gewissermaßen als verkehrte Welt empfunden.

Unser Rat: Der Zinssatz bleibt auch in Tagen wie diesen nur ein Baustein der Finanzierung. Das Fundament bildet vielmehr eine individuell passende Immobilie und eine auf den Kreditnehmer zugeschnittene und solide Finanzierungsstruktur. Die Immobilienfinanzierung ist ein Schritt, der Kreditnehmer viele Jahre, meist sogar Jahrzehnte, begleitet. Wir raten daher zur einem möglichst hohen Eigenkapitaleinsatz und höheren Tilgungsraten von mindestens drei Prozent. Die Zinsersparnis sollte also direkt in den Schuldenabbau investiert werden. Mit Blick auf die vielerorts hohen Immobilienpreise und gestiegenen Kreditsummen empfehlen wir zudem längere Zinsbindungen. Sie sichern die Zinsen für eine längere Zeit – und die Restschuld ist am Ende der Zinsbindung geringer.

Finanzierung anfragen

Zins- und Marktumfeld

Obwohl sowohl die Europäische Zentralbank als auch die amerikanische Notenbank Fed die Geldpolitik lockern will beziehungsweise gelockert hat, gereichen die jüngsten zinspolitischen Schritte aktuell scheinbar nicht, der Konjunktur Leben einzuhauchen. So ist nicht nur das US-Wirtschaftswachstum zuletzt schwächer ausgefallen als zunächst angenommen. Auch bei der Konjunkturlokomotive Deutschland, die in den vergangenen Jahren allen Krisen trotzte, häufen sich die Zeichen einer Abkühlung. Selbst an den Börsen, die lange Zeit durch steigende Kurse Zuversicht symbolisiert haben, zeigt sich eine deutlich nachlassende Euphorie in Form fallender Kurse. Wer aktuell nach schlechten Nachrichten sucht, findet diese so schnell wie mögliche Ursachen. Ob ein mögliches Brexit-Chaos, Unruhen in Hongkong, die politischen Querelen in Italien oder die anhaltende Unberechenbarkeit des US-Präsidenten Donald Trump: Mögen bei der Griechenland-Krise nur kleine Staaten ein Problem gehabt haben, so betreffen die aktuellen Unsicherheiten direkt und indirekt die relevanten Volkswirtschaften. Diese Unsicherheiten führen zu einer starken Nachfrage nach sicheren Anlagen wie deutschen Staatsanleihen. Dies führt bei den Staatsanleihen zu einem niedrigen Zinsniveau, was sich neben der Zinspolitik auf die Entwicklung der Bauzinsen niederschlägt.

Zinsentwicklung bis September 2019

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Viele von uns befragte Experten äußern sich nur zurückhaltend oder nicht zum Thema Negativzinsen für Baudarlehen. Einigkeit herrscht bei der Feststellung, dass eine deutliche Trendwende hin zu höheren Konditionen sowohl kurz als auch langfristig aktuell unwahrscheinlich ist und dass wir in den kommenden Wochen gleichbleibend niedrige Zinsen erwarten können.

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Die Notenbanken haben im zurückliegenden Jahr trotz guter Wirtschaftskennzahlen keinen Zinsanstieg unterstützt. Bei den aktuellen Konjunkturaussichten gibt es deshalb kein Indiz für steigende Kapitalmarktzinsen. Die Zinsen für Hypothekendarlehen werden in diesem Umfeld nicht steigen. Andererseits hat der Kapitalmarkt für BBB-Anleihen in den letzten Wochen signalisiert, dass sich die Zinsentwicklung vom Swap abkoppelt, wenn die Zinsen zu stark fallen. Dies ist auch für Hypothekenzinsen zu erwarten. Negativzinsen auf Immobilienkredite wird es nicht geben, denn dies birgt zum einen erhebliche Risiken in der Fristentransformation und zum anderen werden Hypothekenzinsen eine vergleichbare Rendite wie Anleihen mit vergleichbarem Risiko haben, und auch Corporates wird es nicht mit negativen Zinsen geben."

  • Commerzbank: "Die ausgeprägten Sorgen, dass die Handelsstreitigkeiten u.a. zwischen den USA und China, die Weltwirtschaft in eine Rezession abrutschen lassen, sowie Sorgen über einen ungeordneten Brexit, haben die Zinserwartungen über alle Laufzeiten deutlich fallen lassen. Gleichzeitig hat die EZB ein Lockerungspaket für September in Aussicht gestellt, bei dem der Einlagenzins weiter gesenkt und Anleihekäufe wieder aufgenommen werden könnten. Mittelfristig dürften die Renditen für Bundesanleihen zwar wieder etwas steigen, aber auf absehbare Zeit im negativen Bereich verharren..."

  • HypoVereinsbank: "Der Ausblick auf weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der europäischen und der amerikanischen Notenbank hält das Renditeniveau weiterhin sehr niedrig. Darüber hinaus stützen nach wie vor zahlreiche Unsicherheitsherde, allen voran der Brexit und der Handelskonflikt, den Rentenmarkt. Erst auf längere Sicht könnte es zu einem Anstieg des allgemeinen Renditeniveaus kommen. Das Thema 'Negativzinsen' dürfte uns jedoch noch weit über den Prognosehorizont hinaus begleiten."

  • ING Deutschland: "Kurzfristig ist der nächste große Moment die EZB-Sitzung am 12. September. Mario Draghi wird dann wohl ein letztes geldpolitisches Feuerwerk zünden. Eine weitere Steigerung wird schwierig, wodurch die Zinsen zum Ende des Jahres wohl ganz leicht wieder steigen werden." Zu Negativzinsen: "Dänemark hat den Anfang gemacht. Allerdings eher als Marketinginstrument, bei dem der effektive Zins durch Gebühren doch positiv ist. Etwas ähnliches ist auch in Deutschland vorstellbar."

  • MünchenerHyp: "Weiterhin bleiben die Unsicherheiten bezüglich des Handelskonfliktes USA/China, die Brexitentscheidung und die Regierungskrise in Italien bestehen und belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Die Notenbanken weltweit haben darauf mit Zinssenkungen und quantitativen Lockerungsmaßnahmen reagiert. Aufgrund des bereits erreichten sehr niedrigen Zinsniveaus in Euro dürften die Zinsen für Immobilienkredite nicht mehr weiter fallen sondern, unter leichten Schwankungen, auf dem erreichten Niveau verharren."

  • Postbank: "Die Renditen am Kapitalmarkt haben in den vergangenen Monaten kräftig nachgegeben, 10-jährige Bundesanleihen rentieren aktuell bei etwa -0,7 Prozent und damit auf einem neuen historischen Tief. Angesichts einer schwachen Konjunktur und moderater Inflationsraten im Euroraum hat die Europäische Zentralbank (EZB) eine baldige Lockerung ihrer Geldpolitik angedeutet. Hinzu kommt, dass Anleger angesichts einer weiteren Eskalation des US-Handelsstreits, eines drohenden harten Brexits und weiterer politischer Risiken vorsichtiger werden. Bundesanleihen sind in einem solchen Umfeld stark gefragt, was die Renditen immer weiter nach unten treibt. Auch Bauherren und Immobilienerwerber können sich über neue Rekordtiefs bei den Zinsen freuen. Eine schnelle Trendwende ist nicht zu erwarten. Bei den politischen Risiken ist auf kurze Sicht kaum mit einer Entspannung zu rechnen und auch die konjunkturelle Situation dürfte sich vorerst nicht nachhaltig verbessern. Auf Jahressicht ist dementsprechend nur ein leichter Anstieg der Zinssätze zu erwarten, wobei die Konditionen für Baufinanzierungen im historischen Vergleich immer noch sehr günstig bleiben werden."

  • Sparkasse zu Lübeck: "Nach der jüngsten Eskalation im Handelskonflikt USA - China und einem wahrscheinlicher werdenden No-Deal-Brexit nehmen die Rezessionsbefürchtungen immer mehr zu. Beim Treffen der Vertreter der größten Notenbanken gab es Aussagen, dass die Notenbanken sich nicht in der Lage sehen, umfangreichere konjunkturelle Verwerfungen ausgleichen zu können. Von daher ist aktuell keine Tendenz zu steigenden Zinsen in Sicht. Grundsätzlich halten wir Negativzinsen für denkbar."


* Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der ING Deutschland, der HypoVereinsbank, der MünchenerHyp, der Postbank, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "fallend", "steigend" oder "gleichbleibend" angegeben haben.

** Repräsentatives Beispiel: Bei 2/3 der durch die Vermittlung der Interhyp AG, Domagkstraße 34 in 80807 München, zustande kommenden Verträge, erhalten Interhyp-Kunden einen festen Sollzins von 0,65% p.a. und einen effektiven Jahreszins von 0,65% p.a., unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrages 30 Jahre 3 Monate, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 608,33 Euro. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge, Auslagen (z.B. Grundbuchkosten)) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen. Der zu zahlende Gesamtbetrag während der Sollzinsbindung beläuft sich auf 75.499,6 Euro. Die Restschuld am Ende der Zinsbindung beträgt 138.024,78 Euro. Weitere Voraussetzungen: Einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über ein Grundpfandrecht, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Die aktuellen Tendenzen

Kurzfristig
(4 Wochen):

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Mittel- bis
langfristig:

gleichbleibend bis leicht steigend

Tendenz kurzfristig

Aktuelles Zinsniveau

0,65%/0,65% **

gebundener Sollzins/effektiver Jahreszins für zehnjährige Darlehen

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Bester Baufinanzierer (Euro 8/2019)

Interhyp wurde bereits zum vierzehnten Mal in Folge vom Wirtschaftsmagazin Euro als "Bester Baufinanzierer" ausgezeichnet.