Newsletter

INTERHYP-ZINSBERICHT VOM 7. MAI 2020

Interhyp-Zinsbericht

Corona-Krise bestimmt Marktgeschehen: Bauzinsen weiterhin niedrig

Aktuelle Zinsprognose und Finanzierungstipp im Video. Diese Themen erwarten Sie:

  • Lockere Geldpolitik: Fed und EZB halten bei Zinsentscheiden an ihrem Kurs fest
  • Überraschendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts
  • Folgen der Pandemie noch nicht abschätzbar: Mehrere Szenarien denkbar

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Die Corona-Krise stellt uns alle vor Herausforderungen. Die amerikanische Notenbank Fed und die europäische Zentralbank EZB haben mit milliardenschweren Anleihekaufprogrammen reagiert und die niedrigen Leitzinsen bei den jüngsten Sitzungen bestätigt. Das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach EZB-Anleihekäufe teilweise verfassungswidrig sind, kommt überraschend, auch in diesem Kontext. Für die Baufinanzierung bedeuten die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und Weichenstellungen aber zunächst weiterhin historisch günstige Zinsen, trotz des leichten Konditionsanstiegs im März. Die Konditionen für zehnjährige Darlehen liegen Anfang Mai immer noch meist bei unter einem Prozent. Wer jetzt den Einstieg in die eigenen vier Wände plant, findet günstige Finanzierungszinsen vor - ebenso alle, die eine Anschlussfinanzierung benötigen. Interessenten sollten sich die Zeit nehmen, die sie brauchen, um die Zinsen in Ruhe zu vergleichen. Unsere Umfrage unter den Experten von zehn deutschen Kreditinstituten zeigt, dass das günstige Zinsniveau in den kommenden Wochen und Monaten voraussichtlich weiter anhalten wird, eine nachhaltige Trendwende sehen die Analysten in diesem Zeithorizont nicht voraus."

Bei der Anlageform private Wohnimmobilien geht es bisher vergleichsweise ruhig zu. Während die Aktienindizes Dow Jones und Dax im Zuge der Pandemie kurzfristig knapp 40 Prozent nachgegeben hatten und sich bis jetzt zwar stabilisiert, aber längst nicht vollständig erholen konnten, zeigen sich die Angebotspreise bei Wohnimmobilien bisher von der Krise weitgehend unbeeindruckt. Gleichzeitig hält die Nachfrage nach Wohnimmobilien an – und damit nach Immobilienfinanzierungen. Wir haben bei Interhyp auf Live-Beratung umgestellt und helfen telefonisch und online, in diesen ungewöhnlichen Zeiten das Traum- oder Renditeobjekt solide zu finanzieren.

Die Zinsen für Immobilienkredite haben sich im April bei leichten Schwankungen seitwärts bewegt. Die Konditionen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung bewegten sich im Vormonat zwischen 0,8 und 0,9 Prozent. Der im März begonnene Zinsanstieg hat sich damit zunächst nicht fortgesetzt. Insgesamt befinden sich die Konditionen Anfang Mai aber auf einem sehr niedrigen Niveau. Davon profitieren Immobilieninteressenten mit Finanzierungsbedarf und insbesondere auch Immobilieneigentümer, die jetzt oder in einigen Monaten vor der Anschlussfinanzierung stehen.

Zinstrend Mai 2020

* Expertenpanel siehe unten

Die günstigen Zinsen können zum Beispiel Eigenheimbesitzer mit bestehenden Krediten nutzen. Sie haben die Chance, die Zinsersparnis für die Tilgung zu verwenden und damit schneller schuldenfrei zu werden. Hier empfiehlt sich ein umfassender Vergleich, wie Finanzierungsexperte Frank Lutz in unserem Video erklärt.

Zins- und Marktumfeld

Die Corona-Krise hat die Märkte im April in Atem gehalten. Die Notenbanken haben mit Lockerungen reagiert. Im Kampf gegen die Pandemie-Auswirkungen will die EZB ihre Anleihekäufe ausweiten. Der EZB-Rat sei bereit, den Umfang des Notkaufprogramms PEPP ("Pandemic Emergency Purchase Programme") so weit und so lange wie nötig anzupassen, hieß es. Den Leitzins beließen die Währungshüter bei null Prozent. Nun bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen das jüngst gefällte, außergewöhnliche Urteil des Bundesverfassungsgerichts haben wird. Laut den Verfassungsrichtern soll die EZB die Verhältnismäßigkeit der Anleihekäufe prüfen. Das Urteil geht allerdings nicht auf das aktuelle Nothilfeprogramm ein, sondern auf die früher gestarteten Anleihekäufe im "Public Sector Purchase Programm" PSPP.

Auch die Fed beließ den Leitzins, wie erwartet, in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent – nachdem sie diesen in den vergangenen Wochen bereits deutlich gesenkt und Billionenschwere Geldspritzen auf den Weg gebracht hatte.

Die Geldpolitik ist aktuell nur ein Gradmesser des Krisenausmaßes. Der Ölpreis ist in der zweiten Aprilhälfte ins Minus gerutscht. In vielen Ländern herrscht wegen des Shutdowns Kurzarbeit. Weltweite Einkaufsmanager-Indizes sind im April auf historische Tiefstände gestützt und verdeutlichen die schlechte Stimmung in der Wirtschaft. Weltweit haben Institute die Konjunkturprognosen nach unten korrigiert. Eine weltweite Rezession gilt als sicher.

Aktuell rechnen Volkswirte, und zuletzt auch die EZB, mit drei Szenarien. Bei dem milden Szenario würden die Shutdowns im Mai enden, Fortschritte bei der medizinischen Covid-19-Behandlung gemacht und das Wirtschaftswachstum bald anziehen. Bei dem mittleren Szenario würden sich die Eindämmungsmaßnahmen länger hinziehen – und damit eine Rückkehr zum normalen Leben und in der Folge eine Konjunkturerholung. Das ungünstige oder Negativszenario hält längere und wiederkehrende Shutdowns für möglich – was Produktion und Nachfrage längerfristig deutlich senken würde. Bei allen Szenarien bleibt unklar, ob die zahlreichen Hilfsgelder rechtzeitig in der Realwirtschaft ankommen und, vor allem, ob sie ausreichen. Im Augenblick steigen die Staatsverschuldungen auf der einen Seite und sinken die Steuereinnahmen auf der anderen Seite. Noch nicht berücksichtigt sind zudem andere Faktoren oder Krisen, wie etwa ein Wiederaufflammen des Handelskonfliktes zwischen den USA und China – zuletzt angeheizt durch die Frage des Virus-Ursprungs und die chinesische Kommunikation darüber.

Deutsche Staatsanleihen bleiben wegen der Unsicherheiten bei Investoren gefragt. Die Renditen sind mit rund minus 0,5 bis 0,6 Prozent anhaltend im negativen Bereich. Da sich die Zinsentwicklung beim Baugeld daran orientiert, ist das Aufwärtspotenzial für die Zinsen bei Immobilienkrediten begrenzt, zumal auch die Zinspolitik der Notenbanken dämpfend wirkt.

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Neun von zehn befragten Experten erwarten, dass das Zinsniveau kurzfristig gleichbleibend günstig bleibt. Auch auf Jahressicht sehen die Experten in der Mehrheit ebenfalls gleichbleibende Zinsen voraus. Eine nachhaltige Trendwende wird nicht erwartet, einige gehen allenfalls von leichten Steigerungen aus.

Zinstrend Mai 2020

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Die Staatshilfen könnten, im Gegensatz zu den EZB-Interventionen, den Konsum ankurbeln und damit in Inflation münden. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Zinskurve bei Zinsbindung 20 Jahre ein leichtes Maximum hat und für vierzig Jahre schon wieder deutlich abfällt."

  • Commerzbank: "Die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise schürt weiterhin die Hoffnungen auf eine ultra-expansive Geldpolitik der EZB. Gleichzeitig haben sich die Aktienmärkte stabilisiert. Da sich dieses Muster zunächst fortsetzen dürfte, rechnen wir mit einer Seitwärtsbewegung bei den Zinssätzen um die aktuellen Niveaus."

  • Deutsche Apotheker- und Ärztebank: "Die Zentralbanken weltweit mussten, um weitere Anspannungen an den Märkten zu vermeiden, zuletzt weiter die Grenzen ihrer geldpolitischen Möglichkeiten austesten. Damit konnten Sie zwar erfolgreich die Spreadanstiege in vielen Segmenten eindämmen, doch dürften die fundamentalen Belastungen in Folge des wirtschaftlichen Einbruchs erst noch ihre Wirkung entfalten. Kurz- bis mittelfristig erwarten wir daher ein gleichbleibendes Zinsniveau auf dem historisch niedrigen Niveau."

  • HypoVereinsbank: "Die Rendite deutscher Bundesanleihen mit 10 Jahren Restlaufzeit hat in der Region um minus 0,50 Prozent einen Boden gefunden. Maßgeblich hierfür sind zwei Faktoren: Zum einen erwarten die Anleger auf Jahre hinaus keine Anhebung des Einlagesatzes der EZB vom gegenwärtigen Niveau von minus 0,50 Prozent. Zum anderen stützen die verschiedenen Anleihekaufprogramme der Notenbank die Kurse trotz eines zunehmenden Angebots an deutschen Papieren. Vorerst stellen wir uns auf eine mehrmonatige Phase anhaltend niedriger Kapitalmarktrenditen ein."

  • ING Deutschland: "Es wird eine Weile dauern, bis die erste Phase dieser Krise hinter uns ist. Bis dahin werden die Notenbanken die Märkte und Wirtschaft weiterhin mit billigem Geld versorgen. Zur Not wird die EZB auch noch mal ihr Anleihenprogramm aufstocken, wodurch die Zinsen niedrig bleiben."

  • MünchenerHyp: "Die Corona-Pandemie sorgt für einen stark rezessiven Wirtschaftsausblick und großen Stützungsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken. Zwar haben sich die Refinanzierungsbedingungen für Banken am Kapitalmarkt zuletzt etwas verschlechtert, aber die hohe Konkurrenz und der Geldüberhang bei einlagenfinanzierten Banken sorgen weiter für günstige Zinssätze im Hypothekenkreditgeschäft. Aufgrund der getrübten Wirtschaftsaussichten dürfte auf absehbare Zeit kein Preisdruck entstehen. Daher werden die Notenbanken ihre üppige Geldversorgung und das niedrige Zinsniveau beibehalten. Auch mittelfristig rechnen wir mit guten Finanzierungsbedingungen in der privaten Immobilienfinanzierung."

  • Postbank: "Die europäischen Regierungen kämpfen gemeinsam mit der EZB gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Die EZB hat hierzu unter anderem ein neues Anleiheankaufprogramm aufgelegt. Die Maßnahmen könnten helfen, die tiefe Rezession in der Eurozone beginnend in der zweiten Jahreshälfte 2020 zu überwinden. Obgleich damit perspektivisch auch wieder steigende Kapitalmarktrenditen möglich wären, dürfte die auf absehbare Zeit extrem expansive Geldpolitik einen deutlicheren Anstieg verhindern. Damit sollten auch die Konditionen für Hypothekendarlehen sehr günstig bleiben, zumal die EZB den Geschäftsbanken nahezu unbegrenzt Liquidität zur Verfügung stellt."

  • Sparkasse Hannover: "Mittlerweile haben sich die Inflationserwartungen etwas stabilisiert. Maßgeblich für die weitere Entwicklung sind außerdem das Kräfteverhältnis zwischen der zinserhöhenden Wirkung schuldenfinanzierter Fiskalpolitik und der zinssenkenden Wirkung der Anleihekaufprogramme der EZB. Bei einer wirtschaftlichen Erholung im zweiten Halbjahr sehen wir Raum für einen leichten Zinsanstieg bei den längeren Laufzeiten. Eine Trendumkehr hin zu nachhaltig steigenden Zinsen bedeutet dies jedoch vorerst nicht."

  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Erste Wirtschaftsindikatoren - sowohl konkrete Fakten als auch Einschätzungen zur Lage - deuten nicht nur auf eine schwere Rezession hin, sondern unter Umständen sogar auf eine Depression. Allein der Preisverfall beim Rohöl spricht für sich. Zu gravierend und einschneidend scheint der Stillstand in seinen Konsequenzen zu sein. Das sollte die Zinsen weiter sehr niedrig halten oder gar noch tiefer bringen. Dem stehen massive Konjunktur-, Hilfsprogramme und Liquiditätsmaßnahmen gegenüber, die in Billionenhöhe gehen. Eine Ausweitung von Defiziten ist somit unumgänglich. Letztendlich spielt das Vertrauen aller Marktteilnehmer die entscheidende Rolle. Welche Parameter letztendlich die Zinsrichtung bestimmten werden, ist nach wie vor unklar. Wir neigen dazu, dass die Zinsen eher nochmals fallen ("deflationärer Trend") bevor sie dann wieder stärker anziehen."

* Für diese Ausgabe haben wir Experten der Allianz, der Commerzbank, der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, der ING Deutschland, der HypoVereinsbank, der MünchenerHyp, der Postbank, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar und der Sparkasse Hannover zur Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung befragt. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "fallend", "steigend" oder "gleichbleibend" angegeben haben.

** Bei 2/3 der durch die Vermittlung der Interhyp AG, Domagkstraße 34 in 80807 München, zustande kommenden Verträge, erhalten Interhyp-Kunden einen festen Sollzins von 0,88% p.a. und einen effektiven Jahreszins von 0,88% p.a., unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrages 29 Jahre 3 Monate, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 646,67 Euro. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge, Auslagen (z.B. Grundbuchkosten)) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen. Der zu zahlende Gesamtbetrag während der Sollzinsbindung beläuft sich auf 80.100. Die Restschuld am Ende der Zinsbindung beträgt 137.304,46 Euro. Weitere Voraussetzungen: Einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über ein Grundpfandrecht, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Die aktuellen Tendenzen

Kurzfristig
(4 Wochen):

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Mittel- bis
langfristig:

gleichbleibend bis schwankend

Tendenz kurzfristig

Aktuelles Zinsniveau

0,88%/0,88% **

gebundener Sollzins/effektiver Jahreszins für zehnjährige Darlehen

Immer aktuelle Infos

Zum Newsletter anmelden

Bester Baufinanzierer (Euro 8/2019)

Interhyp wurde bereits zum vierzehnten Mal in Folge vom Wirtschaftsmagazin Euro als "Bester Baufinanzierer" ausgezeichnet.