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INTERHYP-ZINSBERICHT VOM OKTOBER 2020

Interhyp-Zinsbericht

Weiter niedrige Zinsen – und gute Nachricht zum Baukindergeld

Aktuelle Zinsprognose und Finanzierungstipp im Video. Diese Themen erwarten Sie:

  • Zinspolitik und wirtschaftliches Umfeld drücken Zinsen für Baukredite deutlich unter 1 Prozent
  • Regierung hat Baukindergeld kürzlich zunächst um drei Monate verlängert
  • Experten bewerten Pandemieauswirkungen weiterhin als zinsbestimmend

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Wer eine Immobilie erwerben möchte, stellt sich angesichts der Corona-Krise auch kritischen Fragen: Wie sicher sind die Jobs angesichts des Wirtschaftseinbruchs? Sind die hohen Preise für Immobilieneigentum gerade in den Metropolen gerechtfertigt? Wer sich für den Kauf entscheidet, sollte diesen Unsicherheiten mit einer wohlüberlegten Finanzierung begegnen. Die anhaltend niedrigen Zinsen ermöglichen hohe Tilgungen und sollten möglichst mit eher langen Zinsbindungen festgeschrieben werden. In den Sommermonaten sind die Zinsen infolge der wirtschaftlichen Unsicherheiten und der Niedrigzinspolitik der Notenbanken sogar noch leicht gesunken. Sie liegen Anfang Oktober nur knapp über dem Allzeittief vom März 2020. Bei entsprechender Bonität sind für zehnjährige Darlehen Zinsbestsätze um 0,5 Prozent möglich, selbst im Durchschnitt finanzieren Kreditnehmer deutlich unter einem Prozent. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer, unsere monatliche Umfrage unter den Experten von zehn deutschen Kreditinstituten, geht in den kommenden Wochen und Monaten von anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen aus, ein Institut erwartet sogar fallende Zinsen. Was Familien mit Bau- oder Kaufwunsch zusätzlich freuen dürfte: Der Förderzeitraum für das Baukindergeld wurde um zunächst drei Monate bis Ende März 2021 verlängert. Pro Kind können über zehn Jahre hinweg jeweils 12.000 Euro für den Einstieg ins Wohneigentum genutzt werden."

Eine kürzlich in unserem Auftrag von Statista durchgeführte Studie hat gezeigt: Drei Viertel der Deutschen sind der Meinung, dass der Staat den Wohneigentumserwerb zu wenig fördert. 62 Prozent wünschen sich wegen der Corona-Pandemie weitere finanzielle Anreize. Die nun gerade verabschiedete Verlängerung des Baukindergeldes um zunächst drei Monate trifft damit zweifelsfrei das Bedürfnis vieler Menschen. Auch wir bei Interhyp sind der Meinung, dass der Weg ins eigene Zuhause einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht ermöglicht werden sollte. Die Wohneigentumsquote ist in Deutschland vergleichsweise gering. Das Baukindergeld lässt sich beispielsweise über Sondertilgungen in die Finanzierung einbringen. Es ist so insbesondere bei Familien mit mehreren Kindern ein spürbarer Pluspunkt für den Wohneigentumserwerb.

* Expertenpanel siehe unten

Trotz niedriger Zinsen und möglicher Fördermittel sollte bei der Finanzierung auf eine zukunftsorientierte und wohlüberlegte Planung geachtet werden, um sich gegen Risiken besser zu wappnen. Wie Sie wohlüberlegt finanzieren, erklärt Interhyp-Finanzierungsexperte Dominik Wensker im aktuellen Video auf YouTube:

Zins- und Marktumfeld

Viele Ökonomen und Institute haben sich überrascht gezeigt von der schnellen konjunkturellen Erholung im dritten Quartal. Das gilt insbesondere für Deutschland. Das Ifo-Institut hob seine Prognose an. In 2020 dürfte die Wirtschaft durch die Corona-Krise demnach um 5,2 Prozent schrumpfen. Bisher war man von einem Rückgang von 6,7 Prozent ausgegangen. Auch andere Indikatoren lassen Zuversicht zu. So setzte sich am US-Arbeitsmarkt im September die Erholung fort. Auch in China entwickelten sich Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze zuletzt besser als erwartet.

Es scheint, als ob die milliardenschweren Hilfsprogramme der Regierungen eine noch schlimmere Rezession verhindern konnten. Wie unberechenbar der Pandemieverlauf auf die weltweite Konjunktur ist, verdeutlichen steigende Infektionszahlen und die traurige Nachricht, dass weltweit bereits mehr als eine Millionen Menschen dem Virus zum Opfer gefallen sind. Nun wurden auch der US-Präsident und einige weitere hochrangige Politiker aus dem Weißen Haus positiv auf das Virus getestet. Das führte auch zu Reaktionen an den Börsen. An den Handelsplätzen, wo auf die Zukunft gewettet wird, wird einmal mehr deutlich: Die Hoffnung auf einen schnellen Aufschwung allein reicht nicht, wenn die Pandemie die Realität einholt.

Die Zentralbanken halten derzeit an ihrer extrem expansiven Geldpolitik fest. Marktbeobachter halten es sogar für möglich, dass die Europäische Zentralbank EZB ihr Anleiheankaufprogramm zum Jahresende aufstockt. Die US-Notenbank Fed hat bei ihrer jüngsten Sitzung Mitte September ihre Nullzinspolitik angesichts der Corona-Krise bestätigt. Der Leitzins liegt zwischen 0 und 0,25 Prozent.

Wie schwierig die Wahl der richtigen Instrumentarien bei der beschriebenen Gemengelage ist, zeigt exemplarisch der zuletzt gegenüber dem Dollar erstarkte Euro. Die Euro-Aufwertung verteuert die Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen aus der EU, was wiederum die europäische Wirtschaftsentwicklung dämpfen könnte.

Als Konstante erweisen sich für Investoren seit Jahren deutsche Staatsanleihen, von denen sie sich Sicherheit versprechen. Die Nachfrage nach zehnjährigen Bundesanleihen ist so hoch, dass die Renditen derzeit bei rund minus 0,5 Prozent liegen. Das wirkt sich auf die Zinsen für Immobilienkredite aus, die sich unter anderem an den Staatsanleihen orientieren.

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Die von uns befragten Experten prognostizieren angesichts der Pandemie und weiteren Unsicherheiten – wie dem Ausgang der US-Wahl – kurzfristig ein gleichbleibendes Zinsniveau, ein Institut hält sogar sinkende Zinsen für möglich. Auf Halbjahres- oder Jahressicht halten einige Institute etwas höhere Zinsen für wahrscheinlich, besonders wenn ein Impfstoff gefunden wird und eine breite wirtschaftliche Erholung einsetzt.

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Aufgrund des sehr niedrigen Zinsniveaus und der hohen Staatsverschuldungen sind Zinsschwankungen zum jetzigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich. Mit geringer Wahrscheinlichkeit könnten jedoch äußere Einflüsse wie zum Beispiel die Spannungen zwischen China und USA zu einem kräftigen Zinsanstieg führen."

  • Commerzbank: "Die wirtschaftliche Erholung bleibt holprig und die Inflationserwartungen niedrig. Zudem stehen mit der US-Wahl und dem Brexit weitere Risikoereignisse an, die die Sicherheitsnachfrage zunächst stützen dürften. Die EZB dürfte die Zinsen auf absehbare Zeit im negativen Bereich halten und zusammen mit den Anleihekäufen einen merklichen Anstieg der Zinskurve verhindern. Dadurch bleiben die Bundrenditen weiter auf den niedrigen Niveaus verankert. Da der Markt bereits eine weitere Zinssenkung der EZB um 10 Basispunkte bis Sommer nächsten Jahres einpreist, dürfte die Luft für weiter nachhaltig fallende Renditen dünn bleiben."

  • Deutsche Apotheker- und Ärztebank: "Die konzertierten Aktionen von Regierungen und Zentralbanken haben den realwirtschaftlichen Einbruch gebremst und die Finanzmärkte stabilisiert. Die EZB führt ihre expansive Geldpolitik unvermindert fort und zeigt sich bereit, gegebenenfalls noch weiter nachzulegen. Selbst in einem Umfeld mit Inflationsraten leicht oberhalb der 2-Prozent-Marke rechnen wir derzeit nicht mit einem sofortigen geldpolitischen Richtungswechsel der Notenbank."

  • HypoVereinsbank: "Die Zentralbanken sowohl in der Eurozone als auch in den USA haben ihr Instrumentarium so ausgerichtet, dass die Zinsstrukturkurven stabil auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden. Schon seit Monaten präsentieren sich die Rentenmärkte dadurch sehr schwankungsarm und weitgehend immun gegenüber konjunkturellen Entwicklungen und allgemeinen Stimmungsschwankungen. Wir gehen davon aus, dass die Zentralbanken ihre Politik auf absehbare Zeit unverändert beibehalten werden. Die Renditen dürften daher weiterhin auf ihren derzeitigen niedrigen (negativen) Niveaus verharren."

  • ING Deutschland: "Konjunktur und Märkte befinden sich in einer Zwischenphase. Während die harten Konjunkturdaten für das dritte Quartal positiv sein sollten, nimmt die Angst vor einer Abflachung der Konjunktur und sogar einem möglichen Double Dip im vierten Quartal zu. Das beste Konjunkturprogramm bleibt weiterhin ein Impfstoff. Erst wenn der gefunden ist, wird es mit Zinsen und Konjunktur nachhaltig wieder bergauf gehen."

  • MünchenerHyp: "Nach der überraschend schnellen Erholung der Wirtschaft im 3. Quartal dürfte die weitere Erholung im 4. Quartal 2020 deutlich langsamer verlaufen. Die aktuell wieder steigenden Infektionszahlen und das Auslaufen von staatlichen Stützungsmaßnahmen dürften sich hier bemerkbar machen. An der Zinsfront rechnen wir nicht mit großen Bewegungen. Die EZB wird weiter ihre expansive Geldpolitik fortführen und aufgrund gleichbleibender Inflationsraten ist eine Änderung der Geldpolitik nicht zu erwarten. Die Zinsen für Hypothekendarlehen sollten daher weiter auf äußerst günstigem Niveau verharren. Falls sich die Pandemie- und Wirtschaftsentwicklung günstiger als erwartet darstellen, könnten die Zinsen im langen Laufzeitbereich etwas ansteigen."

  • Postbank: "Angesichts einer hohen Unsicherheit im Hinblick auf steigende Neuinfektionen in vielen EU-Ländern und den Ausgang der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen bleiben Bundesanleihen als sicherer Hafen für Anleger auf kurze Sicht gefragt. Die Kapitalmarktrenditen bleiben dementsprechend niedrig, so dass sich auch die Konditionen für Hypothekendarlehen kaum von ihren historischen Tiefständen entfernen dürften. Angesichts einer anhaltenden Konjunkturerholung und Fortschritten in der Bekämpfung der Corona-Pandemie dürfte die Unsicherheit im kommenden Jahr abnehmen, was zu moderat höheren Renditen und Hypothekenzinsen führen sollte."

  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Sollten weitere restriktive Maßnahmen im Zusammenhang mit den jeweiligen Corona-Verordnungen in Kraft treten, werden die Zinsen nochmals sinken. Eine bereits geschwächte Wirtschaft würde nochmals weiter an Produktivität verlieren. Nach wie vor stehen dem Konjunkturpakete, Hilfskredite und Liquiditätsmaßnahmen - sprich Schuldenerhöhungen gegenüber. Dies sollte zumindest das Potential nach unten limitieren. Kurzfristig erwarten wir ein Nachgeben der Kapitalmarktzinsen, während sie sich auf Halbjahressicht seitwärts bewegen könnten. Bei einer zunehmenden Materialisierung von Ausfallrisiken, insbesondere im gewerblichen Bereich, sind sowohl Spreadausweitungen als auch höhere Zinsen zu erwarten."

  • Sparkasse Hannover: "Zunehmende wirtschaftliche Belastungen durch den Wiederanstieg der Corona-Neuinfektionen sowie die sehr schwache Preisentwicklung sprechen derzeit gegen einen Zinsanstieg. Bis zum Ende nächsten Jahres sehen wir bei fortschreitender Erholung und verbessertem Inflationsausblick jedoch Raum für Renditeanstiege, die allerdings durch eine anhaltend expansive Geldpolitik stark begrenzt sein werden."

* Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben wir Experten der Allianz, der Commerzbank, der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, der ING Deutschland, der HypoVereinsbank, der MünchenerHyp, der Postbank, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar und der Sparkasse Hannover zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung befragt. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "gleichbleibend", "fallend" oder "steigend" angegeben haben.

** Bei 2/3 der durch die Vermittlung der Interhyp AG, Domagkstraße 34 in 80807 München, zustande kommenden Verträge, erhalten Interhyp-Kunden einen festen Sollzins von 0,66% p.a. und einen effektiven Jahreszins von 0,66% p.a., unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrages 30 Jahre 2 Monate, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 610,00 Euro. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge, Auslagen (z.B. Grundbuchkosten)) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen. Der zu zahlende Gesamtbetrag während der Sollzinsbindung beläuft sich auf 75.700. Die Restschuld am Ende der Zinsbindung beträgt 137.993,32 Euro. Weitere Voraussetzungen: Einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über ein Grundpfandrecht, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Die aktuellen Tendenzen

Kurzfristig
(4 Wochen):

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Mittel- bis
langfristig:

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Aktuelles Zinsniveau

0,66%/0,66% **

gebundener Sollzins/effektiver Jahreszins für zehnjährige Darlehen

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Bester Baufinanzierer (Euro 08/2020)

Interhyp wurde bereits zum fünfzehnten Mal in Folge vom Wirtschaftsmagazin Euro als "Bester Baufinanzierer" ausgezeichnet.