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INTERHYP-ZINSBERICHT VOM 03. DEZEMBER 2020

Interhyp-Zinsbericht

Rückblick auf ein herausforderndes Jahr: 2020 geht mit niedrigen Zinsen zu Ende

Aktuelle Zinsprognose plus Video. Diese Themen erwarten Sie:

  • Corona-Pandemie und Unsicherheiten haben die Entwicklungen im ausklingenden Jahr bestimmt
  • Geldpolitik der Notenbanken wird Niedrigzinsniveau voraussichtlich weiter stützen
  • Zinsen für Immobilienkredite bei Bestanbietern um etwa 0,5 Prozent

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Große Unsicherheiten haben das Jahr 2020 bestimmt: der Brexit, der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die US-Wahl - und über allem lag der Schatten der Corona-Pandemie. Doch bei allen Herausforderungen gab es immer wieder auch Anlass zur Hoffnung. Dazu gehört natürlich der mögliche Impfstoff, der die Märkte, wenn auch nur kurzfristig, so doch merklich, bewegt hat. Dazu zählen auch die massiven Konjunkturhilfen, die eine noch schlimmere Rezession bisher verhindern konnten. Und nicht zuletzt zählt das große Engagement vieler Menschen, die den Alltag und ihre Aufgaben in dieser herausfordernden Zeit gemeistert haben. Wir bei Interhyp haben gesehen, wie wichtig das eigene Zuhause in dieser Zeit vielen Menschen war – und dass es neu in den Fokus gerückt ist. Die Nachfrage nach Immobilien war ungebrochen, zum Teil sogar besonders hoch. Die Zinsen, die in 2020 historisch niedrig lagen, haben den Kauf in vielen Fällen zu leistbaren Raten möglich gemacht. Kreditnehmer können zum Jahresausgang anhaltend günstig finanzieren – Bestanbieter vergeben zehnjährige Darlehen bei entsprechender Bonität um 0,5 Prozent. Das Interhyp Bauzins-Trendbarometer, unsere monatliche Umfrage unter den Experten von zehn deutschen Kreditinstituten, zeigt: Mit leicht steigenden Konditionen für Baudarlehen wird frühestens im weiteren Verlauf von 2021 gerechnet."

Der Jahresrückblick von Interhyp und Empfehlungen zu Finanzierung auch im aktuellen Video mit Mirjam Mohr.

Die von Interhyp befragten Experten gehen mehrheitlich davon aus, dass die Stützungsmaßnahmen und die Geldpolitik die Kapitalmarktrenditen nachhaltig und maßgeblich beeinflussen und niedrig halten – und damit in der Tendenz das Baugeld günstig bleibt. Mit Blick auf das bis Ende März verlängerte Baukindergeld und das am 23. Dezember in Kraft tretende Gesetz zur Teilung der Maklercourtage, das vielerorts die Kaufnebenkosten drücken könnte, bietet das neue Jahr für Immobilieninteressenten zusätzliche positive Impulse.

* Expertenpanel siehe unten

Wer jetzt finanzieren will, sollte sich kompetent beraten lassen – was über viele Wege möglich ist, mit digitaler Unterstützung, per Video und in persönlicher Beratung unter Einhaltung der geltenden Regelungen in der Corona-Pandemie.

Beratungstermin vereinbaren

Zins- und Marktumfeld

Der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden in Verbindung mit der schwächer als erwartet ausgefallenen Reaktion Donald Trumps sowie den sich bis dahin abgezeichneten republikanischen, wirtschaftsfreundlichen Machtverhältnissen im Senat haben die Märkte gestützt. Als regelrechter Turbo erwiesen sich zudem mehrere positive Nachrichten von Impfstoffherstellern sowie die Aussicht auf einen baldigen Impfbeginn.

Bei den Konjunkturindikatoren lässt sich in den vergangenen Wochen kein klarer Trend erkennen. War der Aufschwung nach dem ersten Lockdown vielerorts stärker ausgefallen als prognostiziert, belasten nun die enormen Covid-Fallzahlen und die strengen Lockdowns das Konsumklima und den Wirtschaftsaufschwung weltweit.

Gespannt blicken die Marktbeobachter daher auf die nächste EZB-Sitzung am 10. Dezember. Im Vorfeld hatte es geheißen, dass die Instrumente neu kalibriert würden. Spekuliert wird über eine Verlängerung des Krisen-Anleihekaufprogramms, über Veränderungen des längerfristigen Kaufprogramms oder eine mögliche Senkung des Einlagenzinssatz für Banken.

Die amerikanische Notenbank FED hatte vor der Präsidentenwahl mehrfach ein neues Konjunkturpaket gefordert, auf das sich der Senat jedoch nicht hatte einigen können. Beobachter schauen gespannt auch auf die FED-Sitzung Mitte Dezember, was für die weitere Geldpolitik in den USA zu erwarten ist.

Investoren suchen anhaltend nach Sicherheit. Die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen bleibt unverändert hoch. Zwar haben die Renditen nach dem Durchbruch bei der Impfstoffforschung einen Sprung nach oben gemacht. Allerdings bröckelten sie in den vergangenen Wochen wieder und liegen derzeit bei rund minus 0,6 Prozent. Die Zinsen für Immobilienkredite reagierten entsprechend mit kleinen Schwankungen, bewegen sich jedoch Anfang Dezember seitwärts.

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Die von uns befragten Experten gehen davon aus, dass die Notenbanken alles unternehmen werden, um die Konjunktur in dem schwierigen Marktumfeld zu unterstützen. Sie gehen deshalb davon aus, dass die Kapitalmarktrenditen sehr niedrig bleiben werden, selbst wenn eine realwirtschaftliche Erholung einsetzen und die Kurserholung an den Aktienmärkten anhält. Allerdings ist ein leichter Anstieg im Jahresverlauf möglich.

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Die Marktteilnehmer erwarten mit der Wahl von Biden zum US-Präsidenten eine stabile weltweit vernetzte Wirtschaft, die das Wachstum stabilisiert."

  • Commerzbank: "Das strukturelle Tiefzinsumfeld hält auch im kommenden Jahr und vermutlich noch länger darüber hinaus an. Denn die Kerninflation im Euroraum bleibt bei nahe 1 Prozent, die Finanzierungssätze sind historisch niedrig und die Anlagemöglichkeiten in sichere Euro-Assets bleiben begrenzt. Das Aufwärtspotenzial der zehnjährigen Kapitalmarktzinsen bleibt somit begrenzt. Wir sehen die zehnjährigen Renditen von Bundesanleihen in den kommenden sechs Monaten etwas höher, zum Ende nächsten Jahres wieder tiefer."

  • Deutsche Apotheker- und Ärztebank: "Die EZB wird auf ihrer Dezember-Sitzung im Rahmen ihrer expansiven Geldpolitik vermutlich noch einmal eine Schippe nachlegen. Auch wenn wir mit einem solchen Schritt von der Fed dieses Jahr nicht mehr rechnen, sollte sich am historisch niedrigen Zinsniveau dies- und jenseits des Atlantiks aktuell wenig ändern. Zudem bremsen die von den Regierungen getroffenen Lockdown-Maßnahmen die wirtschaftliche Erholung zumindest im vierten Quartal wieder etwas ein, so dass die Inflationsgefahren weiter in Schach gehalten werden."

  • HypoVereinsbank: "Mit ihren geldpolitischen Maßnahmen, vor allem mit den stark ausgeweiteten Käufen von Staatsanleihen, hat die Europäische Zentralbank nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie die Renditen von Bundesanleihen in etwa auf dem Niveau von Herbst 2019 stabilisiert. Dies ist ein wesentlicher Beitrag, die Finanzierungskonditionen für die Realwirtschaft in der Eurozone günstig zu halten. Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Philip Lane, brachte es Ende November auf den Punkt:"Die Konjunkturerholung darf nicht aufgrund einer verfrühten Versteilerung der Zinskurve gefährdet werden." Die Geldpolitik der EZB wird weiterhin darauf abzielen, das Renditeniveau extrem niedrig zu halten. Wir erwarten erst im Verlauf des zweiten Halbjahres 2021 einen sehr leichten Anstieg der Kapitalmarktrenditen, aber die 0-Prozent-Marke dürfte frühestens ein Jahr später in Reichweite kommen."

  • ING Deutschland: "Aktuell schwanken die Kapitalmärkte noch zwischen Euphorie über die Zukunft mit einem Impfstoff und der tristen Gegenwart mit Lockdowns. Während die Aktienmärkte sich auf die Zukunft richten, scheinen die Rentenmärkte den Blick noch auf das hier und jetzt und die Notenbanken gerichtet zu haben. Erst wenn im Frühjahr wirklich ein Impfstoff breit ausgerollt wird und die Konjunktur wieder deutlich anzieht, werden auch die Zinsen leicht steigen."

  • MünchenerHyp: "Weiterhin prägen die Entwicklungen der Pandemie, Wirtschaft und Inflationsrate die Geldpolitik der Notenbanken. Die EZB wird deshalb weiterhin eine sehr lockere Geldpolitik verfolgen und die Finanzmärkte und Wirtschaft mit viel Liquidität unterstützen. Wir rechnen weiter mit einem günstigen Zinsniveau für Hypothekenkredite. Bei längeren Laufzeiten rechnen wir in 2021 durchaus mit etwas höheren Zinsen, da die Belastungen durch die Pandemie nachlassen und eine deutliche Erholung der Wirtschaft einsetzen dürfte."

  • Postbank: "Sollte bald ein wirksamer Corona-Impfstoff zur Verfügung stehen, dürfte sich die Wirtschaft im Verlauf von 2021 schnell und kräftig erholen. Zwar dürfte die Geldpolitik trotz der Konjunkturerholung zunächst unverändert locker bleiben. Die für die Hypothekenzinsen wichtigen Kapitalmarktrenditen könnten in einem Umfeld anziehender Wachstumsraten und einer wieder etwas höheren Inflation dennoch moderat ansteigen."

  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Aufgrund des zweiten "lock-downs" wird die wirtschaftliche Erholung nochmals länger auf sich warten lassen. Die Notenbanken haben bereits signalisiert ihren expansiven Kurs zu verlängern beziehungsweise unter Umständen sogar noch etwas zu intensivieren. Insofern könnten die Zinsen am kurzen und langen Ende nochmals leicht tiefer sinken. Einzig die Verschuldungssituation der einzelnen Länder sollte den Zinsrückgang etwas stoppen können."

  • PSD Bank Rhein-Ruhr: "Die durch Corona entstandenen und noch entstehenden immensen Kapitalbedarfe zur Bewältigung der Krise haben die Zinsen bereits in 2020 rutschen lassen und schließen nach unserer Einschätzung auch für 2021 einen spürbaren Zinsanstieg aus. Jedoch erwarten wir in 2021 auch eine weitgehende Bewältigung der Krise. Daher sehen wir auch keine weitere Zinsreduktion und gehen von einem seitwärts bewegenden Zinsniveau aus."

  • Sparkasse Hannover: "Im Zuge der Covid-19 Pandemie ergriffen Notenbanken weltweit bis dato nie dagewesene geldpolitische (Stützungs-) Maßnahmen. Dadurch wurde die Zinsentwicklung in 2020 maßgeblich und nachhaltig beeinflusst. Sowohl kurzfristige Geldmarkt- als auch längerfristige Kapitalmarktzinsen sind infolgedessen weiter gesunken. Als Folge der Pandemie sind Leitzinserhöhungen der EZB in weite Ferne gerückt, ein Anstieg wird unsererseits nicht vor 2025 erwartet. Wir erwarten im Dezember eine erneute Ausweitung der geldpolitischen Maßnahmen der EZB. Damit besteht kurzfristig die Möglichkeit, dass die Zinsen für zehnjährige Hypothekendarlehen nochmal leicht sinken (eventuell um 0,05-0,10 Prozentpunkte). Die Markterwartungen an die EZB sind allerdings sehr hoch, so dass die Gefahr enttäuscht zu werden nicht außer Acht gelassen werden sollte. Für das Jahr 2021 erwarten wir eine konjunkturelle Erholung, die mit leicht steigenden Renditen einhergehen sollte. Das Zinsniveau insgesamt wird allerdings sehr niedrig bleiben. 10-Jahres-Swapsätze sehen wir weiterhin im negativen Bereich. Die Zinsen für Hypothekendarlehen sollten sich aus meiner Sicht leicht erhöhen, nichts desto trotz werden Hypothekendarlehen weiterhin günstig sein. Aufgrund der Pandemie besteht nach wie vor hohe (Prognose-) Unsicherheit, entscheidend wird der weitere Verlauf sein."

* Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben wir Experten der Allianz, der Commerzbank, der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, der ING Deutschland, der HypoVereinsbank, der MünchenerHyp, der Postbank, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar und der Sparkasse Hannover zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung befragt. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "gleichbleibend", "fallend" oder "steigend" angegeben haben.

** Repräsentatives Beispiel: Bei 2/3 der durch die Vermittlung der Interhyp AG, Domagkstraße 34 in 80807 München, zustande kommenden Verträge, erhalten Interhyp-Kunden einen festen Sollzins von 0,68% p.a. und einen effektiven Jahreszins von 0,68% p.a., unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrages 30 Jahre 1 Monat, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 613,33 Euro. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge, Auslagen (z.B. Grundbuchkosten)) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen. Der zu zahlende Gesamtbetrag während der Sollzinsbindung beläuft sich auf 76.099. Die Restschuld am Ende der Zinsbindung beträgt 137.931,54 Euro. Weitere Voraussetzungen: Einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über ein Grundpfandrecht, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Die aktuellen Tendenzen

Kurzfristig
(4 Wochen):

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Mittel- bis
langfristig:

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Aktuelles Zinsniveau

0,68%/0,68% **

gebundener Sollzins/effektiver Jahreszins für zehnjährige Darlehen

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Interhyp wurde bereits zum fünfzehnten Mal in Folge vom Wirtschaftsmagazin Euro als "Bester Baufinanzierer" ausgezeichnet.