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INTERHYP-ZINSBERICHT VOM 31. MÄRZ 2021

Interhyp-Zinsbericht

Weiterer Zinsanstieg bei Immobiliendarlehen

Aktuelle Zinsprognose. Diese Themen erwarten Sie:

  • Konditionen für zehnjährige Darlehen bei rund 0,9 Prozent
  • Höhere Inflation und Anleiherenditen verfestigen höheres Zinsniveau
  • Expertenrat: Mehrheit sieht steigende Zinsen auf Jahressicht

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Die Konditionen für zehnjährige Darlehen kletterten in den letzten zwei Monaten um fast 0,2 Prozentpunkte. Immobilienkäufer erhalten zehnjährige Kredite damit aktuell um 0,9 Prozent. Auch wenn der Aufschlag für Immobilienkäufer nicht wünschenswert ist, relativiert ein Blick in die Vergangenheit, als Zinsen von vier Prozent und mehr keine Seltenheit waren. Baugeld ist noch immer sehr günstig – und wird es mit Blick auf die Pandemieauswirkungen und die Geldpolitik bleiben. Die Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sehen in der Mehrheit steigende Zinsen voraus."

Der aktuelle Zinsanstieg, ausgelöst durch die zunehmende Inflationserwartung und steigende Anleiherenditen, offenbart ein Dilemma, in dem sich viele Menschen mit Immobilienwunsch befinden. Einerseits würden sie angesichts der niedrigen Zinsen gern kaufen, andererseits fehlt oftmals noch Eigenkapital für Maklerkosten, Grunderwerbsteuer oder die Notargebühren. Gleichzeitig verzögern niedrige Guthabenzinsen die Ansparphase. Wer aktuell einen Immobilienkauf erwägt und noch Eigenkapital benötigt, der sollte wissen, dass es vielen heutigen Immobilienbesitzern so ergangen ist. Eine von uns durchgeführte Studie mit mehr als 3.000 Teilnehmern hat sogar gezeigt: Die finanzielle Unterstützung von Familie und Freunden spielt für fast jeden Dritten eine wichtige Rolle beim Immobilienerwerb. Besonders die Erben sagen, dass sie ohne das Erbe gar nicht hätten kaufen können (36 Prozent). Gut ein Viertel der Beschenkten (25 Prozent) und Privat-Kreditnehmer (23 Prozent) wäre ohne private finanzielle Unterstützung nicht zum Wohn-Eigentümer geworden. Sinnvoll können auch staatliche Fördermittel sein. Hier zeigt unser Ratgeber, welche Fördermittel für Sie möglicherweise in Frage kommen.

* Expertenpanel siehe unten

Interhyp-Expertenrat

Die günstigen Zinsen ermöglichen nach wie vor in vielen Fällen leistbare Finanzierungen. Wir raten Kunden mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung, auch einmal ein Forward-Darlehen in Erwägung zu ziehen. Das kann sich lohnen, wenn die Zinsen in Zukunft steigen, denn damit lassen sich günstige Zinsniveaus für die Zukunft sichern. Was ein Forward-Darlehen genau ist, zeigt unser Video.

Zins- und Marktumfeld

In den vergangenen Wochen ist vermehrt über Inflation gesprochen worden. Tatsächlich hat die Teuerung unter anderem durch steigende Ölpreise, CO2-Zertifikate und die anziehende Konjunktur zugenommen. Sie ist zwar noch ein Stück entfernt vom Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB), das bei rund zwei Prozent liegt – aber dennoch befindet sich die Höhe der Geldentwertung nach den deflationären Tendenzen im letzten Jahr heute näher an der Wunschmarke der Notenbanker. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hält in diesem Jahr sogar einen Inflationsanstieg auf drei Prozent für denkbar.

Eine wesentliche Rolle wird dabei die Frage spielen, wie die Covid-19-Pandemie eingedämmt wird. Auch wenn Deutschland beim Impfen vielen Ländern hinterherhinkt und die aktuelle Politik vor allem auf Lockdowns und ein gedrosseltes Gesellschaftsleben setzt, hält sich die Wirtschaft erstaunlich robust. Der ifo-Geschäftsklima-Index, der monatlich die Zuversicht der deutschen Wirtschaft misst, hat im März sogar deutlich zugelegt. In den USA, wo die Impfkampagne bereits reibungslos läuft und ebenso beispiellose fiskalpolitische Hilfspakete geschnürt wurden, halten Experten für dieses Jahr bereits ein Wirtschaftswachstum von über 6 Prozent für möglich. Obwohl Experten für 2021 weltweit ein kräftiges Wirtschaftswachstum prognostizieren, sprechen die jüngsten Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) und der amerikanischen Notenbank Fed weiterhin eine deutliche Sprache: Die Geldpolitik wird so lange sehr locker bleiben, bis der Aufschwung nachhaltig ist.

Angesichts aufkeimender Hoffnungen war die Rendite für die zehnjährige deutsche Bundesanleihe gestiegen und liegt Ende März bei rund minus 0,3 Prozent. Die Bauzinsen haben den Renditeanstieg im Februar und März nachgezeichnet und sich entsprechend leicht verteuert.

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Ausgehend vom konjunkturpolitischen Ausblick erwarten die meisten Experten auf Halbjahres- und Jahressicht steigende Zinsen. Kurzfristig erwartet die Mehrheit eher ein gleichbleibendes Zinsniveau.

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Die Zinsen am langen Ende werden weiterhin leicht steigen. Zuerst steigen die langfristigen Zinssätze in den USA, denn die amerikanische Regierung plant neben den Ausgaben für Corona-Maßnahmen auch noch ein umfangreiches Programm für die Erneuerung der Infrastruktur. Wenn sich diese Planungen bestätigen, wird die amerikanische Regierung 2020 bis 2022 Geld in einem Volumen zusätzlich ausgeben, das die Bilanzsumme der Fed übersteigt. Hierfür werden ausländische Investoren benötigt. Die europäischen Zinsen werden entsprechend im Geleitzug am langen Ende ebenfalls steigen. Wobei der Anstieg wegen der Staatsverschuldung immer im vernünftigen Rahmen bleiben wird."

  • Commerzbank: "Die Reflationsstimmung in den USA strahlt auch auf die heimischen Zinsen ab. Die EZB kann den Aufwärtsdruck auf die Zinsen nur bedingt kompensieren. Daher dürften die Zinsen auch im 2. Quartal weiter ansteigen. In der zweiten Jahreshälfte erwarten wir einen Renditerückgang ausgehend von höheren Niveaus, wenn klar wird, dass Fed weder die Anleihekäufe schnell zurückfährt noch die Leitzinsen und auch die Inflationsrate wieder unter die wichtige Marke von 2 Prozent fällt."

  • DKB Deutsche Kreditbank: "Die Zinsen für mittlere Zinsbindungen bis fünf Jahre sind unverändert stark durch die sehr expansive Geldpolitik der EZB geprägt und werden deshalb auch die nächsten Wochen nur sehr geringen Volatilitäten unterliegen und stabil bleiben. Bei ihrer letzten Sitzung Mitte März hat die EZB erneut noch einmal bekräftigt, während der Pandemie günstige Finanzierungsbedingungen aufrechtzuerhalten. Einen weiteren Renditeanstieg bei den langen Kapitalmarktzinsen will die EZB mit einer flexibleren Auslegung ihrer verschiedenen Programme entgegentreten, deshalb erwarten wir auf dem leicht erhöhten Niveau zunächst gleichbleibende Zinsen."

  • ING Deutschland: "Die Aufregung über höhere Inflationsraten hat sich gelegt. Dadurch sollten sich auch die Kapitalmarktzins horizontal bewegen. Erst ab dem Sommer, sobald die Konjunktur wieder deutlich anzieht, geht es auch für die langfristigen Zinsen weiter nach oben."

  • MünchenerHyp: "Die europäische Konjunktur, allen voran die Industrie kommt mit den Einschränkungen durch die Pandemie-Bekämpfung inzwischen besser zurecht. Insbesondere der boomende Welthandel (China/USA) unterstützt. Mit den deutlich höheren Impfstofflieferungen in den nächsten Monaten dürfte sich die Stimmungslage in Europa sowohl bei den Unternehmen als auch den Verbrauchern deutlich aufhellen. Wir rechnen daher mit einer kräftigen Aufwärtsbewegung des Wirtschaftswachstums, welches zusammen mit der kurzfristig steigenden Inflation auch das Zinsniveau etwas nach oben treibt (+0,25 bis +0,50 Prozent). Da von Seiten der EZB vorerst keine Änderung der Zinspolitik erfolgen wird, sollten sich die Darlehenszinsen in der 2. Jahreshälfte auf dem erhöhten Niveau eher seitwärts bewegen."

  • Postbank: "Angesichts wieder steigender Infektionszahlen und einer schleppenden Impfkampagne in einigen Staaten kamen zuletzt Zweifel am Zeitpunkt der erwarteten Konjunkturerholung auf. Dies hat den Anstieg der Kapitalmarktrenditen zumindest zeitweise gebremst. Im weiteren Jahresverlauf dürften steigende Inflationsraten und ein höheres Wachstum für etwas Aufwärtsdruck bei den Zinsen im Euroraum sorgen, so dass sich auch die Konditionen für Hypothekendarlehen leicht verteuern könnten."

  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Wir gehen von einer Pattsituation aus. Die Sorgen um eine aufkommende Inflation stehen sehr schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen gegenüber, möglicherweise begleitet von einer Insolvenzwelle im zweiten Halbjahr. Für die Notenbankpolitiker wären anhaltend steigende Zinsen eine Gefahr, ihre Euro-Rettungspolitik weiter in diesem Maße durchführen zu können. Insofern wäre das Aufwärtspotential in Summe eher beschränkt."

  • Santander: "Mit Fortschritten bei den Impfkampagnen werden auch im Euroraum und Deutschland die zuletzt wieder eingeführten Beschränkungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens in den kommenden Monaten wieder gelockert. Dies dürfte – wie bereits jetzt in den USA – mit zeitlicher Verzögerung zu einer deutlichen konjunkturellen Belebung beitragen. Gleichzeitig ziehen gegenwärtig die Inflationsraten spürbar an. Auch wenn dies aktuell zum überwiegenden Teil auf Basiseffekte des vor einem Jahr kräftig gesunkenen Ölpreises zurückzuführen ist, sollte sich das auch in etwas höheren Kapitalmarkt- und Hypothekenzinsen niederschlagen. Zudem kann sich der deutsche und europäische Rentenmarkt nicht vom US-amerikanischen und dem dortigen deutlichen Zinsanstieg abkoppeln."

  • Sparkasse Hannover: "Durch die sich weiter verschärfende Corona-Infektionslage bei gleichzeitig beschleunigten Wertpapierkäufen der EZB gestaltet sich ein weiterer Anstieg der langfristigen Zinsen in den nächsten Wochen als schwierig. Im zweiten Halbjahr rechnen wir jedoch weiterhin mit einer positiven Konjunkturdynamik, die Raum für eine weitere Versteilerung der Zinskurve und damit höhere langfristige Zinsen schaffen sollte."

* Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben wir Experten der Allianz, der Commerzbank, der DKB, der ING Deutschland, der MünchenerHyp, der Postbank, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Santander und der Sparkasse Hannover zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung befragt. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "gleichbleibend", "fallend" oder "steigend" angegeben haben.

** Bei 2/3 der durch die Vermittlung der Interhyp AG, Domagkstraße 34 in 80807 München, zustande kommenden Verträge, erhalten Interhyp-Kunden einen festen Sollzins von 0,92% p.a. und einen effektiven Jahreszins von 0,92% p.a., unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrages 29 Jahre 2 Monate, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 653,33 Euro. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge, Auslagen (z.B. Grundbuchkosten)) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen. Der zu zahlende Gesamtbetrag während der Sollzinsbindung beläuft sich auf 80.899. Die Restschuld am Ende der Zinsbindung beträgt 137.179,02 Euro. Weitere Voraussetzungen: Einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über ein Grundpfandrecht, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Die aktuellen Tendenzen

Kurzfristig
(4 Wochen):

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Mittel- bis
langfristig:

gleichbleibend bis steigend

Tendenz kurzfristig

Aktuelles Zinsniveau

0,92%/0,92% **

gebundener Sollzins/effektiver Jahreszins für zehnjährige Darlehen

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Bester Baufinanzierer (Euro 08/2020)

Interhyp wurde bereits zum fünfzehnten Mal in Folge vom Wirtschaftsmagazin Euro als "Bester Baufinanzierer" ausgezeichnet.