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INTERHYP-ZINSBERICHT VOM 05. JANUAR 2022

Interhyp-Zinsbericht

Neues Jahr, neue Zinsen: Anstieg im Jahresverlauf 2022 wahrscheinlich

Aktuelle Zinsprognose. Diese Themen erwarten Sie:

  • Notenbanken läuten langsamen Ausstieg aus ultralockerer Geldpolitik ein
  • Märkte zwischen Konjunkturaufbruch und Unsicherheit der Corona-Pandemie
  • Alle befragten Experten erwarten auf Sicht von 6 bis 12 Monaten einen Anstieg der Bauzinsen

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Für Immobilieninteressenten wird 2022 ein spannendes Jahr. Stand heute wird es von diesen drei Faktoren maßgeblich beeinflusst: der Zinsentwicklung, Angebot und Nachfrage auf dem Immobilienmarkt sowie den politischen Ambitionen in Sachen Wohneigentum und ökologische Nachhaltigkeit. Die Zinsen für zehnjährige Immobiliendarlehen liegen Anfang Januar bei rund einem Prozent und damit rund 0,3 Prozentpunkte über den Konditionen vom Jahresanfang 2021. Mit Blick auf die Zinspolitik, Inflation und Konjunkturentwicklung halten wir 2022 einen weiteren Zinsanstieg bei Immobiliendarlehen für wahrscheinlich. Auch die Expertinnen und Experten, die wir monatlich im Rahmen unseres Interhyp-Bauzins-Trendbarometers befragen, sind sich darin einig: Alle Analysten gehen von höheren Zinsen im Jahresverlauf aus. Kurzfristig erwarten wir gleichbleibende bis leicht steigende Zinsen aufgrund der Unsicherheiten der Corona-Pandemie."

Wer das neue Jahr mit dem Vorsatz eines Immobilienkaufs begonnen hat, sollte zwar die Zinsentwicklung im Blick behalten – von Zinsschwankungen sollte die grundsätzliche Entscheidung für die Immobilie aber nicht abhängig gemacht werden. Dafür gilt es vor allem, die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten hinsichtlich der Immobilie und der Finanzierung genau analysieren. Wo möchte ich wohnen? Wie groß muss meine Wohnung sein? Welche Ansprüche habe ich an die Wege zur Arbeit und die Nähe zur Stadt? Und welches Budget steht mir für den Kauf zur Verfügung, jetzt und in der Zukunft? Welche monatlichen Raten kann ich mir leisten? Diese Fragen können die Expertinnen und Experten von Interhyp im Beratungsgespräch klären – und für die passende Immobilie dann ein zinsgünstiges Angebot für eine möglichst maßgeschneiderte Finanzierung auswählen.

Unser Vorsatz bei der Interhyp AG: Wir wollen auch 2022 wieder vielen Tausend Menschen den Weg ins eigene Zuhause ermöglichen und erleichtern. Viele kostenlose Rechner und Tools, unabhängige Tipps und eine persönliche Beratung bieten wir dafür seit Jahren. Zusätzlich ermöglichen wir Immobiliensuchenden nun unter Interhyp Home, unserem Kundenportal, den gesamten Wohnimmobilienmarkt in Deutschland durch Schätzwerte noch besser zu verstehen und Objekte zu sondieren, bevor sie auf den Markt gelangen. Und wir bieten mit unserer Vorausberatung an, schon vor der Objektsuche die Frage der Finanzierung zu klären.

* Expertenpanel siehe unten

Interhyp-Expertenrat

Der Jahresbeginn ist die perfekte Zeit, die Finanzen zu ordnen. Das gilt sowohl für Immobilieninteressenten als auch für Eigentümer und Eigentümerinnen mit laufenden Krediten. Interessenten können in der individuellen Beratung feststellen, wie viel Geld ihnen für eine Immobilienfinanzierung zur Verfügung steht – und welcher maximal mögliche Immobilienkaufpreis sich daraus ergibt. Das geht mit der Interhyp-Vorausberatung schon vor der Immobiliensuche. Als Ergebnis erhalten Sie ein Finanzierungszertifikat, mit dem wir Ihnen bescheinigen, zu welchem Betrag wir die Finanzierung für realisierbar halten. Damit erhalten Sie leichter den Zuschlag beim Kauf.

Angebot anfordern

Wer eine laufende Finanzierung hat, sollte sich mit Blick auf möglicherweise steigende Zinsen mit dem Thema Anschlussfinanzierung beschäftigen. Je nachdem, wie lange die Zinsbindung noch läuft, können Forward-Darlehen eine interessante Option sein, die weitere Finanzierung gegen steigende Zinsen abzusichern beziehungsweise sogar die momentane Zinsbelastung zu senken.

Zins- und Marktumfeld

Die Corona-Pandemie wird aller Voraussicht nach auch im neuen Jahr die Märkte wie kaum ein anderes Thema beeinflussen. So wie Corona-Wellen die Wirtschaftsleistung in 2021 mehrfach ausgebremst haben, hängt die Erholung im neuen Jahr von möglichen Lockdowns, Beschränkungen, Produktionsstörungen und Lieferengpässen ab. Führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihren Prognosen für 2022 nach unten korrigiert, gehen aber meist noch von einem Wachstum in 2022 von rund 3,5 bis 4 % aus.

Ein zweites Augenmerk verdient im neuen Jahr die Inflation. Die Teuerungsrate in der Eurozone beträgt aktuell 4,9 %. Sie ist damit mehr als doppelt so hoch wie von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebt. Es wird erwartet, dass die Inflation in den ersten Monaten des neuen Jahres hoch bleibt. Etliche Experten gehen allerdings noch immer davon aus, dass die hohe Inflation vorübergehender Natur ist und es sich auch um Kompensationseffekte handelt.

Die Notenbanken führen ihre Zinspolitik bereits langsam an das Szenario einer erstarkenden Wirtschaft heran. Die EZB hatte bei der letzten Sitzung im Dezember angekündigt, das Corona-Notkaufprogramm für Anleihen im kommenden Jahr auslaufen zu lassen, eine Leitzinsanhebung in 2022 jedoch als unwahrscheinlich eingestuft. Andere Währungshüter beurteilen die Lage entschlossener. So hat die Bank of England als erste große Zentralbank seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie den Leitzins um 0,15 Prozentpunkte erhöht und damit auf die hohe Inflationsrate reagiert. Auch die amerikanische Notenbank Fed hat in der letzten Sitzung des Jahres die erwartete Wende in der Geldpolitik eingeleitet. Sie beendet das Anleihekaufprogramm früher und reduziert bereits ab Januar die monatlichen Käufe von Staatsanleihen und staatlich besicherten Hypothekenanleihen. Der Leitzins bleibt zwar unangetastet in der Spanne von 0 bis 0,25 %, soll jedoch angehoben werden, sobald sich der Arbeitsmarkt weiter erholt.

Die Unwägbarkeiten spiegeln sich in der Renditeentwicklung deutscher Staatsanleihen wider, die als Orientierungsgröße für die Entwicklung der Bauzinsen gilt. Angesichts der Omikron-Pandemieentwicklung hatten Investoren und Investorinnen im Dezember vermehrt die Sicherheit von deutschen Staatsanleihen gesucht. Die höhere Nachfrage hat die Rendite auf etwa minus 0,35 % gedrückt und damit für leicht sinkende Konditionen bei Immobilienkrediten gesorgt. Zum Jahreswechsel hat ein zunehmender Optimismus die Konditionen wieder leicht nach oben gezogen. In den nächsten Wochen und Monaten wird sich zeigen, wann die Zuversicht für eine nachhaltige Trendwende am Zinsmarkt sorgen wird.

Kurz und knapp: Das sagen die Fachleute

Im neuen Jahr rechnen viele Experten mit einer Normalisierung der Lage. Das könnte vor allem langfristig Immobiliendarlehen verteuern.

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

  • Allianz: "Die Märkte haben technisch Ausbrüche nach oben und unten versucht. Entscheidend wird sein, ob die FED wie geplant gegen Ende des ersten Halbjahrs 2022 die Zinsen leicht anhebt."

  • Commerzbank: "Da die Notenbank ihre Anleihekäufe schneller zurückführt und damit den Weg für Zinserhöhungen ab dem Sommer bereitet, dürften höhere US-Treasury-Renditen im ersten Halbjahr auch die Zinsrichtung in Europa vorgeben. Angesichts fallender Inflationsraten und Wachstumssorgen im Euroraum dürften sich die Zinsen am langen Ende jedoch im zweiten Halbjahr stabilisieren."

  • Deutsche Bank: "Aus Sorge vor der Omikron-Corona-Variante sind die Renditen von Bundesanleihen zuletzt wieder gesunken, weil sichere Staatsanleihen stärker gefragt waren. Die Entwicklung dürfte aber nicht lange anhalten. Die konjunkturelle Erholung ist allenfalls verschoben, aber nicht aufgehoben, und große Notenbanken wie die Fed und die EZB fahren ihre Geldpolitik im kommenden Jahr zurück. Das dürfte nicht ohne Folgen für die Hypothekenzinsen bleiben, die 2022 etwas zulegen könnten."

  • DKB Deutsche Kreditbank: "Nachdem die EZB 2020 umfangreiche geldpolitischen Entscheidungen im Dezember getroffen hat, war sie im Dezember 2021 aufgrund des unsicheren Umfeldes noch abwartend. Dagegen hat die Bank of England die erste Zinserhöhung vollzogen und die amerikanische Notenbank FED für das Frühjahr 2022 in Aussicht gestellt. Unverändert wird die weitere Zinsentwicklung am Kapitalmarkt stark in Abhängigkeit der Inflationszahlen und der weiteren Entwicklung der Pandemie stehen, wobei tendenziell die Kapitalmarktzinsen langsam steigen werden."

  • ING Deutschland: "Die langsame Zinswende der großen Notenbanken wird 2022 weitergehen. Nach dem langsamen Einstieg in den Ausstieg zu Jahresende und dem Abbau der Anleihenkäufe wird es in 2022 die ersten Leitzinserhöhungen in den USA geben. Selbst in der Eurozone werden die Spekulationen über erste Zinsschritte in der zweiten Jahreshälfte lauter werden."

  • HypoVereinsbank: "Die Kernfrage 2022 lautet: Wird die Inflationsrate zurückgehen? Sollte dies eintreten (wie wir es erwarten), dann wird die EZB keinen Anlass haben, über Leitzinsanhebungen zu diskutieren. Das allgemeine Renditeniveau bliebe damit niedrig, wenngleich die abnehmenden Anleihekäufe über den Jahresverlauf hinweg zu einem leichten Aufwärtsdrift führen dürften."

  • MünchenerHyp: "Die schnelle Verbreitung der Omikron-Variante dürfte kurzfristig für etwas Stabilität am Rentenmarkt und eher gleichbleibende Zinsen sorgen. Mittelfristig dürften die Inflationsraten zwar wieder etwas sinken, jedoch auf einem höheren Niveau von ca. zwei Prozent verharren. Ein besserer Impffortschritt, gute Wirtschaftsdaten und höhere Löhne (Mindestlohn) dürfte für etwas steigende Zinsen in 2022 sorgen."

  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Die rasch steigenden und hohen Preissteigerungsraten sind unseres Erachtens nicht temporär. Insbesondere dann nicht, wenn man die historische Korrelation zwischen Geldmengenwachstum und Preissteigerung betrachtet. Unabhängig welches Geldmengenaggregat untersucht wird, die Zuwachsraten bilden einen exponentiellen Verlauf ab. Das gilt auch in ähnlicher Weise für die Bilanzsummen der Notenbanken weltweit. Des Weiteren kommt es unverändert zu Lieferengpässen bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Auch der FAO Food Price Index (Internationaler Index für Lebensmittelpreise) klettert sukzessive. Alles zusammen bildet eine gefährliche Kombination für die Zinslandschaft. Insofern sollten die Zinsen eher kräftiger steigen."

  • PSD Bank Rhein-Ruhr: "Irgendwann werden die Zinsen der Inflation folgen müssen, somit erwarten wir – wenn auch leicht – steigende Zinsen 2022."

  • Santander: "Zu Jahresbeginn dürfte die reichliche Liquidität – auch aus Fälligkeiten und Kuponzahlungen – dazu beitragen, dass die Kapitalmarktzinsen auf den aktuell sehr niedrigen Niveaus verharren. Mit dem von den Notenbanken eingeleiteten vorsichtigen Ausstieg aus der sehr expansiven Geldpolitik sollten die Renditen an den Anleihemärkten anschließend moderat ansteigen."

  • Sparkasse Hannover: "Die Zeichen sprechen gegen einen deutlichen Anstieg der Zinsen im Jahr 2022: Die Konjunktur dürfte über große Teile des neuen Jahres im Würgegriff der Corona-Pandemie verbleiben, auch wenn es zwischenzeitlich zu einer deutlichen Entspannung und kräftigen Nachholeffekten kommt. Parallel dazu gehen die Preissteigerungsraten wieder in den Sinkflug über, bleiben aber im Euroraum noch einige Zeit über dem 2-Prozent-Inflationsziel der EZB. Insgesamt dürften die Bedingungen für eine Zinswende auch 2022 nicht erfüllt sein."

* Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben wir Experten der Allianz, der Commerzbank, der DKB, der ING Deutschland, der HypoVereinsbank, der MünchenerHyp, der Postbank, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Santander und der Sparkasse Hannover zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung befragt. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Antworten jeweils "gleichbleibend", "fallend" oder "steigend" lauteten.

** Bei 2/3 der durch die Vermittlung der Interhyp AG, Domagkstraße 34 in 80807 München, zustande kommenden Verträge, erhalten Interhyp-Kunden einen festen Sollzins von 0,93% p.a. und einen effektiven Jahreszins von 0,93% p.a., unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrages 29 Jahre 1 Monat , 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 655,00 Euro. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge, Auslagen (z.B. Grundbuchkosten)) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen. Der zu zahlende Gesamtbetrag während der Sollzinsbindung beläuft sich auf 81.100 Euro. Die Restschuld am Ende der Zinsbindung beträgt 137.146,99 Euro. Weitere Voraussetzungen: Einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über ein Grundpfandrecht, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Die aktuellen Tendenzen

Kurzfristig
(4 Wochen):

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Mittel- bis
langfristig:

steigend

Tendenz kurzfristig

Aktuelles Zinsniveau

0,93%/0,93% **

gebundener Sollzins/effektiver Jahreszins für zehnjährige Darlehen

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Bester Baufinanzierer (Euro 08/2021)

Interhyp wurde bereits zum sechzehnten Mal in Folge vom Wirtschaftsmagazin Euro als "Bester Baufinanzierer" ausgezeichnet.