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Ärger mit Energieeffizienzlabeln

Wohnungsbesitzer und Mieter können sich nicht immer darauf verlassen, dass der Energieverbrauch von Haushaltsgeräten korrekt gekennzeichnet ist. Das zeigt ein neuer Marktcheck von Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Einfamilienhaus

(München, 11.02.2016) Fernseher, Kühlschränke, Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte müssen seit Jahren mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet werden. Doch nicht immer können sich Verbraucher auf die Qualität der Kennzeichnung verlassen. Im Einzelhandel wiesen besonders Fernseher Mängel bei der Kennzeichnung auf. In Verbrauchermärkten sei jedes vierte der überprüften Produkte nicht richtig gekennzeichnet gewesen. Verbesserungen zeigten sich hingegen im Online-Handel. Hier war nur noch jedes siebte Gerät falsch gekennzeichnet. Anfang 2014 war es noch fast jedes dritte gewesen.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Rahmen des Projekts "MarktChecker" bei 40 Einzel- und Onlinehändlern. Insgesamt wurden fast 10.000 Haushaltsgeräte überprüft. So fehlten Label komplett, manche waren falsch angebracht oder enthielten fehlerhafte Angaben. Besonders schlecht schnitten Fernseher ab. Hier war im Einzelhandel auch mehr als fünf Jahre nach Inkrafttreten der Vorgaben immer noch jeder sechste Fernseher nicht richtig gekennzeichnet. In Verbrauchermärkten war sogar jedes vierte getestete Produkt nicht richtig gekennzeichnet.

"Handel und Hersteller müssen dafür sorgen, dass Produkte richtig gekennzeichnet sind. Insbesondere wenn eine individuelle Beratung nicht gewährleistet werden kann, muss das Energielabel für ein Minimum an Verbraucherinformation sorgen", betont Marion Jungbluth, Leiterin Team Energie und Mobilität beim vzbv. "Der laxe Umgang mit Energielabeln ist kein Kavaliersdelikt. Ohne korrekte Angaben zur Energieeffizienz laufen Verbraucher Gefahr, ungewollt Stromfresser zu kaufen", ergänzt Robert Pörschmann, Energieeffizienz-Experte vom BUND.

Aktuell wird das EU-Energielabel überarbeitet. Die bestehenden Skalen sollen neu geregelt und vereinheitlicht werden. Auch der vzbv fordert ein einheitliches und aussagekräftiges Label mit einer Skala von A-G, das für alle Produkte gelten soll.

"MarktChecker" ist die deutsche Kampagne des EU-Projekts MarketWatch und wird durch den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) getragen.

Redaktion: Patrizia Difonzo