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Alles teurer macht der Mai: Zinsen wieder gestiegen

Nachdem die Baugeldzinsen seit Monaten gesunken waren, ist die Talfahrt zunächst gestoppt. Die Zinsen für zehnjährige Immobilienfinanzierungen sind seit Mitte April um rund 0,4 Prozentpunkte gestiegen, berichtet Interhyp-Vorstand Michiel Goris.

Zinsentwicklung zwei Monate

(München, 08.05.2015) Der Zinsanstieg hängt zusammen mit dem Kursverfall bei den zehnjährigen Bundesanleihen. Durch die sinkenden Nachfrage hatten sich deren Renditen binnen eines Monats von 0,2 Prozent auf 0,5 Prozent mehr als verdoppelt. Auch die zehnjährigen Pfandbriefrenditen, die als Orientierung für die Entwicklung beim Baugeld gelten, haben auf 0,8 Prozent angezogen. Das zeigt die DGZF-Pfandbriefkurve, die auf den Pfandbriefrenditen der DekaBank und der Landesbanken basiert.

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Banken müssen sich im Mai etwas teurer refinanzieren als im Frühjahr, einige Kreditinstitute haben daher ihre Konditionen erhöht, berichtet Interhyp-Vorstand Michiel Goris im aktuellen Zinsbericht des Baugeldvermittlers Interhyp. Für den Kursverfall und den Renditeanstieg der Bundesanleihen können laut Interhyp mehrere Faktoren verantwortlich sein: Unter anderem spekulieren optimistische Investoren auf eine Trendwende in Europa. Vor allem aber hatten mehrere einflussreiche US-Investoren die hohe Bewertung deutscher Papiere bei geringen Renditeerwartungen thematisiert, so der Zinsbericht.

Nach dem starken Anstieg bei den Zinsen für Immobilienkredite sind kurzfristig Schwankungen der Zinsen möglich. Immobilienkäufer, die bald ein Kaufvorhaben planen, sollten versuchen, dies für eine günstige Finanzierung auszunutzen. Auf mittel- bis langfristige Sicht werden eher gleichbleibende oder steigende Renditen erwartet.

Finanzexperten und Verbraucherschützer, etwa der Verbraucherzentralen, raten Bauherren und Käufern zu einer ausreichend hohen Tilgung. In Niedrigzinsphasen wie aktuell sollte sie höher sein als in Phasen hoher Zinsen, weil sonst die Rückzahlung des Darlehens sehr lange dauert.

Regelmäßige, kostenlose Informationen zur Zinsentwicklung bieten zum Beispiel die Newsletter und der Zins-Radar von Interhyp.


Redaktion: Britta Barlage