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Alte Heizungen im Prüfungsstress

Seit Jahresanfang ist die Auszeichnung alter Heizungen mit einem Energielabel Pflicht. Vergeben werden die Effizienzklassen A++ bis E. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) erhofft sich durch diese – kostenfreie – Maßnahme eine höhere Motivation für Hausbesitzer, eine neue Heizung zu installieren.

Heizung: Der Schornsteinfeger bringt das Energieetikett bei der regelmäßigen Überprüfung an.

Heizung: Der Schornsteinfeger bringt das Energieetikett bei der regelmäßigen Überprüfung an.

(München, 13.02.2017) "Die Nachetikettierung der alten Heizungsanlagen erfolgt durch den zuständigen Schornsteinfeger, wenn die Anlage entsprechend überprüft wurde", erklärt die ESA-Energieberatung aus Eisenach. "Das Etikett muss dabei deutlich sichtbar an der Heizungsanlage angebracht werden." Hauseigentümern entstünden durch die Nachetikettierung selbst keine Kosten. Sie erfolgt bei der regelmäßigen Überprüfung durch den Schornsteinfeger oder Heizungsinstallateur. Kriterien für die jeweilige Einstufung sind das Baujahr und der verwendete Energieträger. Von der neuen Kennzeichnungspflicht seien alle Geräte betroffen, die älter als 15 Jahre sind. "Von der Labelpflicht vorläufig noch ausgenommen sind Heizungsanlagen, die Holz, Bioöl oder Biogas nutzen", ergänzen die Energieexperten.

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht großen Handlungsbedarf bei alten Heizungen, denn: "Momentan liegt das durchschnittliche Alter von Heizgeräten in Deutschland bei 17,6 Jahren, über ein Drittel ist sogar älter als 20 Jahre", heißt es in einer Mitteilung des BMWi. Das neue Energielabel am Heizkessel zeigt deshalb an, wie sparsam oder verschwenderisch ein Gerät mit Energie umgeht: Die beiden besten Klassen A++ und A+ sind reserviert für besonders effiziente Heizungen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das BMWi listet hier Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpen (mit/ohne Solaranlage), Luft-Wärmepumpen mit Solaranlage und Klein-Blockheizkraftwerke auf (A++) sowie Brennwertkessel (Gas und Öl) mit Solaranlage, Luft-Wärmepumpen, Klein-Blockheizkraftwerke (A+). Die Klassen A und B umfassen die weit verbreiteten Öl- und Gas-Brennwertkessel und stellen den Stand der Technik dar, jedoch besteht hier Optimierungspotenzial, zum Beispiel durch bessere Pumpen oder Heizkörper. Unter die schlechtesten Effizienzklassen D und E fallen alle Niedertemperaturkessel (Gas und Öl) und Standardkessel (Gas und Öl). Diese werden inzwischen nicht mehr produziert.

Die Verbraucherzentralen empfehlen Eigentümern, nicht nur den Heizkessel im Hinblick auf die Energieeffizienz zu betrachten, sondern die Wärmeverteilung im gesamten Haus. Dazu zählen Heizungspumpe, Regelung, Rohrleitungen, Thermostatventile und Heizkörper. Außerdem sei vor dem Kesseltausch eine - sofern noch nicht erfolgt - Gebäudedämmung sinnvoll, da dann die neue Heizungsanlage von vornherein kleiner ausgelegt werden könne. Übrigens: Eigentümer, die sich zu einer Heizungsmodernisierung oder -optimierung entschließen, können diverse Förderprogramme der KfW-Bank sowie des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch nehmen.


Redaktion: Joachim Hoffmann