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Altersgerechte Immobilie: Experten empfehlen vorausschauende Planung

Barrierefreies Wohnen ist nicht nur ein Thema für Senioren. Bauexperten empfehlen jüngeren Bauherren, die Voraussetzungen für einen kostengünstigen späteren Umbau ihrer Immobilie zu schaffen.

Vorausschauende Bauplanung zahlt sich im Alter aus

Vorausschauende Planung einer altersgerechten Immobilie zahlt sich später aus. Foto: KfW-Bildarchiv/Jens Steingässer

(München, 28.07.2016) Wer ein Eigenheim plant, sollte frühzeitig an ein möglichst barrierefreies Wohnen im Alter denken. Das empfiehlt der Bauherren-Schutzbund mit dem Hinweis darauf, dass eine spätere altersgerechte Anpassung der Immobilie weitaus kostengünstiger ist, wenn grundlegende Voraussetzungen vorhanden sind.

So empfiehlt der Verband in Bezug auf die altersgerechte Immobilie, dass Türen gemäß DIN-Norm eine lichte Breite von wenigstens 90 Zentimetern aufweisen sollten, damit sie im Bedarfsfall mit einem Rollator oder Rollstuhl gut passierbar sind. Freie Flächen vor den Türen erleichtern das Rangieren. Ebenfalls im Blick behalten sollten Bauherren die Türen zu Balkon oder Terrasse: Wer die schwellenlose Ausführung wählt, entschärft Stolperfallen und erleichtert den Zugang für Gehbehinderte.

Besonders sorgfältig sollte das Bad geplant werden, raten die Bauexperten. Neben ausreichenden Bewegungsflächen verfügen barrierefreie Badezimmer über bodengleiche Duschen sowie über Haltegriffe am WC. Bei der Elektroinstallation können Bauherren nachträglichen Aufwand vermeiden, wenn sie von vornherein ausreichende Reserven für elektrische und elektronische Assistenzsysteme wie etwa Notruf- oder Gegensprechanlagen integrieren. Letztlich komme die vorausschauende Planung nicht nur älteren Menschen zugute, sondern auch jungen Familien, geben die Experten des Bauherren-Schutzbundes zu bedenken. So erleichtere die Erschließung des Eingangsbereiches mit einer Rampe auch das Manövrieren mit Kinderwagen.

Eine vorausschauende Planung könnte dabei helfen, dem Mangel an altersgerechten Immobilien entgegenzuwirken. Der Bedarf dürfte sich in den kommenden Jahren drastisch erhöhen, besagt eine Studie, die das Marktforschungsinstitut Prognos im Auftrag des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) durchgeführt hat. Bis zum Jahr 2030 entstehe eine Deckungslücke von fast zwei Millionen barrierefreien Wohneinheiten, weil bis dahin die geburtenstarken Jahrgänge ins Seniorenalter kommen, warnt der Verband.

Fördermittel für die Finanzierung des altersgerechten Umbaus von bereits bestehendem Wohnraum stellt die KfW unter anderem im Rahmen des Programms "Altersgerecht Umbauen" zur Verfügung. Weil jedoch das entsprechende Kontingent für das Jahr 2016 bereits aufgebraucht ist, können Bauherren derzeit nicht mehr diesen Investitionszuschuss der KfW für barrierereduzierende Maßnahmen in Anspruch nehmen. Weiterhin zur Verfügung steht die Zuschussförderung für Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz und die Kreditförderung für altersgerechtes Umbauen.


Redaktion: Thomas Hammer