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Altersvorsorge: Run auf Immobilien

Eine neue Studie zur Altersvorsorge zeigt: Diejenigen, die aktiv sind, greifen angesichts sehr niedriger Zinsen vor allem zu Immobilien.

Altersvorsorge: Immobilien liegen vorn

Altersvorsorge: Immobilien sind in der Niedrigzinsphase als Anlageobjekt gefragt.

(München, 06.07.2016) Altersvorsorge lohnt sich nicht - das scheinen immer mehr Menschen zu denken, wie der neue AXA-Deutschland-Report zur Ruhestandsplanung zeigt. Erwerbstätige, die trotz Niedrigzinsen weiter in die private Vorsorge investieren wollen, sind in Deutschland demnach in der Minderheit: 55 Prozent der Bundesbürger, die im Berufsleben stehen, sind der Ansicht, dass weitere Geldanlagen nicht lohnen. Diejenigen, die noch nicht aufgegeben haben, fokussieren sich zunehmen auf den Kauf von Wohnungen oder Häusern. Es gebe, so AXA, einen regelrechten "Run" auf Immobilien zur Eigennutzung und Vermietung zur Altersvorsorge. In Ostdeutschland sei die Sorge vor Verarmung im Alter besonders hoch.

Für den AXA-Deutschland-Report zu Ruhestandsplanung und -management, der repräsentativ in allen 16 Bundesländern die Einstellungen und Verhaltensweisen von Berufstätigen und Ruheständlern erfasst, wurden mehr als 3.000 Online-Interviews geführt. "Die anhaltenden Niedrigzinsen lassen die Sparbereitschaft der Erwerbstätigen erlahmen", konstatiert Patrick Dahmen, Mitglied des Vorstands der AXA Konzern AG. "Doch für einen auskömmlichen Ruhestand müssen sie heute privat etwas für morgen zur Seite legen." Angesichts sinkender Erträge für Zinsanlagen und geringerer Belastungen durch Baukredite habe eine Verschiebung beim Finanzverhalten stattgefunden. "Nur jeder zehnte Berufstätige will zur Altersvorsorge jeweils auf Spareinlagen, private Renten- sowie Lebensversicherungen oder eine betriebliche Altersversorgung setzen", haben die AXA-Forscher ermittelt. "Fast jeder fünfte Erwerbstätige plant dagegen den Erwerb eines Eigenheims. Und schon jeder sechste will in eine Immobilie zur Vermietung investieren. Gegenüber heute könnte das rechnerisch fast eine Verdreifachung der Anzahl privater Vermieter bedeuten." Die einseitige Fokussierung auf Immobilien zur Altersvorsorge berge laut Dahmen allerdings auch Risiken, wenn alles auf eine Karte gesetzt werde, statt Anlagen zu streuen.

Eine starke Nachfrage nach Sachwerten hatte vor einiger Zeit auch eine Umfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen gezeigt, die das Sparverhalten der Deutschen näher untersucht hatte. Nach dieser Umfrage zur privaten Geldanlage war ein Anstieg bei Immobilien um 3 Prozentpunkte auf 28 Prozent und ein gleich hoher Anstieg bei Investmentfonds auf 22 Prozent zu verzeichnen. TNS Infratest hatte dazu im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen über 2.000 Bundesbürger befragt.

Altersvorsorge: Geldanlage

Nach dem AXA-Deutschland-Report gehört eine finanzielle Absicherung im Ruhestand zu den drei wichtigsten Lebenszielen. Fast jeder dritte Erwerbstätige fürchte sich persönlich vor Verarmung im Alter. Beim Vergleich der Einstellungen und Meinungen von Erwerbstätigen und Ruheständlern ergab sich eine erstaunliche Parallele. Sowohl drei Viertel der Berufstätigen als auch der Rentner und Pensionäre sagten voraus, dass die nächste Rentnergeneration finanziell schlechter gestellt sein werde als die heutige.

Trotzdem machen sich vor allem junge Menschen in Deutschland nur wenige Gedanken über ihr Auskommen im Alter. "Generell ist die Generation Y auch bereit, fürs Alter vorzusorgen. Allerdings verfolgt nur eine Minderheit eine dafür angemessene Strategie", bemerkt der Bundesverband deutscher Banken mit Verweis auf eine Studie, für die TNS Infratest im Auftrag des Versorgungswerks MetallRente 2.500 junge Leute im Alter zwischen 17 und 27 Jahren zur Altersvorsorge befragt hat. Aus dieser aktuellen Untersuchung geht hervor, dass nur gut ein Drittel regelmäßig etwas für ihre Altersvorsorge zurücklegt. Zähle man diejenigen hinzu, die "ab und zu" einen Sparbeitrag fürs Alter leisten, steige der Anteil auf knapp die Hälfte.


Redaktion: Joachim Hoffmann / Britta Barlage