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Baden-Württemberg führt im November die Mietpreisbremse ein

Wegen stark angestiegener Mietpreise vor allem in den Großstädten soll in 68 Städten und Gemeinden die Mietpreisbremse greifen. Damit ist Baden-Württemberg das sechste Bundesland, das von den neuen gesetzlichen Regelungen Gebrauch macht.

Stuttgart

(München, 06.10.2015) Als sechstes Bundesland führt Baden-Württemberg zum 1. November 2015 die Mietpreisbremse ein. Bereits im Frühsommer legte die Landesregierung eine Liste mit Städten und Gemeinden vor, in denen die Mietpreisbremse zum Einsatz kommen sollte. Die betroffenen Kommunen konnten sich noch dazu äußern, bevor nun die endgültige Entscheidung getroffen wurde.

Als Grund für die Einführung der gesetzlichen Regulierung der Mietpreise nennt die baden-württembergische Landesregierung die zwischen 2010 und 2015 teils extrem stark angestiegenen Mieten in vielen Regionen des Landes. Wo die größten Preissprünge zu verzeichnen sind, zeigt eine aktuelle Studie des Immobilienportals Immowelt: In Stuttgart stiegen die Mieten in den vergangenen fünf Jahren um 34 Prozent auf durchschnittlich 12,30 Euro pro Quadratmeter, in Freiburg lag der Preisanstieg bei 25 Prozent, in Offenburg und Friedrichshafen erhöhten sich die Mieten um jeweils 24 Prozent. Insgesamt nahmen die Immowelt-Analysten 20 ausgewählte Städte im Südwesten unter die Lupe. In fast jeder zweiten Stadt haben sich die Mieten in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent oder mehr verteuert.

Von den insgesamt neun baden-württembergischen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern sollen nach aktuellem Stand nur Mannheim und Pforzheim von der Mietpreisbremse ausgenommen werden. Doch dafür sind auch etliche kleinere Gemeinden wie Iffezheim mit knapp 5.000 Einwohnern oder das in der Nähe von Tübingen gelegene Kirchentellinsfurt mit rund 5.500 Einwohnern in der Liste zu finden.

Dort, wo die Mietpreisbremse greift, müssen Wohnungseigentümer bei der Neuvermietung von Bestandswohnungen gesetzlich vorgegebene Grenzen beim Mietpreis einhalten. Zulässig ist eine Miete, die höchstens zehn Prozent über der im Mietspiegel angegebenen ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Keine Obergrenze gibt es hingegen bei der Vermietung von Neubauwohnungen sowie bei Wohnungen, die grundlegend saniert worden sind.


Redaktion: Britta Barlage