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Bank-Experten erwarten mittelfristig Zinsanstieg

Analysten von verschiedenen Kreditinstituten erwarten kurzfristig gleichbleibende Zinsen für Immobilienfinanzierungen, mittel- bis langfristig aber eine steigende Tendenz. Das zeigt eine Umfrage unter zehn Banken.

Derzeit sind die Bauzinsen noch niedrig.

(München, 01.10.2015) Derzeit sind die Bauzinsen noch niedrig, sie könnten im nächsten Jahr jedoch steigen. Die Befragung von zehn Banken, die Baufinanzierungen anbieten, zeigt, dass Immobilienbesitzer und -interessenten kurzfristig nicht mit einem starken Anstieg der Bauzinsen rechnen müssen. Alle für das Bauzins-Trendbarometer von Interhyp befragten Experten rechnen mit gleichbleibenden Zinsen in den nächsten vier Wochen. Sie führen dies oft auf die noch nicht erfolgte Leitzinserhöhung in den USA und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zurück. Der Chefvolkswirt der ING-DiBa bewertet die Lage so: "Kurzfristig gibt es mehrere Faktoren, die sich gegenseitig neutralisieren. Die Unruhe an den Aktienmärkten hat Staatsanleihen wieder attraktiv gemacht als sichere Häfen, dadurch fallen Zinsen eher. Erwartungen einer ersten Zinserhöhung der Fed erhöhen den Druck allerdings nach oben. Unter dem Strich sollten sich beide Kräfte neutralisieren."

Auch die derzeit bestehenden Unsicherheiten sorgen nach Meinung einiger Kreditinstitute für eine starke Nachfrage nach sicheren Anleihen und so zu niedrigen Renditen. So sagt der Experte der HypoVereinsbank: "Zahlreiche Unsicherheiten verhindern derzeit einen nachhaltigen Anstieg der Anleiherenditen: die Konjunkturentwicklung in China, die Strategie der US Notenbank, der Rückgang der Rohstoffpreise und nicht zuletzt die Folgen um den VW-Abgasskandal."

Mittel- bis langfristig rechnet die Mehrheit der Experten allerdings mit einem Anstieg der Zinsen für die private Baufinanzierung. Vor allem, wenn die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins erhöhen sollte, was viele für Ende des Jahres für wahrscheinlich halten. Auch eine verbesserte Wirtschaftsentwicklung könnte steigende Zinsen hervorrufen, wie die PSD Bank RheinNeckarSaar erwartet: "Wir gehen davon aus, dass die verbesserten wirtschaftlichen Bedingungen sowie die auslaufenden Basiseffekte der gesunkenen Rohölpreise mittelfristig wieder zu höheren Inflationsraten und dem folgend zu höheren Renditen führen werden."


Redaktion: Britta Barlage