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Bau-Messe: Sicherheit, Vernetzung, Nachhaltigkeit sind Trends

Während auf der letzten Bau-Messe das Thema Energieeffizienz im Vordergrund stand, spielt auf der BAU 2017 in München die Sicherheit eine dominierende Rolle. Auch "Smart Home" und Vernetzung standen auf dem alle zwei Jahre stattfindenden Branchentreff im Vordergrund.

Trends auf der Bau-Messe: Neben dem Thema Sicherheit spielt in diesem Jahr auch Smart Home eine Rolle.

Trends auf der Bau-Messe: Neben dem Thema Sicherheit spielt in diesem Jahr auch Smart Home eine Rolle.

(München, 19.01.2017) Die laut Polizeilicher Kriminalstatistik gestiegene Zahl an Wohnungseinbrüchen schlägt sich dieses Jahr auf das Produkt- und Informationsangebot der Bau-Messe 2017 in München nieder. Ob Videoüberwachung, widerstandsfähige Türen und Fenster oder schlüsselloser Zugang über Funksender oder Fingerabdruckerkennung – sowohl mechanisch als auch elektronisch wird aufgerüstet. Hier kommen auch die Anbieter von "Smart-Home"-Lösungen ins Spiel, bei denen Teile der Haustechnik vernetzt sind. So wurde zum Beispiel eine Lieferbox für Pakete vorgestellt, mit der Hausbesitzer über sein Smartphone kommunizieren können. Wenn der Paketbote klingelt, landet der Türruf mit Videobild dank einer App auf dem mobilen Gerät des Empfängers. Dieser kann die Box dann entriegeln oder nicht. Weil bisher viele Verbraucher durch die Preise für intelligente Technik abgeschreckt wurden, stellen viele Hersteller abgespeckte Versionen ihrer Systeme vor, die einen kostengünstigeren Einstieg ins Smart Home ermöglichen sollen.

Der bei der früheren Bau-Messe dominierende Aspekt Energieeffizienz ist etwas in den Hintergrund geraten. Zum einen hat die Baustoffindustrie ihre Hausaufgaben gemacht und Produkte entwickelt, mit denen sich die Vorschriften der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen oder übertreffen lassen. Zum andern ist das Energiesparen in den größeren Zusammenhang der Nachhaltigkeit eingebettet. Darin sind auch Aspekte enthalten wie Gesundheit, soziales unternehmerisches Verhalten und Kreislaufwirtschaft enthalten. Als offizieller Partner der BAU bietet die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) eine Sonderschau unter dem Titel "Bauen 2020 – nachhaltig und zukunftsfähig" sowie ein Vortrags- und Diskussionsprogramm an.

Ein Leitthema der Bau-Messe 2017 ist das digitale Planen und Bauen von Gebäuden, das unter der englischen Bezeichnung Building Information Modeling (BIM) immer mehr Verbreitung findet. Mit Hilfe modernster digitaler Technologien sollen die Bauqualität erhöht und gleichzeitig Baukosten und -zeiten reduziert werden. Pannenprojekte wie der Flughafen Berlin Brandenburg könnten dann der Vergangenheit angehören. Erreicht werden soll dies dadurch, dass ein Bauwerk nicht mehr über eine Vielzahl von Plänen der unterschiedlichen Gewerke dargestellt wird, sondern über ein mehrdimensionales, datenbasiertes Modell. "Investoren, Ingenieure, Architekten sowie Projektsteuerer und die späteren Betreiber arbeiten über diese zentrale Plattform von Anfang an zusammen, sind frühzeitig über den jeweils aktuellen Planungsstand informiert", heißt es hierzu in einer Mitteilung der Messegesellschaft. "Alle projektbezogenen Informationen (wie Flächen, Kosten, Zeitplanung) stehen den Beteiligten als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung." BIM erfordere daher Teamwork und Kommunikation aller Beteiligten.

Mit 2.120 Ausstellern, davon 715 aus dem Ausland (34 Prozent Auslandsanteil) übertrifft die Bau-Messe 2017, die noch bis zum 21. Januar ihre Pforten geöffnet hat, das Ergebnis der letzten Messe im Jahr 2015 (2.015 Aussteller, 637 aus dem Ausland, das entspricht 32 Prozent). Die Messehallen waren nach Angaben der Münchener Messegesellschaft komplett ausgebucht. Bis zur nächsten Bau-Messe in zwei Jahren sollen zwei neue Hallen zur Verfügung stehen.


Redaktion: Joachim Hoffmann