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Baudarlehen: Billiger Zins sollte nicht allein entscheidend sein

Beim Baudarlehen zählt für den Kreditnehmer jede Stelle hinterm Komma: Schon eine Zinsersparnis von nur einem Zehntelprozent kann im Lauf der Jahre viele Tausend Euro an Zinskosten einsparen. Verantwortlich für diese immense Hebelwirkung ist die hohe Summe, um die es beim Baudarlehen meistens geht. Da werden 0,1 Prozentpunkte Unterschied beim Zins schnell zur messbaren Größe, wenn die Darlehenssumme bei 200.000 Euro liegt.

Daher gilt für Bauherren beim Vergleich von Baudarlehen „je billiger, umso besser“ als Devise. Doch Vorsicht: Ob das Angebot für ein Baudarlehen wirklich günstig ist, entscheidet nicht allein der Zins! Wer sich einseitig auf die Höhe des Zinssatzes fixiert, riskiert am Ende möglicherweise teure Zusatzkosten. Denn nicht jedes Darlehen kann in bestimmten Lebenssituationen die erforderliche Flexibilität vorweisen.

Billig-Baudarlehen sind manchmal wenig flexibel

Zunächst einmal gilt fürs Baudarlehen der Tilgungsplan, der mit der Bank vereinbart worden ist und für die gesamte Dauer der Zinsbindung das Maß aller Dinge ist. Doch wenn mit zusätzlichem Geld zu rechnen ist, weil beispielsweise am Ende eines guten Geschäftsjahres ein Sonderbonus ausgezahlt wird oder eine Erbschaft ins Haus steht, sollte Spielraum für außerplanmäßige Tilgungen bestehen. Manchmal kann es vorkommen, dass bei extrem günstigen Anbietern diese Option fehlt. Dann kann der Bauherr die zusätzliche Tilgungsreserve erst am Ende der Zinsbindung nutzen. Das führt zu Zinsverlusten, weil das Geld bei der Kapitalanlage weniger Zins bringt als das Darlehen kostet.

Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn die Bank beim Baudarlehen dem Kunden zubilligt, den Tilgungsanteil und damit die Ratenhöhe zweimal während der Zinsbindungsfrist zu verändern. Das bietet dem Kreditnehmer die Möglichkeit, bei einem finanziellen Engpass die Rate vorübergehend zu senken und später wieder auf die ursprüngliche Höhe zu setzen.

Beim Neubau soll das Baudarlehen häufig schrittweise ausgezahlt werden. Dann sollten Bauherren darauf achten, dass für die Auszahlung in mehreren Tranchen keine Zusatzgebühren berechnet werden. Letztlich gilt: Der Zins ist beim Vergleich ein wichtiger Faktor – aber die Flexibilität sollte keinesfalls vernachlässigt werden.

Redaktion: Britta Barlage

Interhyp AG, 2.5.2011